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	<title>puls. &#187; Klinik</title>
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	<description>News-Magazin des FB Medizin der Goethe-Uni</description>
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		<title>Science-Slam-Beitrag: &#8220;&#8230;wie Sex Ihr Leben retten wird!&#8221;</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/science-slam-beitrag-wie-sex-ihr-leben-retten-wird</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2014 14:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klinik]]></category>

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		<description><![CDATA[Johannes Hinrich von Borstel ist Doktorand der Kardiologie in Marburg. Sein Science-Slam-Beitrag: &#8220;Der unchristliche Weg zu (fast) ewigem Leben&#8230;&#8221; oder &#8220;&#8230;wie Sex Ihr Leben retten wird!&#8221; ist vielfach ausgezeichnet worden. Sex sells! Auch in der Wissenschaft. Viel Spaß damit:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Johannes Hinrich von Borstel ist Doktorand der Kardiologie in Marburg.<br />
Sein Science-Slam-Beitrag: &#8220;Der unchristliche Weg zu (fast) ewigem Leben&#8230;&#8221; oder &#8220;&#8230;wie Sex Ihr Leben retten wird!&#8221; ist vielfach ausgezeichnet worden.<br />
Sex sells!<br />
Auch in der Wissenschaft.</p>
<p>Viel Spaß damit:<br />
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		<title>Rechtsmedizin (Teil 2): Forschung, Ethik, und unabhängige Sachverständige für die Justiz</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/rechtsmedizin-teil-2-forschung-ethik-und-unabhaengige-sachverstaendige-fuer-die-justiz</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<description><![CDATA[(2. Teil des Interviews mit Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, dem Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität) puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, wie sieht die Zusammenarbeit mit der Polizei oder Gerichten im Alltag aus?“ M. V.: „Die Grundannahme ist, &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/rechtsmedizin-teil-2-forschung-ethik-und-unabhaengige-sachverstaendige-fuer-die-justiz">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>(2. Teil des Interviews mit Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, dem Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität)</em></p>
<p><strong>puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, wie sieht die Zusammenarbeit mit der Polizei oder Gerichten im Alltag aus?“<br />
</strong>M. V.: „Die Grundannahme ist, dass wir in einem hoch industrialisierten Land leben, in dem es z. B. an Universitäten Spezialisten verschiedenster Fachrichtungen gibt. Für die Aufklärung von Straftaten oder in Zivilverfahren können Gerichte dort Sachverständige finden, die bei der Aufklärung der jeweiligen Fragen helfen. Die Sachverständigen werden für ihre Tätigkeiten bei der Justiz finanziell entschädigt. Es war ursprünglich niemals vorgesehen, dass ein Sachverständiger durch diese Tätigkeit seinen Lebensunterhalt verdient, oder eine ganze Einrichtung, wie z.B. ein Institut für Rechtsmedizin von diesen Entschädigungen finanziert werden soll. Der Sachverständige muss nach dem Gesetz neutral sein. D.h. es muss ihm egal sein können, ob der Auftraggeber mit dem Ergebnis seines Gutachtens einverstanden ist, oder ob er überhaupt als Sachverständiger hinzugezogen wird. Die Entwicklungen der letzten Jahre könnten meines Erachtens die Unabhängigkeit der Sachverständigen gefährden.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Wann wird die Rechtsmedizin eingeschaltet?“<br />
</strong>M. V.: „Ein Beispiel: Ein Selbstmord durch Kopfschuss.<br />
Die Polizei findet am Tatort den Toten, die Waffe und einen Abschiedsbrief. Die Wohnungstür war geschlossen mit von innen steckendem Schlüssel, da die Wohnung im 6. Stock liegt, war ein Einsteigen durch das Fenster nicht möglich.<br />
Alle Spuren passen zueinander, das Selbstmord-Szenario glaubwürdig.<br />
Dann wird die Staatsanwaltschaft sehr wahrscheinlich keine gerichtsmedizinische Untersuchung anordnen.<br />
Gibt es aber Zweifel an der Todesursache „Selbstmord“, muss die Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Leichenöffnung anordnen. Bei erheblichen Verdachtsmomenten wird die Rechtsmedizin sofort an den Tatort gerufen, um frühzeitig mögliche Spuren zu sichern – dafür sind in Frankfurt ständig zwei Ärzte in Bereitschaft.<br />
Die schnelle Kommunikation mit der Polizei ist also sehr wichtig.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Wie sehen die Zuständigkeiten für die rechtsmedizinischen Gutachter aus?“</strong><br />
M. V.: „Die rechtsmedizinischen Institute in Deutschland haben die Zuständigkeiten unter sich aufgeteilt, um eine unnötige Konkurrenzsituation auszuschließen. Natürlich steht es einem Richter frei, in speziellen Fällen Gutachter aus weiterer Entfernung zu berufen.<br />
Die Ermittlungsbehörden müssen heute allerdings viele Leistungen europaweit ausschreiben und dann den günstigsten Anbieter nehmen. Solche gerichtsmedizinischen Leistungen unterliegen einer Qualitätssicherung durch eine Akkreditierung. Privatwirtschaftliche Institutionen picken sich die Rosinen aus der Tätigkeit heraus. Außerdem schöpfen sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle Möglichkeiten so aus, wie eine Universität das kann, sondern beschränken sich eher auf Standardverfahren.<br />
Wir haben z.B. immer wieder Fälle, in denen Polizisten uns sichergestellte Spuren bringen, die von einer anderen, nicht rechtsmedizinischen Institution schon ergebnislos untersucht worden sind. Die Polizisten bitten uns dann um die nochmalige Analyse, weil sie sicher sind, dass Spuren zu finden sein müssen. Da haben wir als universitäres Institut dann oft noch mehr Möglichkeiten, zeitaufwändige oder ungewöhnlichere, moderne aber kostenintensivere Methoden einzusetzen und dann doch noch zu einem Resultat zu kommen. Es wäre also vielleicht sinnvoller, gleich nicht das preiswerteste, sondern das beste Institut zu beauftragen. Aber wenn bei einem durch einen Billiganbieter bearbeiteten Fall nichts herauskommt, und es werden keine weiteren Untersuchungen veranlasst, hat man ja Geld gespart – ggf. auf Kosten der Rechtssicherheit.</p>
<p>Allerdings wird von uns zunehmend verlangt, kostendeckend arbeiten.<br />
Eine Leichenöffnung kostete bis vor kurzem 500,00 €, jetzt sind es 1000,00 €. Dabei liegen die tatsächlichen Kosten bei 1200,00 € oder noch darüber.<br />
Die Gutachtertätigkeiten werden zwar stundenweise vergütet, aber nicht kostendeckend.<br />
Früher war es üblich, dass ein rechtsmedizinisches Institut seine Sockelfinanzierung hatte und über die Serviceleistungen zusätzliche Einnahmen erhielt.</p>
<p>Mittlerweile muss immer mehr Geld über die Gutachtertätigkeit erwirtschaftet werden.<br />
Wenn wir in die Situation kommen, finanziell von der Justiz abhängig zu sein, kann das die Unabhängigkeit der Gutachter gefährden.<br />
Das halte ich für eine sehr gefährliche Entwicklung!“</p>
<p><strong>puls.: „Wie sehen rechtsmedizinische Forschungsarbeiten aus?“<br />
</strong>M. V.: „Rechtsmediziner müssen als Sachverständige Aussagen vor Gericht so treffen, dass sie juristisch verwertbar sind.<br />
Es reicht nicht aus, zu sagen, dass Alkohol die Fahrtüchtigkeit herabsetzt. Stattdessen müssen wir benennen können, mit einem wie hohen Anteil an Alkohol im Blut die Fahrtüchtigkeit in welchem Ausmaß verringert wird.<br />
Genauso müssen wir auch für andere Substanzen –Drogen, Medikamente, u. ä. &#8211; angeben können, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie welche Wirkungen hervorrufen.<br />
Einige Fragen können wir experimentell beantworten: Etwa, wie hoch der Alkoholgehalt einer Speise nach dem Flambieren noch ist.<br />
In manchen Fällen können wir durch Vergleiche mit Tieren zu tragfähigen Aussagen kommen, in anderen Fällen helfen uns digitale Modelle weiter.<br />
Beide Methoden sind aber nur eingeschränkt übertragbar auf Menschen.</p>
<p>Da geplante Experimente mit illegalen Drogen oder Verletzungen an Menschen natürlich weder rechtlich noch ethisch eine Option darstellen, müssen wir alle einzelnen Fallstudien, die vorkommen, gut dokumentieren und publizieren. Solche Einzelberichte werden von vielen medizinischen Fachbereichen aber kaum als Forschungsarbeit gewürdigt. In Kliniken etwa hat man meistens eine größere Anzahl von Patienten für Studien. Dadurch wird unsere Forschungstätigkeit manchmal falsch eingeschätzt.“</p>
<p><strong>puls.:&#8221;In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland menschenverachtende Experimente durchgeführt. Darf die Rechtsmedizin oder die Medizin im Allgemeinen diese Erkenntnisse nutzen?“<br />
</strong>M. V.: „ Die Versuche waren furchtbar. Aber sie haben Resultate gebracht.<br />
Seitens der Rechtsmedizin haben wir beispielsweise bei einer interdisziplinären Tagung in Lübeck im Jahre 2002 diskutiert, ob wir die Ergebnisse aus diesen menschenverachtenden Versuchen zum Wohle der heutigen Menschen nutzen dürfen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir diese Resultate nutzen dürfen. Sonst würden die Opfer zweimal sterben.</p>
<p>Die ethische Diskussion, wozu Wissenschaft in der Lage ist, wenn Politik sie dazu treibt, ist hochaktuell.<br />
Im Nationalsozialismus wurde diese und andere menschenverachtende Forschung gefördert und gefordert! Man muss sich dieser ethischen Probleme bewusst sein, gerade unter dem ökonomischen Druck.<br />
Darum sehe ich die derzeitige starke Konzentration auf die Drittmittelforschung recht kritisch. Damit ist die Wissenschaft abhängig vom Mainstream.<br />
Jeder Wissenschaftler muss selbst nach dem ethischen Hintergrund fragen und sein eigenes Handel kritisch reflektieren!</p>
<p>Vor einiger Zeit gab es in einem Krankenhaus einen Vorfall, dass ein Arzt an Patienten ohne deren Kenntnis und Einwilligung neue Medikamente erprobt hatte. Als das bekannt wurde, wurde der verantwortliche Arzt als Versuchsleiter dafür verurteilt. Aber dann kam noch heraus, dass im Rahmen dieses unrechtmäßigen Experiments vier Doktorarbeiten bereits erfolgreich beendet waren und offensichtlich die Promotionskommission und zwei Gutachter unbemerkt passiert hatten. Die Doktoranden sagten, dass sie sich auf ihren Doktorvater verlassen haben. Die Gutachter und die Kommissionsmitglieder stellten sich auf den Standpunkt, dass es nicht ihre Aufgabe sei, den ethischen Hintergrund einer Arbeit zu bewerten und entschieden, dass zukünftig alle Promotionsvorhaben vor Beginn der Ethikkommission vorgelegt werden sollen.<br />
Das kann nicht richtig sein &#8211; jeder Wissenschaftler muss selbst nach dem ethischen Hintergrund seines Handelns fragen!<br />
Es gibt bei uns momentan einen Trend, alles von Ethik-Kommissionen beurteilen zu lassen. Damit gibt ein Wissenschaftler aber die Eigenverantwortung auf! Die Verantwortlichkeit wird an eine Institution verschoben. Ich meine, dass jeder Forscher den Anspruch haben sollte, sich den Frage nach der Ethik des eigenen Handelns zu stellen und seinen Horizont diesbezüglich ständig zu erweitern.“</p>
<p>puls. dankt Herrn Prof. Dr. Verhoff für das spannende Interview!</p>
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		<title>Rechtsmedizin (Teil 1): Dienst am Lebenden und am Toten</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2014 07:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rechtsmediziner sind mittlerweile mediale Helden: Die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta von Patricia Cornwell Die forensische Anthropologin „Bones“ Temperance Brennan von Kathy Reichs. Ulrich Mühe als Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar in „Der letzte Zeuge“. Auch im beliebten „Tatort“ werden sie immer häufiger &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/rechtsmedizin-teil-1-dienst-am-lebenden-und-am-toten">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Rechtsmediziner sind mittlerweile mediale Helden:<br />
Die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta von Patricia Cornwell<br />
Die forensische Anthropologin „Bones“ Temperance Brennan von Kathy Reichs.<br />
Ulrich Mühe als Gerichtsmediziner <a title="Arte: Der letzte Zeuge" href="http://www.arte.tv/de/ulrich-muehe/1573634,CmC=1576708.html" target="_blank">Dr. Robert Kolmaar in „Der letzte Zeuge“</a>.<br />
Auch im beliebten „Tatort“ werden sie immer häufiger zu tragenden Säulen der Handlung. Von dem skurril-genialen Prof. Börne mit Slapstick-Einlagen bis zu ernsthafteren Figuren jeglichen Gemüts im grünen Kittel.</p>
<p>Aber wie sieht der Alltag in einem universitären Institut für Rechtsmedizin aus?<br />
<strong>Prof. Dr. Marcel A. Verhoff ist seit Oktober 2013 der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität</strong>, sein Spezialgebiet ist die forensische Osteologie.<br />
Im puls.-Interview und gibt er einen spannenden Einblick in die Arbeit der Rechtsmedizin.</p>
<p><strong>puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, was sind die Aufgaben der Rechtsmedizin in unserer Zeit?“</strong><br />
M. V.: „Die meisten Menschen denken bei „Rechtsmedizin“ zuerst an die Obduktion von Verstorbenen.<br />
Das ist nur teilweise richtig.<br />
Zunächst sollte man dazu die Aufgabenbereiche der „Pathologie“ und der „Rechtsmedizin“ sorgfältig abgrenzen:<br />
Die Pathologie untersucht mittlerweile überwiegend Gewebe-Proben, die Anzahl der Sektionen ist hier bedauerlicherweise deutlich zurückgegangen. Dabei wäre dies sehr wichtig für die Überprüfung von Diagnostik und Therapie, also für die Qualitätssicherung in der Patientenversorgung. Allerdings müssen die Angehörigen des verstorbenen einer Sektion zustimmen und daran scheitert es dann oft. Immer wieder hört man aus dem klinischen Alltag, dass die behandelnden Ärzte des verstorbenen Patienten die Angehörigen gar nicht erst befragen, um so der Obduktion von vorneherein aus dem Weg zu gehen.</p>
<p>Die Rechtsmedizin setzt sich vielmehr mit Fragen der Justiz auseinander – dabei geht es um den Nachweis möglicher Gesetzesverstöße, mögliche krimineller Handlungen oder mögliche Gewaltopfer. Die Rechtsmediziner haben als sogenannte Sachverständige im Verfahren eine neutrale Position. Ob jemand eine kriminelle Handlung begangen hat oder ein Gewaltopfer geworden ist, kommt erst im Verlauf der Untersuchung heraus!<br />
Wenn ein Anfangsverdacht besteht, können wir im Auftrag der Ermittlungsbehörden tätig werden.<br />
Bei lebenden Menschen geht z.B. es um die Bereiche Häusliche Gewalt, Doping, Versicherungsbetrug, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch, Verkehrsdelikte oder ärztliche Behandlungsfehler.<br />
Wenn ein Arzt bei der regulären Leichenschau die Todesart nicht ganz zweifelsfrei als natürlich feststellen kann, muss er die Polizei informieren. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob die Gerichtsmedizin eingeschaltet wird.<br />
Die Rechtsmedizin besteht grundsätzlich aus den drei Bereichen Medizin/Morphologie, Toxikologie und der DNA-Analyse.<br />
Als Institut einer Universität sind für uns natürlich Lehre und Forschung wichtige Aufgaben, daneben stehen die Serviceleistungen – unsere Expertise für die Justiz.“<span id="more-9967"></span><!--more--></p>
<p><strong>puls.: „Welche Auswirkungen hat die Medienpräsenz auf die Lehre in der Rechtsmedizin? Wer ist Ihr persönlicher Favorit der Medien-Rechtsmediziner?“</strong><br />
M. V.: „Zu meinem Amtsantritt wurde eine Pressekonferenz einberufen – das hat mich schon ein wenig überrascht. Dieses Interesse ist positiv, denn wir Rechtsmediziner sind darauf angewiesen, dass uns die Öffentlichkeit wahrnimmt.<br />
Früher war unsere Disziplin eher im Hintergrund, das hat sich durch die Medienaktivitäten geändert.<br />
Die Medienpräsenz, vor allem die TV-Serien, haben einerseits zu einem sehr positiven Bild des Rechtsmediziners nach außen geführt und andererseits ein positives Bild eine starken Rechtsstaats vermittelt: „Wir finden alles ´raus“.<br />
Mein persönlicher Favorit war der verstorbene Ulrich Mühe in der Reihe „Der letzte Zeuge“.<br />
Etwa um die Jahrtausendwende sollten zahlreiche Rechtsmedizinische Institute geschlossen werden. Durch die Präsenz unserer Themen in der Öffentlichkeit konnte das weitgehend abgewendet werden. Letztlich geschlossen wurden nur die Institute in Marburg und Aachen.<br />
Allerdings sind die Stellen, vor allem die Lehrstühle, massiv zusammengestrichen worden. Das bedeutet z.B., dass heute in Instituten mit ehemals drei Professuren nur noch eine übrig geblieben ist. Oder ein außerplanmäßiger Professor (Apl. Prof.) leitet ein Institut zunächst kommissarisch und später offiziell und das Institut verfügt über keinen Lehrstuhl mehr. Das hat natürlich massive negative Auswirkungen auf die Forschung und Lehre.“ Da die rechtsmedizinische Lehre meist aus Gewohnheit und Überzeugung in hoher Qualität und Umfang aufrechterhalten wird, leidet die Forschung am meisten.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Hat die Medienpräsenz auch direkte Auswirkungen auf die Lehre und die Akzeptanz unter den Studierenden für das Fach?“</strong><br />
M. V.: „Die Studierenden sind heute viel frühzeitiger und besser über das Berufsfeld informiert.<br />
Ich habe das Studium Anfang der 1990-er Jahre begonnen und dieses Fach erst nach dem Physikum „entdeckt“. Regulär kommt man damit erst im 9. oder 10. Semester in Berührung. Für meine Famulatur in der Rechtsmedizin habe ich damals bis nach Kiel gehen müssen, das war noch gar an nicht in jeder Fakultät möglich. Für unser Institut ist mir darum sehr wichtig, dass wir das Praktikum „Berufsfelderkundung“, Famulaturen, das Wahltertial im „Praktischen Jahr“ (PJ) und Promotionen anbieten.“<br />
Um die Studierenden frühzeitig im Studium anzusprechen, biete ich begleitend zum Anatomie-Kurs die freiwillige Teilnahme an einer Sektion an.<br />
Außerdem halte ich im klinischen Studienabschnitt einen Kurs als Wahlpflichtfach in meinem Spezialgebiet, der Forensischen Anthropologie, da geht es vor allem um Osteologie und Bildidentifikation.“</p>
<p><strong>puls.: „Was ist Forensische Osteologie und Bildidentifikation?“</strong><br />
M. V.: „In der forensischen Osteologie geht es u. a. um Knochenfunde. Einzelne Knochen, Skelettteile oder ganze Skelette, die der Polizei gemeldet worden sind, müssen analysiert werden. Zuerst geht es natürlich darum, ob es überhaupt menschliche Knochen sind. Dann geht es um weitere Aussagen zu Alter, Liegedauer, Geschlechtsbestimmung oder Verletzungen – wir tragen alle Fakten zusammen.&#8221;</p>
<p>Bei der forensischen Bildidentifikation geht es um die Bildauswertung im Kontext der juristischen Verfolgung von Straftaten oder Vergehen. Wir werten etwa Photos aus, die bei Geschwindigkeitsübertretungen aufgenommen worden sind. Oder die Aufnahmen von Überwachungskameras während eines Banküberfalls. Das Abbild des Gesichts kann je nach Winkel der Aufnahme und Kameraabstand ganz schön variabel sein. Damit Bilder aber als Beweismittel vor Gericht Bestand haben, müssen wir sie mit möglichst geringem Restzweifel zuordnen. Durch verschiedene relative Maße in einem Gesicht – etwa die Relation von Höhe und Breite oder die relativen Abstände von Mund, Nase, Augen und Ohren – können wir belastbare Aussagen machen. Dann kann man verschiedene Bilder miteinander korrelieren oder ein Bild sicher einer Person zuordnen.“</p>
<p><strong>puls.: „Sie hatten in verschiedenen Interviews moniert, dass Morde unentdeckt bleiben könnten. Kommt das oft vor?“</strong><br />
M. V.: „Das wissen wir natürlich letztendlich nicht, aber es gab da schon einige Fälle, in denen Morde einfach übersehen worden waren und nur durch Glück bzw. Pech für den Täter ans Tageslicht kamen.<br />
Die reguläre Leichenschau durch einen herbeigerufenen Arzt muss nach festen Regeln ablaufen: Der Verstorbene muss entkleidet und von allen Seiten betrachtet werden. Schuss- oder Stichwunden, die Trockenheit im äußeren Mundbereich durch Ersticken, auffällige blaue Flecken oder ähnlich offensichtliche Folgen äußerer Gewalteinwirkung sollten dabei entdeckt werden.<br />
Das ist aber leider nicht immer der Fall.</p>
<p>Für eine Erdbestattung reicht die einfache, reguläre Leichenschau.<br />
Ein besonders skurriler Fall war, dass einem Bestatter auffiel, dass Blut aus einem Sarg tropfte. Dafür ist schon ziemlich viel Blut nötig, da der Sarg mit saugfähigem Material gefüllt ist. Der Bestatter suchte also nach der Ursache. Schließlich stellte sich heraus: Der Verstorbene hatte eine Stichwunde am Rücken<br />
So etwas hätte natürlich einem Arzt bei der Leichenschau auffallen müssen.</p>
<p>Für eine Feuerbestattung muss eine zweite Leichenbeschau durchgeführt werden, oft durch einen Rechtsmediziner.<br />
Dabei fallen dann auch manchmal unnatürliche Todesursachen auf: Wir hatten einen Fall mit dem Leichnam eines sehr alten Mannes, der hatte ein großes Pflaster im Brustbereich. Das Pflaster war dilettantisch angelegt und bestand aus Taschentüchern und Klebeband – so etwas hätte kein medizinisches Personal gemacht. Und unter dem Pflaster war eine Messerstichwunde!&#8221;</p>
<p><em>Lesen Sie morgen Teil 2 des Interviews.</em></p>
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		<title>Europäische Impfwoche: „Impfen fürs Leben“</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Apr 2014 07:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[„„Impfen fürs Leben“ ist das Motto der Europäischen Impfwoche vom 22.04 bis zum 26.04.2014. Mit Impfungen kann man sich effektiv vor vielen Infektionskrankheiten schützen, in der Kindheit, in der Jugend, im Erwachsenenalter. Die Impfquoten der Schulanfänger in Deutschland sind in &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/europaeische-impfwoche-impfen-fuers-leben">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„<strong>„Impfen fürs Leben“</strong> ist das Motto der Europäischen Impfwoche vom 22.04 bis zum 26.04.2014. Mit Impfungen kann man sich effektiv vor vielen Infektionskrankheiten schützen, in der Kindheit, in der Jugend, im Erwachsenenalter.<br />
Die Impfquoten der Schulanfänger in Deutschland sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, aber bei den Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B müssen die Impfquoten weiter verbessert werden. Problematisch sind vor allem die Masern-Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch die zu geringen Impfquoten für Influenza- und Pneumokokken-Schutzimpfung bei Älteren und chronisch Kranken. Die Impfquoten bei Schulanfängern im Jahr 2012 hat das RKI im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht (Ausgabe 16/2014).“ (<a title="RKI Europäische Impfwoche" href="http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2014/06_2014.html" target="_blank">Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts zur Europäischen Impfwoche 2014</a>).</p>
<p>In Deutschland kommt es vor allem wegen der Impfungen gegen „Kinderkrankheiten“ wie Masern und Polio immer wieder zu Diskussionen.<br />
Der Begriff „Kinderkrankheiten“ hört sich scheinbar harmlos an.<br />
Das ist ein Trugschluss!<br />
Kinderkrankheiten sind die Krankheiten, an denen Kinder sterben können.<br />
Oder Gesundheitsschäden für ihr restliches Leben.<span id="more-9932"></span><!--more--><!--more--></p>
<p>Trotz steigender Impfquoten der Schulanfänger in Deutschland sollten die Quoten der Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B noch weiter verbessert werden. „Problematisch sind vor allem die Masern-Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch die zu geringen Impfquoten für Influenza- und Pneumokokken-Schutzimpfung bei Älteren und chronisch Kranken“, meint Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts (<a title="RKI Europäische Impfwoche" href="http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2014/06_2014.html" target="_blank">Pressemitteilung RKI</a>).<!--more--></p>
<p>Als angehende Ärztinnen und Ärzte werden viele von Ihnen gelegentlich mit dem Thema „Impfen“ zu tun haben. „Eine wichtige Aufgabe des Arztes besteht darin, für einen ausreichenden Impfschutz der von ihm betreuten Patienten zu sorgen. Bedeutsam ist dabei, die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern frühzeitig entsprechend den STIKO-Empfehlungen und ohne unnötige Verzögerungen zu beginnen sowie zeitgerecht abzuschließen. Nach der Grundimmunisierung stellen regelmäßige Auffrischimpfungen bis zum Lebensende sicher, dass der notwendige Impfschutz erhalten bleibt und &#8211; wenn indiziert &#8211; ein Impfschutz gegen weitere impfpräventable Infektionskrankheiten aufgebaut wird. Individuelle Fragen zu Impfungen sollten mit dem verantwortlichen Arzt im Rahmen der gesetzlichen Aufklärungspflicht besprochen werden.“ schreibt das RKI dazu. Dafür gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) ständig aktualisierte Empfehlungen heraus.<br />
In den letzten Jahren kommt es zunehmend zu „Impfskepsis“ und „Impfmüdigkeit“, was in Europa zu regelrechten Masernepidemien geführt hat. Die Auseinandersetzung wird mit harschen Worten geführt, beide Seiten sprechen von Körperverletzung. Vor allem Kinder- und  Hausärzte müssen nicht oder schlecht informierten Patienten die Vorzüge der Impfungen erklären. Dabei tritt oft ein Kommunikations-Problem auf: Wenn Arzt der Ärztin sachlich wissenschaftliche Resultate erklären, ist das für manche Menschen schwierig zu verstehen. Wenn hingegen prominente Schauspielerinnen blumige Behauptungen über den angeblichen Zusammenhang zwischen Masernimpfung und Autismus aufstellen, prägt sich das offenbar viel besser ein: „Narratives Erzählen bleibt bei Patienten besser im Gedächtnis als die neutrale, emotionslose Sprache der Wissenschaft. Das ist eine wichtige Erkenntnis für werdende Ärzte: “Wissenschaftliche Artikel sind von sich aus leidenschaftslos und erzählen keine Geschichte”, schreiben Meisel und Karlawish in ihrem Kommentar “Wir sollten Geschichten dazu nutzen, Patienten verständlich zu machen, was wissenschaftlich bewiesen ist und was nicht.” meinen die Meisel und Karlawish, in ihrem Artikel “<a title="Narrative versus Evidence-Based Medicine - And, Not Or" href="http://jama.ama-assn.org/content/306/18/2022.full">Narrative vs Evidence-Based Medicine—And, Not Or</a>“ (Journal of the American Medical Association (JAMA. 2011;306(18):2022-2023. doi: 10.1001/jama.2011.1648).<br />
Lesen Sie dazu mehr in „<a title="Forschung: Narratives Erzählen für besseres Verständnis" href="http://puls.meertext.eu/forschung-narratives-erzahlen-fur-besseres-verstandnis" target="_blank">Narratives Erzählen für besseres Verständnis</a>“ (Wie man Eltern von der Masernimpfung überzeugt).</p>
<p>Und den puls.-Beitrag zur Schluckimpfung gegen Kinderlähmung: „<a title="Nachruf Hilary Koprowski: Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist bitter" href="http://puls.meertext.eu/nachruf-hilary-koprowski-schluckimpfung-ist-sus-kinderlahmung-ist-bitter" target="_blank">Nachruf Hilary Koprowski: Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist bitter&#8221;</a></p>
<p>Das Prinzip des Impfens ist übrigens nicht nur unter Menschen verbreitet, sondern auch unter Ameisen: &#8220;<a title="Forschung: Ameisen impfen Ameisen" href="http://puls.meertext.eu/forschung-ameisen-impfen-ameisen" target="_blank">Ameisen</a> impfen Ameisen&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Emotionale und soziale Robotik im Alter (ERimAlter) &#8211; ein Bericht aus der Praxis</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2014 07:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Können bestimmte Roboter-Artefakte  kranken älteren Menschen den Alltag erleichtern, indem sie auf ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse eingehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt &#8220;ER im Alter&#8221; mit dem Untertitel „Chronische Krankheit, Funktionsverlust und Funktionserhalt im Alter – Soziale &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/emotionale-und-soziale-robotik-im-alter-erimalter-ein-bericht-aus-der-praxis">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Können bestimmte Roboter-Artefakte  kranken älteren Menschen den Alltag erleichtern, indem sie auf ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse eingehen?<br />
Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt <a title="Allgemeinmedizin ER im Alter" href="http://www.allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de/forschung7/erimalter.html" target="_blank">&#8220;</a><b>ER im Alter&#8221;</b> mit dem Untertitel „<b>Chronische Krankheit, Funktionsverlust und Funktionserhalt im Alter – Soziale und emotionale Ansprache durch Technik“. </b></p>
<p><strong>Diplom-Psychologe Arthur Schall vom Arbeitsbereich Altersmedizin</strong> erzählt im puls.-Interview über den Einsatz unterschiedlicher Arten von Robotertechnik: „Grundsätzlich gibt es <b>Service-Roboter</b> für spezielle Aufgaben wie Staubsaugen, Fensterputzen und andere kleine alltägliche Arbeiten sowie <b>Soziale Assistenzroboter</b> für funktionale und emotionale Bedürfnisse. Der <a title="Care o Bot" href="http://www.care-o-bot.de/de/care-o-bot-3.html" target="_blank">Caro-O-Bot 3 </a>des Fraunhofer-Instituts wäre so ein Prototyp eines Service-Roboters &#8211; eine Art Butler, der z. B. Getränke bringen kann. Allerdings ist dieser noch nicht auf dem Markt. Die Stärken der <b>Sozialen Assistenzroboter</b> liegen dagegen in der Interaktion, Kommunikation und dem Companionship.<br />
Companionship bedeutet in diesem Fall „Gesellschaft leisten“ &#8211; so ein Companion-Roboter kann zum Gefährten werden.<br />
Dabei wird zwischen sogenannten <b>Telepräsenzrobotern</b> und echten <b>Emotionalen Robotern</b> unterschieden. In manchen Ländern (z.B. Japan) sind solche sozial-emotionalen Roboter in der Altenbetreuung bereits im Einsatz, in Deutschland, bis auf ganz wenige Ausnahmen, allerdings noch nicht.“</p>
<h4>Was kann „Kumpel Roboter“?</h4>
<p>Telepräsenzroboter ist ein ferngesteuertes, fahrbares und bewegliches Display mit Mikrofon und Webcam, das der Kommunikation zwischen Personen an verschiedenen Orten dient. Im Bereich der Betreuung von älteren Menschen könnte ein solches Artefakt virtuelle Unterstützung und Kommunikation zur besseren Bewältigung des Alltags bieten, z. B. bei der Einnahme von Medikamenten oder bei der Verrichtung von häuslichen Tätigkeiten. Solche Roboter werden beispielsweise in den USA bereits testweise eingesetzt. Ein Beispiel dafür wäre ein Schüler, der wegen einer Erkrankung in Quarantäne ist, seinen Telepräsenzroboter jedoch in die Schule steuern, über den Bildschirm am Unterricht teilnehmen und auf diese Weise interaktiv kommunizieren kann.</p>
<p><b>Sozial-emotionale Roboter </b>haben meist das Aussehen von Haus- oder Kuscheltieren – und auch vergleichbare Aufgaben. Diese Roboter sind zuständig für Stimmungslage und Emotionen und könnten manchmal einen Ersatz für die sehr erfolgreiche Tiertherapie bieten, da sie strapazierfähiger, hygienischer und dadurch sicherer sind als echte Tiere. <span id="more-9919"></span>Selbst trainierte Therapiehunde können manchmal an ihre Grenzen kommen und beißen. Ein Roboter muss dagegen nicht gefüttert, zum Tierarzt gebracht oder „Gassi geführt“ werden. Emotionale Roboter sind also geeignet für Menschen, die gern ein Haustier hätten, dies aber aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar ist.</p>
<h4>Sozial-emotionale Roboter – in Deutschland noch ein Tabu-Thema?</h4>
<p>Die meisten dieser sozial-emotionalen Roboter kommen heute aus Japan, wo sie im Bereich der Altenpflege schon gute Arbeit leisten. Der erfolgreichste unter ihnen ist der einer Baby-Robbe nachempfundene Roboter „Paro“, daneben gibt es aber auch noch andere in Form von Dinosauriern oder Comic-Figuren. Die Roboter-Robbe reagiert bei Kontakt mit Menschen und kann je nach Art der Berührung den Kopf heben, Flossen und Augen bewegen und Laute äußern. Sie hat einen Tag- und Nacht-Rhythmus und kann auch von sich aus Verhalten zeigen, um auf sich aufmerksam zu machen. In Japan ist die Akzeptanz für Roboter in der Bevölkerung ziemlich hoch, da die Technik dort kulturell eine größere Rolle spielt. Viele Japaner sind äußerst technikbegeistert und den Innovationen in diesem Bereich, selbst anthropomorphen Maschinen gegenüber, durchaus positiv eingestellt.<br />
Das ist in Deutschland ein wenig anders: Auch wenn die Roboter-Robbe „Paro“ bereits in einer Reihe von Pflegeeinrichtungen eingesetzt wird, ist hierzulande die Ablehnung Technik gegenüber höher. Vor allem, wenn es um Roboter in Menschengestalt geht. Dahinter steht die Befürchtung, dass „kalte Maschinen“ Pflegepersonal und menschliche Zuwendung ersetzen könnten. Die Roboter sollen und können aber keineswegs Personal ersetzen, sie sollen vielmehr zusätzlich eingesetzt werden.</p>
<p>„Die Ablehnung eines emotionalen Roboters ist übrigens umso stärker, je ähnlicher die Maschine ihrem natürlichen Vorbild (Mensch, Katze etc.) ist und je weniger sie dabei gleichzeitig die geweckten Erwartungen erfüllt: Ein Katzenroboter, der im Ruhezustand eine positive Wirkung erzielt, stößt durch seine ruckelnden Bewegungen auf stärkere Ablehnung, da man mit einer Katze elegante, flüssige Bewegungsabläufe assoziiert“, erläutert Arthur Schall aus psychologischer Sicht.</p>
<p>Der Robbenroboter ist da wenig problematisch: Eine Robbe bewegt sich an Land ohnehin weniger und nicht so elegant, dazu kennen die meisten Menschen Robben in natura kaum.<br />
In Japan gleichen manche Roboter auch Fantasy- oder Comic-Figuren, die in der Kultur einen wesentlich höheren Stellenwert haben und mit ihrem übersteigerten Kindchenschema (Manga-Comics) auf viele Menschen automatisch anziehend wirken.</p>
<p>„Auch die meisten entsprechenden Studien kommen aus Japan – oftmals mit sehr positiven Ergebnissen, was nicht verwunderlich ist, da diese „Forschung“ häufig von den Herstellern selbst in Auftrag gegeben und finanziert wird. Eine gewissen Prädisposition, zu kleine Stichproben, fehlende Kontrollgruppen und mangelhafte Standardisierung der Kontexte sorgen dann dafür, dass deren wissenschaftlicher Aussagewert durchaus kritisch zu sehen ist“, erklärt der Psychologe.</p>
<h4>Sind japanische Roboter auch für deutsche Klienten geeignet?</h4>
<p>Aufgrund der kulturellen Unterschiede zwischen Japan und Deutschland sind wichtige Fragestellungen in diesem Zusammenhang: Können sozial-emotionale Roboter aus anderen Kulturkreisen ohne weiteres auf den deutschen Markt übertragen werden? Oder müssen sie modifiziert und an unsere spezifischen kulturellen und pflegerischen Kontexte angepasst werden, um eine höhere Akzeptanz zu erzielen?<br />
Zur Klärung dieser Fragestellungen bedarf es belastbarer Studien  zum Bedarf, den Akzeptanzvoraussetzungen und den Einsatzmöglichkeiten in Deutschland. Doch wie und wodurch wird die Akzeptanz der Geräte beeinflusst?<br />
„Unser Pilot-Projekt ist eine großangelegte Bedarfs- und Akzeptanzerhebung, in der auch untersucht wird, welche Wege man gehen könnte, um hierzulande erfolgreiche und akzeptierte sozial-emotionale Roboter-Artefakte für den deutschen Markt zu entwickeln“, führt Arthur Schall aus.</p>
<p>Dies wird untersucht anhand von zwei exemplarischen Artefakten, der oben bereits vorgestellten japanischen Roboter-Robbe „Paro“ und dem schwedischen Telepräsenzroboter „Giraff“.</p>
<p><b>Die Robbe</b> „Paro“ wirkt mit ihrem weißen Fell, den großen schwarzen Kulleraugen, ihren Proportionen und den ungelenken Bewegungen „unschuldig“, „hilflos“ und „süß“. Das Kindchenschema in Perfektion!<br />
Übrigens: „Paro“ isst keine Fische, sondern lutscht Strom: Der Stecker zum Aufladen in Form eines Schnullers wird direkt ins Maul gestöpselt.<br />
„Die Robbe „Paro“ hat einen ausgeprägten Aufforderungscharakter, sorgt für positive Emotionalisierung und lädt automatisch zur Interaktion ein“, meint Schall. „Selbst Personen, die auf die Bilder der Roboter-Robbe zunächst eher reserviert reagieren, beginnen beim persönlichen Kontakt mit ihr, sie unwillkürlich zu streicheln oder mit ihr zu sprechen.“<br />
Für den Umgang mit der Robbe bedarf es übrigens keiner technischen Kenntnisse, denn der Umgang mit ihr ist ganz intuitiv. Im Moment ist sie allerdings noch sehr teuer – etwa 5.000 € pro Stück. Es gibt aber auch deutlich günstigere Modelle von emotionalen Robotern, wie den Saurier „Pleo“, der ebenfalls Stimmen erkennt, sich bewegen kann, auf Licht und Dunkelheit reagiert und den man sogar mit einem speziellen „Laubblatt“ „füttern“ kann.<br />
„Wichtige Parameter für die Akzeptanz der emotionalen Roboter sind die Haptik der Oberfläche und  die Stimme“, erklärt der Psychologe. Und da ist die Robbe dem Dino eben überlegen.<br />
Vielleicht sollte jemand dem „Pleo“-Produzenten erklären, dass einige Dinos durchaus auch ein kuscheliges Gefieder hatten? Das dürfte eine sehr angenehme Haptik haben.</p>
<h4>Gibt es in Deutschland einen Bedarf für sozial-emotionale Roboter in der Pflege? Und wie sieht es mit der Akzeptanz solcher Artefakte aus?</h4>
<p>Im Rahmen des Forschungsprojekts <b>„Emotionale und soziale Robotik im Alter (ERimAlter)“</b> wurde eine komplexe Studie zur Befragung von älteren Menschen, pflegenden Angehörigen, Pflegepersonal ohne und mit Roboter-Erfahrung und Entscheidern (z.B. Pflegedienstleitung) entwickelt.<br />
Diese Experteninterviews verlaufen in vier Stufen:<br />
1. Inaktive Vorstellung der Roboter-Artefakte: Fotos und Beschreibungen<br />
2. Aktive Vorstellung der Roboter-Artefakte: Film<br />
3. Direkte persönliche Interaktion mit den Roboter-Artefakten<br />
4. Anwendungsbeispiele für Roboter-Artefakte: Film<br />
Nach jeder Stufe füllen die Befragten umfangreiche Fragebögen aus und beantworten u.a. Fragen zur Nützlichkeit, Handhabung und Anwendungsmöglichkeiten.</p>
<p>Zu Anfang reagieren manche Interview-Teilnehmer etwas ablehnend: Oft bestehen gewisse Ängste vor den Robotern oder Vorurteile – die potentiellen Nutzer befürchten, die Technik nicht zu verstehen oder „etwas kaputt zu machen“. Dazu kommen Vorbehalte gegenüber dem Einsatz von Robotern in der Pflege und Betreuung von älteren Menschen.<br />
Auch wenn die Befragten zu Beginn des Interviews bei der theoretischen Vorstellung der Roboter noch etwas zurückhaltend sind, lassen sie sich beim persönlichen Umgang mit einem emotionalen Roboter dann doch schnell „verzaubern“.<br />
„Erste Ergebnisse zeigen: Von Stufe zu Stufe nimmt die Akzeptanz zu! Wir haben beobachtet, dass selbst skeptische Personen mit der kuscheligen Roboter-Robbe schnell in Kontakt treten. Die Robbe lädt ja auch mit ihren Bewegungen, Blicken und Geräuschen förmlich zu einem interaktiven Austausch ein“, berichtet Arthur Schall.</p>
<h4>Sind sozial-emotionale Roboter ethisch bedenklich?</h4>
<p>Dürfen wir Maschinen wie emotionale Roboter in der Betreuung und Pflege von Menschen dulden?<br />
Ist dies ethisch vertretbar?  Ethische Fragestellungen beim Einsatz von sozial-emotionalen Robotern in der Betreuung und Pflege von älteren und chronisch kranken Menschen sind ein komplexes und heikles Feld. Häufig nehmen Diskussionen in diesem Kontext einen recht emotionalen Charakter an. Auf alle Fälle ist es wichtig zu sagen, dass die Maschinen keineswegs menschliche Zuwendung ersetzen sollen, sondern den Pflegenden in gewissen Situationen unterstützend und helfend zur Seite stehen. Jeder Mensch weiß, dass ein Kind sich durch sein geliebtes Kuscheltier besser und schneller beruhigt oder besser einschläft. Den gleichen Effekt kann auch ein Kuschelkissen haben – ebenso auf Erwachsene. Für viele Menschen in Deutschland sind außerdem Hunde oder Katzen wichtige Bezugswesen. All diese Dinge oder Tiere sorgen für mehr Wohlbefinden und „streicheln“ die Psyche der Besitzer.<br />
Auch emotionale Roboter könnten durch ihre entspannende Wirkung das Wohlbefinden steigern und z.B. bei demenziell erkrankten Menschen positive Emotionen wecken.<br />
Besonders dort, wo die Haustierhaltung schwierig oder unmöglich ist.<br />
Besonders dann, wenn gerade kein Mensch zur Stelle sein kann.<br />
Sie sind immer da, immer gut gelaunt und haben immer Zeit. Und haben dafür keine Nebenwirkungen.<br />
Sie könnten ein zusätzlicher Schritt sein für etwas mehr Lebensqualität für Menschen mit Demenz.<br />
Neben der persönlichen Zuwendung.</p>
<p>Das Forschungsprojekt &#8220;<b>ER im Alter&#8221;</b> mit dem Untertitel „<b>Chronische Krankheit, Funktionsverlust und Funktionserhalt im Alter – Soziale und emotionale Ansprache durch Technik“ </b>ist ein interdisziplinäres Pilotprojekt. Es ist eine im Rahmen des BMBF-Schwerpunktes „Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel“ geförderte Kooperation des Forums Alternswissenschaften und Alterspolitik, von Seiten der Goethe-Universität vertreten durch den Arbeitsbereich Altersmedizin (Prof. Dr. J. Pantel) und die Abteilungen Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. M. Knopf) und Interdisziplinäre Alternswissenschaft (Prof. Dr. F. Oswald) und von Seiten der FH-Frankfurt durch den Fachbereich Soziale Arbeit (Prof. Dr. B. Klein).</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Musik hilft, wenn die Worte fehlen – Kreative Therapien für Menschen mit Demenz</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2014 08:14:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorklinik]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A. hat Musik- und Kunstwissenschaft und Psychologie studiert. Er arbeitet interdisziplinär im Arbeitsbereich Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Pantel am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Klangbrücken“ helfen &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/musik-hilft-wenn-die-worte-fehlen-kreative-therapien-fuer-menschen-mit-demenz">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A. </b>hat Musik- und Kunstwissenschaft und Psychologie studiert.<br />
Er arbeitet interdisziplinär im Arbeitsbereich Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Pantel am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt.</p>
<h4>„Klangbrücken“ helfen Menschen mit Demenz</h4>
<p>In einer quantitativen Pilotstudie im Rahmen des Praxis-Forschungsprojekts <strong>„Klangbrücken“</strong> haben Arthur Schall und seine Kollegen die Effekte von <strong>Einzelmusiktherapie bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz im häuslichen Setting</strong> untersucht.<br />
Bisher gab es dazu vor allem qualitative Studien, wie z.B. Erfahrungsberichte oder Falldarstellungen, mit sehr kleinen Stichproben. In den wenigen quantitativen Untersuchungen zur Wirkung von Musiktherapie bei Demenz wurden beispielsweise der kognitive Zustand oder bestimmte psychopathologische Symptome vor und nach der Therapie erfasst und dann verglichen. Meistens war das Ergebnis, dass die Therapie den Zustand des Teilnehmers kaum oder gar nicht verbessert hat.<br />
Diese negativen Ergebnisse stehen jedoch im signifikanten Widerspruch zu Beobachtungen von Musiktherapeuten und Angehörigen &#8211; die demenziell erkrankten Teilnehmer zeigen während der Therapie sehr wohl positive Reaktionen!<br />
Allerdings sind diese Effekte nur schwierig zu messen  und statistisch nachzuweisen.<span id="more-9917"></span></p>
<h4>Positive Auswirkungen der Musiktherapie sind quantitativ erfaßbar!</h4>
<p>Um die positive Wirkung von Musiktherapie zu quantifizieren, haben Arthur Schall und seine Kollegen in ihrer Pilotstudie die Zeitreihenanalyse angewandt. Dieser methodische Ansatz dient normalerweise zur Analyse von Börsenkursen oder meteorologischer Daten. Zunächst wurden die Teilnehmer während der ca. 45-minütigen Musiktherapiesitzungen auf Video aufgenommen.<br />
Anschließend wurde jedes Video in 30-sekündige Sequenzen aufgeteilt und von zwei geschulten und unabhängigen Beobachtern mit Hilfe spezieller Rating-Instrumente ausgewertet. Für jeden einzelnen Messzeitpunkt konnten auf diese Weise die Kommunikationsfähigkeit, das Wohlbefinden sowie der Ausprägungsgrad positiver Emotionen von Menschen mit Demenz detailliert analysiert werden. Allein 14 Items haben das verbale und nonverbale Kommunikationsverhalten, wie z.B. Blickkontakt, Lautäußerungen oder sinnvolle Interaktion,  gemessen.</p>
<p>Die Ergebnisse der quantitativen Auswertung der musiktherapeutischen Sitzungen mittels Zeitreihenanalyse zeigten deutlich: Durch Einzelmusiktherapie lassen sich die nonverbale Kommunikation und das Wohlbefinden der demenziell erkranken Menschen signifikant verbessern.<br />
Eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Musiktherapie ist die sorgfältige Kenntnis der musikalischen Biographie der Klienten: Welche Musik wurde früher gern gehört? Bestehen aktive Musiziererfahrungen wie Spielen auf einem Musikinstrument, Singen im Chor oder ähnliches, an die man anknüpfen kann.<br />
Das Wissen um persönliche biographische Aspekte ist natürlich auch für andere kreative Therapieansätze eine wichtige Erfolgsgrundlage.</p>
<h4>Kunstbegegungen im Museum</h4>
<p>Ein weiteres, demnächst beginnendes kreativtherapeutisches Forschungsprojekt ist <a title="Allgemeinmedizin Uni Frankfurt Kunstbegegnung imMuseum" href="http://www.allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de/forschung7/kunst.html" target="_blank">„Kunstbegegnungen im Museum“</a>, einer Kooperation des Arbeitsbereichs Altersmedizin mit dem Städel Museum in Frankfurt am Main. Mit diesem Projekt soll die soziokulturelle Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen gefördert werden.<b><br />
</b>Die Diagnose „Demenz“ ist für Betroffene und Angehörige oft sehr erschreckend. Viele Menschen ziehen sich danach zurück. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nehmen die kognitiven Fähigkeiten ab, wodurch auch die Kommunikation immer schwieriger wird. Im Zentrum des Projekts stehen interaktive thematische Kunstführungen in Kleingruppen, die speziell auf Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Im Anschluss an die Führungen mit ausgewählten Kunstwerken können die Teilnehmer in den Atelierräumen selbst kreativ tätig werden, etwa durch Malen. Unter sachkundiger kunstpädagogischer Anleitung könnten die Teilnehmer ihre Hemmschwellen überwinden, was die Museumsführungen und die kreative Atelierarbeit zu positiven gemeinsamen Erlebnissen für die demenziell erkrankten Menschen und ihre Angehörigen machen würde.<br />
Menschen mit Demenz werden also durch Malen oder Musizieren deutlich entspannter und fühlen sich wohler!<br />
Sie finden über diese nonverbalen kreativen Ausdrucksformen offenbar ein emotionales Ventil.</p>
<p>Gar nicht überraschend: Denn durch Kunst oder Musik können sich auch die Menschen ausdrücken, deren kognitive und sprachliche Fähigkeit durch die Demenz beeinträchtigt ist. Auch mit ihren Angehörigen können sie auf diese Weise wieder kommunizieren.<br />
Allerdings brauchen solche Konzepte, um Erfolg zu haben, unbedingt psychologisches Knowhow. Ihr Erfolg lässt sich am besten garantieren, wenn sie angemessen wissenschaftlich begleitet werden.</p>
<p>Das Musiktherapie-Projekt und  ähnliche Projekte wurden in der Sendung „Quarks und Co“ vorgestellt: „Demenz: Die unbekannte Krankheit“ vom 25. März 2014. Hier finden Sie eine Aufzeichnung der Sendung.</p>
<p>Lesen sie dazu auch:<a title="Musik hilft, wenn Worte fehlen" href="http://www.muk.uni-frankfurt.de/47750439/209" target="_blank"><b><br />
Musik hilft, wenn Worte fehlen- </b><i>Musiktherapie fördert Wohlbefinden und emotionalen Ausdruck</i></a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Informationsveranstaltung PJ 11-14</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/informationsveranstaltung-pj-11-14</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2014 07:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[PJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Einladung zur Informationsveranstaltung für das Praktische Jahr mit Beginn 17. November 2014 (PJ 11-14) am Dienstag, 27. Mai 2014, 16:15 Uhr, Haus 23, H23-3. Inhalte: Einzelheiten zu den Fristen &#38; Terminen, Anmeldung zum Staatsexamen, zur Online-Anmeldung und Einteilung Ihrer PJ-Plätze &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/informationsveranstaltung-pj-11-14">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Einladung zur Informationsveranstaltung für das Praktische Jahr mit Beginn 17. November 2014 (PJ 11-14) </b>am<br />
<b>Dienstag, 27. Mai 2014, 16:15 Uhr, Haus 23, H23-3.</p>
<p>Inhalte:<br />
</b></p>
<ul>
<li>Einzelheiten zu den Fristen &amp; Terminen,</li>
<li>Anmeldung zum Staatsexamen,</li>
<li>zur Online-Anmeldung und</li>
<li>Einteilung Ihrer PJ-Plätze</li>
<li>und den weiteren Ablauf bis zum Beginn des Praktischen Jahres.</li>
</ul>
<p>Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, im Foyer von Haus 23 einige der Akademischen Lehrkrankenhäuser kennen zu lernen und sich auszutauschen</p>
<p>Aktuelle Informationen finden Sie <a title="Informationsveranstaltung zum PJ 11 14" href="http://www.med.uni-frankfurt.de/stud_med/pj/index.html" target="_blank"> hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
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		<title>BVMD-Präsident Kraef im Interview: „Was muss sich in der Medizinerausbildung ändern?“</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/bvmd-praesident-kraef-im-interview-was-muss-sich-in-der-medizinerausbildung-aendern</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Apr 2014 09:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Famulatur]]></category>
		<category><![CDATA[Klinik]]></category>
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		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Kraef ist seit dem 01. 01.2014 Präsident der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (BVMD). Er studiert Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In dem Interview „Wir brauchen mehr Ärztevorbilder in den Praxen“ erklärt Christian Kraef, wie Studierende besser &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/bvmd-praesident-kraef-im-interview-was-muss-sich-in-der-medizinerausbildung-aendern">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Christian Kraef ist seit dem 01. 01.2014 Präsident der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (BVMD). Er studiert Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.<br />
In dem Interview „Wir brauchen mehr Ärztevorbilder in den Praxen“ erklärt Christian Kraef, wie Studierende besser auf den Alltag als niedergelassener Arzt vorbereitet werden können.<br />
Die universitären Lernveranstaltungen, auch den klinischen Praxis-Veranstaltungen, stellen i. d. R.  den Alltag eines Krankenhaus-Arztes vor. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind in der Lehre äußerst selten anzutreffen. Dazu kommt, dass &#8211; wenn Studierende dann doch in eine Praxis kommen &#8211; sie zunächst einen regelrechten Schock erleiden.<span id="more-9906"></span><!--more--></p>
<p>Christian Kraefs Empfehlungen für ein realitätsnahes Medizinstudium:</p>
<p>- Betriebswirtschaftliche Kurse<br />
- positive Rollenvorbilder von niedergelassenen Ärzten<br />
- eine Stärkung der Allgemeinmedizin<br />
- bessere Weiterbildungsangebote nach dem Studium</p>
<p>Eine Weiterbildung, die jungen Ärzten den Start in die eigene Praxis deutlich erleichtern dürfte, gibt es bereits:<br />
Die Universitäten Frankfurt am Main und Marburg unterstützen Ärzte in Weiterbildung, die gerne AllgemeinmedizinerInnen werden möchten, und haben dafür <strong>Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin</strong> gegründet. Diese praxisnahe Weiterbildung aus einem Seminar- und Mentoring-Programm findet sowohl in Praxen als auch in Krankenhäusern statt.<br />
Lesen Sie dazu mehr auf puls.:</p>
<p><a title="Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen (Teil 1)" href="http://puls.meertext.eu/kompetenzzentren-weiterbildung-allgemeinmedizin-hessen-teil-1" target="_blank">Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen (Teil 1)</a></p>
<p><a title="Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen (Teil 2):  Seminar- und Mentoring-Programm" href="http://puls.meertext.eu/kompetenzzentren-weiterbildung-allgemeinmedizin-hessen-teil-2-seminar-und-mentoring-programm" target="_blank">Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen (Teil 2): Seminar- und Mentoring-Programm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Termine: Einteilung für OSCEs Chirurgie/Orthopädie und Gynäkologie</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/termine-einteilung-fuer-osces-chirurgieorthopaedie-und-gynaekologie</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 13:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://puls.meertext.eu/?p=9875</guid>
		<description><![CDATA[Die Einteilung für Ihre OSCEs Chirurgie/Orthopädie und Gynäkologie finden Sie in OLAT. Folgender Link führt Sie direkt zur Einteilung. Wir bitten Sie, sich hier anzumelden, damit wir Ihnen Veränderungen per Mail zukommen lassen können: https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331 Dr. Richard Melamed Jutta Badina &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/termine-einteilung-fuer-osces-chirurgieorthopaedie-und-gynaekologie">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einteilung für Ihre <strong>OSCEs Chirurgie/Orthopädie und Gynäkologie</strong> finden Sie in OLAT.<br />
Folgender Link führt Sie direkt zur Einteilung. Wir bitten Sie, sich hier anzumelden, damit wir Ihnen Veränderungen per Mail zukommen lassen können:<br />
<a href="https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331" target="_blank">https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331</a></p>
<p>Dr. Richard Melamed<br />
Jutta Badina<br />
Akademisches Prüfungsamt</p>
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		<item>
		<title>Termine: OSCE-Innere Medizin Einteilung für April 2014</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/termine-osce-innere-medizin-einteilung-fuer-april-2014</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Apr 2014 15:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Einteilung für Ihre OSCE Innere Medizin finden Sie in OLAT. Folgender Link führt Sie direkt zur Einteilung. Wir bitten Sie, sich hier anzumelden, damit wir Ihnen Veränderungen per Mail zukommen lassen können: https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331 Dr. Richard Melamed Jutta Badina Akademisches &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/termine-osce-innere-medizin-einteilung-fuer-april-2014">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einteilung für Ihre <b>OSCE Innere Medizin </b>finden Sie in OLAT.<br />
Folgender Link führt Sie direkt zur Einteilung. Wir bitten Sie, sich hier anzumelden, damit wir Ihnen Veränderungen per Mail zukommen lassen können:<br />
<a href="https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331" target="_blank">https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/repo/go?rid=2195128331</a></p>
<p>Dr. Richard Melamed<br />
Jutta Badina<br />
Akademisches Prüfungsamt</p>
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