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	<title>puls. &#187; Erfahrungsbericht</title>
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	<description>News-Magazin des FB Medizin der Goethe-Uni</description>
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		<title>Rechtsmedizin (Teil 2): Forschung, Ethik, und unabhängige Sachverständige für die Justiz</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<description><![CDATA[(2. Teil des Interviews mit Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, dem Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität) puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, wie sieht die Zusammenarbeit mit der Polizei oder Gerichten im Alltag aus?“ M. V.: „Die Grundannahme ist, &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/rechtsmedizin-teil-2-forschung-ethik-und-unabhaengige-sachverstaendige-fuer-die-justiz">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>(2. Teil des Interviews mit Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, dem Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität)</em></p>
<p><strong>puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, wie sieht die Zusammenarbeit mit der Polizei oder Gerichten im Alltag aus?“<br />
</strong>M. V.: „Die Grundannahme ist, dass wir in einem hoch industrialisierten Land leben, in dem es z. B. an Universitäten Spezialisten verschiedenster Fachrichtungen gibt. Für die Aufklärung von Straftaten oder in Zivilverfahren können Gerichte dort Sachverständige finden, die bei der Aufklärung der jeweiligen Fragen helfen. Die Sachverständigen werden für ihre Tätigkeiten bei der Justiz finanziell entschädigt. Es war ursprünglich niemals vorgesehen, dass ein Sachverständiger durch diese Tätigkeit seinen Lebensunterhalt verdient, oder eine ganze Einrichtung, wie z.B. ein Institut für Rechtsmedizin von diesen Entschädigungen finanziert werden soll. Der Sachverständige muss nach dem Gesetz neutral sein. D.h. es muss ihm egal sein können, ob der Auftraggeber mit dem Ergebnis seines Gutachtens einverstanden ist, oder ob er überhaupt als Sachverständiger hinzugezogen wird. Die Entwicklungen der letzten Jahre könnten meines Erachtens die Unabhängigkeit der Sachverständigen gefährden.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Wann wird die Rechtsmedizin eingeschaltet?“<br />
</strong>M. V.: „Ein Beispiel: Ein Selbstmord durch Kopfschuss.<br />
Die Polizei findet am Tatort den Toten, die Waffe und einen Abschiedsbrief. Die Wohnungstür war geschlossen mit von innen steckendem Schlüssel, da die Wohnung im 6. Stock liegt, war ein Einsteigen durch das Fenster nicht möglich.<br />
Alle Spuren passen zueinander, das Selbstmord-Szenario glaubwürdig.<br />
Dann wird die Staatsanwaltschaft sehr wahrscheinlich keine gerichtsmedizinische Untersuchung anordnen.<br />
Gibt es aber Zweifel an der Todesursache „Selbstmord“, muss die Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Leichenöffnung anordnen. Bei erheblichen Verdachtsmomenten wird die Rechtsmedizin sofort an den Tatort gerufen, um frühzeitig mögliche Spuren zu sichern – dafür sind in Frankfurt ständig zwei Ärzte in Bereitschaft.<br />
Die schnelle Kommunikation mit der Polizei ist also sehr wichtig.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Wie sehen die Zuständigkeiten für die rechtsmedizinischen Gutachter aus?“</strong><br />
M. V.: „Die rechtsmedizinischen Institute in Deutschland haben die Zuständigkeiten unter sich aufgeteilt, um eine unnötige Konkurrenzsituation auszuschließen. Natürlich steht es einem Richter frei, in speziellen Fällen Gutachter aus weiterer Entfernung zu berufen.<br />
Die Ermittlungsbehörden müssen heute allerdings viele Leistungen europaweit ausschreiben und dann den günstigsten Anbieter nehmen. Solche gerichtsmedizinischen Leistungen unterliegen einer Qualitätssicherung durch eine Akkreditierung. Privatwirtschaftliche Institutionen picken sich die Rosinen aus der Tätigkeit heraus. Außerdem schöpfen sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle Möglichkeiten so aus, wie eine Universität das kann, sondern beschränken sich eher auf Standardverfahren.<br />
Wir haben z.B. immer wieder Fälle, in denen Polizisten uns sichergestellte Spuren bringen, die von einer anderen, nicht rechtsmedizinischen Institution schon ergebnislos untersucht worden sind. Die Polizisten bitten uns dann um die nochmalige Analyse, weil sie sicher sind, dass Spuren zu finden sein müssen. Da haben wir als universitäres Institut dann oft noch mehr Möglichkeiten, zeitaufwändige oder ungewöhnlichere, moderne aber kostenintensivere Methoden einzusetzen und dann doch noch zu einem Resultat zu kommen. Es wäre also vielleicht sinnvoller, gleich nicht das preiswerteste, sondern das beste Institut zu beauftragen. Aber wenn bei einem durch einen Billiganbieter bearbeiteten Fall nichts herauskommt, und es werden keine weiteren Untersuchungen veranlasst, hat man ja Geld gespart – ggf. auf Kosten der Rechtssicherheit.</p>
<p>Allerdings wird von uns zunehmend verlangt, kostendeckend arbeiten.<br />
Eine Leichenöffnung kostete bis vor kurzem 500,00 €, jetzt sind es 1000,00 €. Dabei liegen die tatsächlichen Kosten bei 1200,00 € oder noch darüber.<br />
Die Gutachtertätigkeiten werden zwar stundenweise vergütet, aber nicht kostendeckend.<br />
Früher war es üblich, dass ein rechtsmedizinisches Institut seine Sockelfinanzierung hatte und über die Serviceleistungen zusätzliche Einnahmen erhielt.</p>
<p>Mittlerweile muss immer mehr Geld über die Gutachtertätigkeit erwirtschaftet werden.<br />
Wenn wir in die Situation kommen, finanziell von der Justiz abhängig zu sein, kann das die Unabhängigkeit der Gutachter gefährden.<br />
Das halte ich für eine sehr gefährliche Entwicklung!“</p>
<p><strong>puls.: „Wie sehen rechtsmedizinische Forschungsarbeiten aus?“<br />
</strong>M. V.: „Rechtsmediziner müssen als Sachverständige Aussagen vor Gericht so treffen, dass sie juristisch verwertbar sind.<br />
Es reicht nicht aus, zu sagen, dass Alkohol die Fahrtüchtigkeit herabsetzt. Stattdessen müssen wir benennen können, mit einem wie hohen Anteil an Alkohol im Blut die Fahrtüchtigkeit in welchem Ausmaß verringert wird.<br />
Genauso müssen wir auch für andere Substanzen –Drogen, Medikamente, u. ä. &#8211; angeben können, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie welche Wirkungen hervorrufen.<br />
Einige Fragen können wir experimentell beantworten: Etwa, wie hoch der Alkoholgehalt einer Speise nach dem Flambieren noch ist.<br />
In manchen Fällen können wir durch Vergleiche mit Tieren zu tragfähigen Aussagen kommen, in anderen Fällen helfen uns digitale Modelle weiter.<br />
Beide Methoden sind aber nur eingeschränkt übertragbar auf Menschen.</p>
<p>Da geplante Experimente mit illegalen Drogen oder Verletzungen an Menschen natürlich weder rechtlich noch ethisch eine Option darstellen, müssen wir alle einzelnen Fallstudien, die vorkommen, gut dokumentieren und publizieren. Solche Einzelberichte werden von vielen medizinischen Fachbereichen aber kaum als Forschungsarbeit gewürdigt. In Kliniken etwa hat man meistens eine größere Anzahl von Patienten für Studien. Dadurch wird unsere Forschungstätigkeit manchmal falsch eingeschätzt.“</p>
<p><strong>puls.:&#8221;In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland menschenverachtende Experimente durchgeführt. Darf die Rechtsmedizin oder die Medizin im Allgemeinen diese Erkenntnisse nutzen?“<br />
</strong>M. V.: „ Die Versuche waren furchtbar. Aber sie haben Resultate gebracht.<br />
Seitens der Rechtsmedizin haben wir beispielsweise bei einer interdisziplinären Tagung in Lübeck im Jahre 2002 diskutiert, ob wir die Ergebnisse aus diesen menschenverachtenden Versuchen zum Wohle der heutigen Menschen nutzen dürfen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir diese Resultate nutzen dürfen. Sonst würden die Opfer zweimal sterben.</p>
<p>Die ethische Diskussion, wozu Wissenschaft in der Lage ist, wenn Politik sie dazu treibt, ist hochaktuell.<br />
Im Nationalsozialismus wurde diese und andere menschenverachtende Forschung gefördert und gefordert! Man muss sich dieser ethischen Probleme bewusst sein, gerade unter dem ökonomischen Druck.<br />
Darum sehe ich die derzeitige starke Konzentration auf die Drittmittelforschung recht kritisch. Damit ist die Wissenschaft abhängig vom Mainstream.<br />
Jeder Wissenschaftler muss selbst nach dem ethischen Hintergrund fragen und sein eigenes Handel kritisch reflektieren!</p>
<p>Vor einiger Zeit gab es in einem Krankenhaus einen Vorfall, dass ein Arzt an Patienten ohne deren Kenntnis und Einwilligung neue Medikamente erprobt hatte. Als das bekannt wurde, wurde der verantwortliche Arzt als Versuchsleiter dafür verurteilt. Aber dann kam noch heraus, dass im Rahmen dieses unrechtmäßigen Experiments vier Doktorarbeiten bereits erfolgreich beendet waren und offensichtlich die Promotionskommission und zwei Gutachter unbemerkt passiert hatten. Die Doktoranden sagten, dass sie sich auf ihren Doktorvater verlassen haben. Die Gutachter und die Kommissionsmitglieder stellten sich auf den Standpunkt, dass es nicht ihre Aufgabe sei, den ethischen Hintergrund einer Arbeit zu bewerten und entschieden, dass zukünftig alle Promotionsvorhaben vor Beginn der Ethikkommission vorgelegt werden sollen.<br />
Das kann nicht richtig sein &#8211; jeder Wissenschaftler muss selbst nach dem ethischen Hintergrund seines Handelns fragen!<br />
Es gibt bei uns momentan einen Trend, alles von Ethik-Kommissionen beurteilen zu lassen. Damit gibt ein Wissenschaftler aber die Eigenverantwortung auf! Die Verantwortlichkeit wird an eine Institution verschoben. Ich meine, dass jeder Forscher den Anspruch haben sollte, sich den Frage nach der Ethik des eigenen Handelns zu stellen und seinen Horizont diesbezüglich ständig zu erweitern.“</p>
<p>puls. dankt Herrn Prof. Dr. Verhoff für das spannende Interview!</p>
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		<title>Rechtsmedizin (Teil 1): Dienst am Lebenden und am Toten</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2014 07:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rechtsmediziner sind mittlerweile mediale Helden: Die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta von Patricia Cornwell Die forensische Anthropologin „Bones“ Temperance Brennan von Kathy Reichs. Ulrich Mühe als Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar in „Der letzte Zeuge“. Auch im beliebten „Tatort“ werden sie immer häufiger &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/rechtsmedizin-teil-1-dienst-am-lebenden-und-am-toten">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Rechtsmediziner sind mittlerweile mediale Helden:<br />
Die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta von Patricia Cornwell<br />
Die forensische Anthropologin „Bones“ Temperance Brennan von Kathy Reichs.<br />
Ulrich Mühe als Gerichtsmediziner <a title="Arte: Der letzte Zeuge" href="http://www.arte.tv/de/ulrich-muehe/1573634,CmC=1576708.html" target="_blank">Dr. Robert Kolmaar in „Der letzte Zeuge“</a>.<br />
Auch im beliebten „Tatort“ werden sie immer häufiger zu tragenden Säulen der Handlung. Von dem skurril-genialen Prof. Börne mit Slapstick-Einlagen bis zu ernsthafteren Figuren jeglichen Gemüts im grünen Kittel.</p>
<p>Aber wie sieht der Alltag in einem universitären Institut für Rechtsmedizin aus?<br />
<strong>Prof. Dr. Marcel A. Verhoff ist seit Oktober 2013 der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität</strong>, sein Spezialgebiet ist die forensische Osteologie.<br />
Im puls.-Interview und gibt er einen spannenden Einblick in die Arbeit der Rechtsmedizin.</p>
<p><strong>puls.: „Herr Prof. Dr. Verhoff, was sind die Aufgaben der Rechtsmedizin in unserer Zeit?“</strong><br />
M. V.: „Die meisten Menschen denken bei „Rechtsmedizin“ zuerst an die Obduktion von Verstorbenen.<br />
Das ist nur teilweise richtig.<br />
Zunächst sollte man dazu die Aufgabenbereiche der „Pathologie“ und der „Rechtsmedizin“ sorgfältig abgrenzen:<br />
Die Pathologie untersucht mittlerweile überwiegend Gewebe-Proben, die Anzahl der Sektionen ist hier bedauerlicherweise deutlich zurückgegangen. Dabei wäre dies sehr wichtig für die Überprüfung von Diagnostik und Therapie, also für die Qualitätssicherung in der Patientenversorgung. Allerdings müssen die Angehörigen des verstorbenen einer Sektion zustimmen und daran scheitert es dann oft. Immer wieder hört man aus dem klinischen Alltag, dass die behandelnden Ärzte des verstorbenen Patienten die Angehörigen gar nicht erst befragen, um so der Obduktion von vorneherein aus dem Weg zu gehen.</p>
<p>Die Rechtsmedizin setzt sich vielmehr mit Fragen der Justiz auseinander – dabei geht es um den Nachweis möglicher Gesetzesverstöße, mögliche krimineller Handlungen oder mögliche Gewaltopfer. Die Rechtsmediziner haben als sogenannte Sachverständige im Verfahren eine neutrale Position. Ob jemand eine kriminelle Handlung begangen hat oder ein Gewaltopfer geworden ist, kommt erst im Verlauf der Untersuchung heraus!<br />
Wenn ein Anfangsverdacht besteht, können wir im Auftrag der Ermittlungsbehörden tätig werden.<br />
Bei lebenden Menschen geht z.B. es um die Bereiche Häusliche Gewalt, Doping, Versicherungsbetrug, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch, Verkehrsdelikte oder ärztliche Behandlungsfehler.<br />
Wenn ein Arzt bei der regulären Leichenschau die Todesart nicht ganz zweifelsfrei als natürlich feststellen kann, muss er die Polizei informieren. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob die Gerichtsmedizin eingeschaltet wird.<br />
Die Rechtsmedizin besteht grundsätzlich aus den drei Bereichen Medizin/Morphologie, Toxikologie und der DNA-Analyse.<br />
Als Institut einer Universität sind für uns natürlich Lehre und Forschung wichtige Aufgaben, daneben stehen die Serviceleistungen – unsere Expertise für die Justiz.“<span id="more-9967"></span><!--more--></p>
<p><strong>puls.: „Welche Auswirkungen hat die Medienpräsenz auf die Lehre in der Rechtsmedizin? Wer ist Ihr persönlicher Favorit der Medien-Rechtsmediziner?“</strong><br />
M. V.: „Zu meinem Amtsantritt wurde eine Pressekonferenz einberufen – das hat mich schon ein wenig überrascht. Dieses Interesse ist positiv, denn wir Rechtsmediziner sind darauf angewiesen, dass uns die Öffentlichkeit wahrnimmt.<br />
Früher war unsere Disziplin eher im Hintergrund, das hat sich durch die Medienaktivitäten geändert.<br />
Die Medienpräsenz, vor allem die TV-Serien, haben einerseits zu einem sehr positiven Bild des Rechtsmediziners nach außen geführt und andererseits ein positives Bild eine starken Rechtsstaats vermittelt: „Wir finden alles ´raus“.<br />
Mein persönlicher Favorit war der verstorbene Ulrich Mühe in der Reihe „Der letzte Zeuge“.<br />
Etwa um die Jahrtausendwende sollten zahlreiche Rechtsmedizinische Institute geschlossen werden. Durch die Präsenz unserer Themen in der Öffentlichkeit konnte das weitgehend abgewendet werden. Letztlich geschlossen wurden nur die Institute in Marburg und Aachen.<br />
Allerdings sind die Stellen, vor allem die Lehrstühle, massiv zusammengestrichen worden. Das bedeutet z.B., dass heute in Instituten mit ehemals drei Professuren nur noch eine übrig geblieben ist. Oder ein außerplanmäßiger Professor (Apl. Prof.) leitet ein Institut zunächst kommissarisch und später offiziell und das Institut verfügt über keinen Lehrstuhl mehr. Das hat natürlich massive negative Auswirkungen auf die Forschung und Lehre.“ Da die rechtsmedizinische Lehre meist aus Gewohnheit und Überzeugung in hoher Qualität und Umfang aufrechterhalten wird, leidet die Forschung am meisten.&#8221;</p>
<p><strong>puls.: „Hat die Medienpräsenz auch direkte Auswirkungen auf die Lehre und die Akzeptanz unter den Studierenden für das Fach?“</strong><br />
M. V.: „Die Studierenden sind heute viel frühzeitiger und besser über das Berufsfeld informiert.<br />
Ich habe das Studium Anfang der 1990-er Jahre begonnen und dieses Fach erst nach dem Physikum „entdeckt“. Regulär kommt man damit erst im 9. oder 10. Semester in Berührung. Für meine Famulatur in der Rechtsmedizin habe ich damals bis nach Kiel gehen müssen, das war noch gar an nicht in jeder Fakultät möglich. Für unser Institut ist mir darum sehr wichtig, dass wir das Praktikum „Berufsfelderkundung“, Famulaturen, das Wahltertial im „Praktischen Jahr“ (PJ) und Promotionen anbieten.“<br />
Um die Studierenden frühzeitig im Studium anzusprechen, biete ich begleitend zum Anatomie-Kurs die freiwillige Teilnahme an einer Sektion an.<br />
Außerdem halte ich im klinischen Studienabschnitt einen Kurs als Wahlpflichtfach in meinem Spezialgebiet, der Forensischen Anthropologie, da geht es vor allem um Osteologie und Bildidentifikation.“</p>
<p><strong>puls.: „Was ist Forensische Osteologie und Bildidentifikation?“</strong><br />
M. V.: „In der forensischen Osteologie geht es u. a. um Knochenfunde. Einzelne Knochen, Skelettteile oder ganze Skelette, die der Polizei gemeldet worden sind, müssen analysiert werden. Zuerst geht es natürlich darum, ob es überhaupt menschliche Knochen sind. Dann geht es um weitere Aussagen zu Alter, Liegedauer, Geschlechtsbestimmung oder Verletzungen – wir tragen alle Fakten zusammen.&#8221;</p>
<p>Bei der forensischen Bildidentifikation geht es um die Bildauswertung im Kontext der juristischen Verfolgung von Straftaten oder Vergehen. Wir werten etwa Photos aus, die bei Geschwindigkeitsübertretungen aufgenommen worden sind. Oder die Aufnahmen von Überwachungskameras während eines Banküberfalls. Das Abbild des Gesichts kann je nach Winkel der Aufnahme und Kameraabstand ganz schön variabel sein. Damit Bilder aber als Beweismittel vor Gericht Bestand haben, müssen wir sie mit möglichst geringem Restzweifel zuordnen. Durch verschiedene relative Maße in einem Gesicht – etwa die Relation von Höhe und Breite oder die relativen Abstände von Mund, Nase, Augen und Ohren – können wir belastbare Aussagen machen. Dann kann man verschiedene Bilder miteinander korrelieren oder ein Bild sicher einer Person zuordnen.“</p>
<p><strong>puls.: „Sie hatten in verschiedenen Interviews moniert, dass Morde unentdeckt bleiben könnten. Kommt das oft vor?“</strong><br />
M. V.: „Das wissen wir natürlich letztendlich nicht, aber es gab da schon einige Fälle, in denen Morde einfach übersehen worden waren und nur durch Glück bzw. Pech für den Täter ans Tageslicht kamen.<br />
Die reguläre Leichenschau durch einen herbeigerufenen Arzt muss nach festen Regeln ablaufen: Der Verstorbene muss entkleidet und von allen Seiten betrachtet werden. Schuss- oder Stichwunden, die Trockenheit im äußeren Mundbereich durch Ersticken, auffällige blaue Flecken oder ähnlich offensichtliche Folgen äußerer Gewalteinwirkung sollten dabei entdeckt werden.<br />
Das ist aber leider nicht immer der Fall.</p>
<p>Für eine Erdbestattung reicht die einfache, reguläre Leichenschau.<br />
Ein besonders skurriler Fall war, dass einem Bestatter auffiel, dass Blut aus einem Sarg tropfte. Dafür ist schon ziemlich viel Blut nötig, da der Sarg mit saugfähigem Material gefüllt ist. Der Bestatter suchte also nach der Ursache. Schließlich stellte sich heraus: Der Verstorbene hatte eine Stichwunde am Rücken<br />
So etwas hätte natürlich einem Arzt bei der Leichenschau auffallen müssen.</p>
<p>Für eine Feuerbestattung muss eine zweite Leichenbeschau durchgeführt werden, oft durch einen Rechtsmediziner.<br />
Dabei fallen dann auch manchmal unnatürliche Todesursachen auf: Wir hatten einen Fall mit dem Leichnam eines sehr alten Mannes, der hatte ein großes Pflaster im Brustbereich. Das Pflaster war dilettantisch angelegt und bestand aus Taschentüchern und Klebeband – so etwas hätte kein medizinisches Personal gemacht. Und unter dem Pflaster war eine Messerstichwunde!&#8221;</p>
<p><em>Lesen Sie morgen Teil 2 des Interviews.</em></p>
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		<item>
		<title>„Wo ist oben?“ oder:  Wozu brauchen Zellen Polaritätsproteine?</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2014 07:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Woher „weiß&#8221; eine Zelle, wo „oben“ oder „vorn“ ist“? Wozu muss sie das wissen? Und: Was macht die Zellpolarität im Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary System“? Die Pharmazeutin Frau Dr. Ruth Michaelis-Popp geht diesen Fragen auf den Grund. Oder eher auf die Zellmembran. &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/wo-ist-oben-oder-wozu-brauchen-zellen-polaritaetsproteine">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Woher „weiß&#8221; eine Zelle, wo „oben“ oder „vorn“ ist“?<br />
Wozu muss sie das wissen?<br />
Und: Was macht die <strong>Zellpolarität</strong> im <strong>Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary System“</strong>?</p>
<p>Die Pharmazeutin Frau Dr. Ruth Michaelis-Popp geht diesen Fragen auf den Grund. Oder eher auf die Zellmembran.<br />
Es gibt zwei Polaritäten:</p>
<ul>
<li>oben/unten (=apikal/basal)</li>
<li>vorn/hinten (=planar).</li>
</ul>
<p>„Epithelzellen müssen wissen, wo oben und unten ist. Ein Beispiel dafür sind die Epithelzellen in Hohlorganen wie der Blase: Oben ist immer zum Hohlraum des Organs hin. Die Basallamina der Zellen ist also vom Hohlraum abgewandt und „unten“.“ Die Bedeutung der apikal-basalen Polarität bei Epithelzellen ist offensichtlich: Epithelzellen im Lungenepithel oder in verschiedenen Sinnesorganen tragen Härchen auf der „oberen“ – also der luminalen &#8211; Seite oder haben andere spezifische Anforderungen an ihre Struktur. Diese Polarisierung garantiert den gerichteten Transport über epitheliale Schichten.<br />
Aber wozu muss eine Zelle wissen, wo vorn und hinten ist?<br />
Die Polarität wird wichtig, wenn Zellen sich teilen oder sich in Bewegung setzen.<br />
Auch Endothelzellen zeigen eine Polarisierung und Dr. Ruth Michaelis-Popp hat jetzt herausgefunden, wie diese reguliert wird.<br />
Und da wird das Ganze jetzt interessant für die kardio-vaskuläre Forschung – schließlich besteht das Gefäßsystem zu einem großen Teil aus Endothelzellen!</p>
<h4>„Scribble“ weiß, wo es lang geht</h4>
<p><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/migrierende-Zellen-und-Scrib.gif"><img class="alignright  wp-image-9901" alt="migrierende-Zellen-und-Scrib" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/migrierende-Zellen-und-Scrib.gif" width="398" height="329" /></a>„Die Zellen „wissen“ durch ihre Polaritätsproteine, wo oben und unten ist.“ Ein Polaritätsprotein heißt Scribble. Dieses Protein ist jetzt das Forschungsobjekt von Frau Dr. Michaelis-Popp.<br />
Scribble „sitzt“ in der basalen Membran, also „unten“.<br />
„Unten“ ist in Endothelzellen da, wo die glatte Muskulatur ansetzt – vom Gefäßlumen abgewandt. Die exakte Lokalisierung von Scribble innerhalb der basalen Zellmembran ist in einem TIRF (Total internal reflection microscopy)-Mikroskop deutlich sichtbar.<span id="more-9894"></span><!--more--><br />
Scribble ist auch in Endothelzellen nachweisbar und hat dort verschiedene Funktionen: Es reguliert die planare Polarisierung der Zelle von vorn nach hinten. Epithel- und Endothelzellen müssen sich manchmal bewegen – etwa, um Verletzungen zu reparieren. Sie sitzen in Zellverbänden und sind nur über Proteine (gap-junctions)  in den Zellwänden locker miteinander gekoppelt. Diese Proteinbindungen können leicht gelöst werden, dann kann die Zelle „wandern“.<!--more--><!--more--><!--more--><!--more--><!--more--><br />
<!--more--><br />
Die Endothelzellen registrieren einen  Stimulus, der dazu führt, dass sich die Zellen in Bewegung setzen. Die Bewegungsrichtung „vorwärts“ (in Richtung der Stimulus) definiert in der Zelle „vorn“. Wenn die Zellen durch Scribble koordiniert in die richtige Richtung „laufen“, können so neue Gefäße entstehen.<br />
Ohne Scribble-Protein können sich die Zellen zwar auch bewegen, aber sie erkennen nicht die richtige Richtung – sie bewegen sich nur unkoordiniert und bilden keine funktionalen Strukturen.</p>
<p>Scribble und seine Auswirkung können im In vitro-Zell-Experiment (Migration assay) direkt beobachtet werden: „In einigen Zellen hemmen wir die Bildung von Scribble.“ erklärt die Pharmakologin. „Dann bewegen sich die Zellen nicht mehr in die richtige Richtung, sondern orientierungslos im Kreis.<br />
Durch neue Mikroskop-Kamera-Systeme können wir das im Life-Cell-Imaging beobachten und sogar die Bewegung jeder einzelnen Zelle nachvollziehen und ihren „Pfad“ nachzeichnen.“ (s. Abb.)</p>
<h4><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/Scrib-und-Angiogenese.gif"><img class="alignright size-large wp-image-9904" alt="Scrib-und-Angiogenese" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/Scrib-und-Angiogenese-1024x751.gif" width="680" height="498" /></a></h4>
<h4>„Live cell imaging“ - migrierende Zellen im Film</h4>
<p>Nach der Applikation eines chemotaktischen Stimulus, der die Bewegung der Zellen in eine vorgegebene Richtung (hier oben) bewirkt, wurden Aufnahmen von Zellen mit Scrib (&#8220;Kontrolle&#8221;: Film 1) und nach Hemmung der Scrib Bildung (&#8220;Ohne Scrib&#8221;: Film 2) mit Hilfe eines Kamera-verbundenen Mikroskops gemacht und als Film dargestellt.</p>
<p><strong>Film 1: &#8220;Kontrolle&#8221;</strong><br />
<div style="width: 320px; max-width: 100%;" class="wp-video"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');</script><![endif]-->
<video class="wp-video-shortcode" id="video-9894-1" width="320" height="240" preload="metadata" controls="controls"><source type="video/mp4" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/Kontrolle.mp4?_=1" /><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/Kontrolle.mp4">http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/Kontrolle.mp4</a></video></div></p>
<p><strong>Film 2: &#8220;Ohne Scrib&#8221;</strong><br />
<div style="width: 320px; max-width: 100%;" class="wp-video"><video class="wp-video-shortcode" id="video-9894-2" width="320" height="240" preload="metadata" controls="controls"><source type="video/mp4" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/ohne-Scrib.mp4?_=2" /><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/ohne-Scrib.mp4">http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/04/ohne-Scrib.mp4</a></video></div></p>
<h4>Ohne Scribble: Fehlbildungen und Probleme bei der Angiogenese</h4>
<p>Zu wenig Scribble hat schwere physiologische Konsequenzen: Die Bildung neuer Blutgefäße ist gestört! Die gerichtete, koordinierte Fortbewegung ist also die Voraussetzung für die Angiogenese.<br />
„Experimente mit Zebrafisch-Larven zeigen deutlich: Der Mangel an Scribble kann zu gestörter Angiogenese und zu Missbildungen oder Blutungen führen. Die Folgen treten sogar sehr schnell ein:<br />
Wenn das Zebrafisch-Ei befruchtet wird, sind schon nach 36 oder 48 Stunden die pathogenen Folgen an der Fischlarve im Ei zu sehen. Dabei kommen z. B. Gehirnmissbildungen oder –blutungen vor, die in der Regel letal sind.“ erzählt Frau Dr. Michaelis-Popp.</p>
<h4>Scribble in der therapeutischen Anwendung?</h4>
<p>Wenn eine Fehlregulation von Scribble zu Problemen bei der Neubildung bzw. Reparatur von Gefäßen führt, könnte man daraus neue Therapie-Formen entwickeln:<br />
„Scrib könnte daher zukünftig ein interessantes Target für pro- und anti-angiogene Therapien darstellen. Dies erscheint insbesondere relevant für die Tumorangiogenese, da Scrib auch als Tumorsuppressor in Epithelzellen wirkt“ meint Frau Dr. Michaelis-Popp.</p>
<h4>Was kann das <b>Scribble-Polaritätsprotein noch?</b></h4>
<p>Scribble beeinflusst auch die Bildung der Neuronen, darum führt der Scribble-Mangel auch zu neuronalen Schäden. Es gibt möglicherweise sogar erste Hinweise auf eine Verbindung zwischen einem Scribble-Mangel und Autismus. Diese Zusammenhänge sind aber erst wenig erforscht.<br />
„Ein weiteres sehr wichtiges Forschungsfeld ist der Zusammenhang von Scribble und Inflammationen (entzündlichen Prozessen). Bis jetzt wissen wir: Inflammatorische Signale scheinen Scribble zu unterdrücken. Scribble reguliert dann wiederum inflammatorische Prozesse. Das ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Ursachen und umfangreichen Wechselwirkungen, da stehen wir ganz am Anfang.“<br />
Damit gibt sie einen Ausblick auf viele weitere Fragen in der Scribble-Forschung.<br />
Also: Zellen müssen unbedingt wissen, wo oben und unten, vorn und hinten ist.<br />
Der Scribble-Level von Zellen und ihre Polarität haben unmittelbaren Einfluss auf die Angiogenese, Wundheilung, neuronale Verknüpfungen und inflammatorische Prozesse.<br />
Die Erforschung dieser Zusammenhänge steht teilweise noch am Anfang, der <strong>Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary System“</strong> leistet hier Pionierarbeit. Gleichzeitig ist durch die enge Verknüpfung des Forschungslabors und der Klinik bereits frühzeitig die Diskussion um die praktische Anwendung  garantiert.<br />
Es bleibt spannend!</p>
<p>puls. bedankt sich bei Frau Dr. Michaelis-Popp für das Interview aus der aktuell laufenden Forschung!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Musik hilft, wenn die Worte fehlen – Kreative Therapien für Menschen mit Demenz</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2014 08:14:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A. hat Musik- und Kunstwissenschaft und Psychologie studiert. Er arbeitet interdisziplinär im Arbeitsbereich Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Pantel am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Klangbrücken“ helfen &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/musik-hilft-wenn-die-worte-fehlen-kreative-therapien-fuer-menschen-mit-demenz">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A. </b>hat Musik- und Kunstwissenschaft und Psychologie studiert.<br />
Er arbeitet interdisziplinär im Arbeitsbereich Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Pantel am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt.</p>
<h4>„Klangbrücken“ helfen Menschen mit Demenz</h4>
<p>In einer quantitativen Pilotstudie im Rahmen des Praxis-Forschungsprojekts <strong>„Klangbrücken“</strong> haben Arthur Schall und seine Kollegen die Effekte von <strong>Einzelmusiktherapie bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz im häuslichen Setting</strong> untersucht.<br />
Bisher gab es dazu vor allem qualitative Studien, wie z.B. Erfahrungsberichte oder Falldarstellungen, mit sehr kleinen Stichproben. In den wenigen quantitativen Untersuchungen zur Wirkung von Musiktherapie bei Demenz wurden beispielsweise der kognitive Zustand oder bestimmte psychopathologische Symptome vor und nach der Therapie erfasst und dann verglichen. Meistens war das Ergebnis, dass die Therapie den Zustand des Teilnehmers kaum oder gar nicht verbessert hat.<br />
Diese negativen Ergebnisse stehen jedoch im signifikanten Widerspruch zu Beobachtungen von Musiktherapeuten und Angehörigen &#8211; die demenziell erkrankten Teilnehmer zeigen während der Therapie sehr wohl positive Reaktionen!<br />
Allerdings sind diese Effekte nur schwierig zu messen  und statistisch nachzuweisen.<span id="more-9917"></span></p>
<h4>Positive Auswirkungen der Musiktherapie sind quantitativ erfaßbar!</h4>
<p>Um die positive Wirkung von Musiktherapie zu quantifizieren, haben Arthur Schall und seine Kollegen in ihrer Pilotstudie die Zeitreihenanalyse angewandt. Dieser methodische Ansatz dient normalerweise zur Analyse von Börsenkursen oder meteorologischer Daten. Zunächst wurden die Teilnehmer während der ca. 45-minütigen Musiktherapiesitzungen auf Video aufgenommen.<br />
Anschließend wurde jedes Video in 30-sekündige Sequenzen aufgeteilt und von zwei geschulten und unabhängigen Beobachtern mit Hilfe spezieller Rating-Instrumente ausgewertet. Für jeden einzelnen Messzeitpunkt konnten auf diese Weise die Kommunikationsfähigkeit, das Wohlbefinden sowie der Ausprägungsgrad positiver Emotionen von Menschen mit Demenz detailliert analysiert werden. Allein 14 Items haben das verbale und nonverbale Kommunikationsverhalten, wie z.B. Blickkontakt, Lautäußerungen oder sinnvolle Interaktion,  gemessen.</p>
<p>Die Ergebnisse der quantitativen Auswertung der musiktherapeutischen Sitzungen mittels Zeitreihenanalyse zeigten deutlich: Durch Einzelmusiktherapie lassen sich die nonverbale Kommunikation und das Wohlbefinden der demenziell erkranken Menschen signifikant verbessern.<br />
Eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Musiktherapie ist die sorgfältige Kenntnis der musikalischen Biographie der Klienten: Welche Musik wurde früher gern gehört? Bestehen aktive Musiziererfahrungen wie Spielen auf einem Musikinstrument, Singen im Chor oder ähnliches, an die man anknüpfen kann.<br />
Das Wissen um persönliche biographische Aspekte ist natürlich auch für andere kreative Therapieansätze eine wichtige Erfolgsgrundlage.</p>
<h4>Kunstbegegungen im Museum</h4>
<p>Ein weiteres, demnächst beginnendes kreativtherapeutisches Forschungsprojekt ist <a title="Allgemeinmedizin Uni Frankfurt Kunstbegegnung imMuseum" href="http://www.allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de/forschung7/kunst.html" target="_blank">„Kunstbegegnungen im Museum“</a>, einer Kooperation des Arbeitsbereichs Altersmedizin mit dem Städel Museum in Frankfurt am Main. Mit diesem Projekt soll die soziokulturelle Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen gefördert werden.<b><br />
</b>Die Diagnose „Demenz“ ist für Betroffene und Angehörige oft sehr erschreckend. Viele Menschen ziehen sich danach zurück. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nehmen die kognitiven Fähigkeiten ab, wodurch auch die Kommunikation immer schwieriger wird. Im Zentrum des Projekts stehen interaktive thematische Kunstführungen in Kleingruppen, die speziell auf Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Im Anschluss an die Führungen mit ausgewählten Kunstwerken können die Teilnehmer in den Atelierräumen selbst kreativ tätig werden, etwa durch Malen. Unter sachkundiger kunstpädagogischer Anleitung könnten die Teilnehmer ihre Hemmschwellen überwinden, was die Museumsführungen und die kreative Atelierarbeit zu positiven gemeinsamen Erlebnissen für die demenziell erkrankten Menschen und ihre Angehörigen machen würde.<br />
Menschen mit Demenz werden also durch Malen oder Musizieren deutlich entspannter und fühlen sich wohler!<br />
Sie finden über diese nonverbalen kreativen Ausdrucksformen offenbar ein emotionales Ventil.</p>
<p>Gar nicht überraschend: Denn durch Kunst oder Musik können sich auch die Menschen ausdrücken, deren kognitive und sprachliche Fähigkeit durch die Demenz beeinträchtigt ist. Auch mit ihren Angehörigen können sie auf diese Weise wieder kommunizieren.<br />
Allerdings brauchen solche Konzepte, um Erfolg zu haben, unbedingt psychologisches Knowhow. Ihr Erfolg lässt sich am besten garantieren, wenn sie angemessen wissenschaftlich begleitet werden.</p>
<p>Das Musiktherapie-Projekt und  ähnliche Projekte wurden in der Sendung „Quarks und Co“ vorgestellt: „Demenz: Die unbekannte Krankheit“ vom 25. März 2014. Hier finden Sie eine Aufzeichnung der Sendung.</p>
<p>Lesen sie dazu auch:<a title="Musik hilft, wenn Worte fehlen" href="http://www.muk.uni-frankfurt.de/47750439/209" target="_blank"><b><br />
Musik hilft, wenn Worte fehlen- </b><i>Musiktherapie fördert Wohlbefinden und emotionalen Ausdruck</i></a>.</p>
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		<item>
		<title>ISCOMS 2014 – Kongress für Studierende der bio-medizinischen Wissenschaften</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jan 2014 07:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[ISCOMS – International Student Congress of (bio)Medical Sciences – ist einer der weltweit wichtigsten Kongresse für Studierende der bio-medizinischen Wissenschaften. Er findet vom 03.06. bis 06.06.2014 in Groningen in den Niederlanden statt. Für wenig Geld bekommen Sie viel geboten: Hochkarätigen inhaltlichen &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/iscoms-2014-kongress-fur-studierende-der-bio-medizinischen-wissenschaften">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9338" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/01/CALLFORABSTRACTS_ISCOMS2014_POSTER.gif"><img class="size-thumbnail wp-image-9338" alt="ISCOM" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2014/01/CALLFORABSTRACTS_ISCOMS2014_POSTER-150x150.gif" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOM 2014</p></div>
<p>ISCOMS – International Student Congress of (bio)Medical Sciences – ist einer der weltweit wichtigsten Kongresse für Studierende der bio-medizinischen Wissenschaften. Er findet vom 03.06. bis 06.06.2014 in Groningen in den Niederlanden statt.<br />
Für wenig Geld bekommen Sie viel geboten:</p>
<ul>
<li>Hochkarätigen inhaltlichen Input durch renommierte ÄrztInnen und  WissenschaftlerInnen</li>
<li>Interaktive Workshops mit praktischen Übungen</li>
<li>Eigene Arbeiten und Fragestellungen vorstellen und diskutieren</li>
<li>Vortrag, Präsentation und Diskussion üben – auf Englisch</li>
<li>Gespräche und Diskussionen mit Medizinstudierenden aus der ganzen Welt</li>
<li>Internationale Kontakte knüpfen</li>
<li>Verbesserung des eigenen “medical English“</li>
</ul>
<p>Natürlich kann man auch nur an einzelnen Tagen teilnehmen.<br />
Die Teilnahme ist möglich als „participant“ oder „non-participant“: D. h., Sie werden selbst aktiv oder hören nur zu.<br />
<b>Achtung: Falls Sie selbst etwas präsentieren möchten, müssen Sie den Abstract bis zum 14.02.2014 eingereicht haben!<span id="more-9335"></span></b></p>
<p><b>Was bringt es?<br />
Vorklinische Studierende</b> können schon mal in die Welt der medizinischen Forschung hineinschnuppern, ihr Englisch aufpolieren und Kontakte knüpfen.<br />
<b>Studenten im klinischen Abschnitt</b> können in Workshops ihr praktisches Wissen vertiefen und sich schon einmal Gedanken über eine mögliche Promotion machen. Oder sich in interessanten Arbeitsgruppen vorstellen und wichtige Kontakte knüpfen.<br />
<b>Promotionskandidaten </b>können hier Ideen und Ergebnisse vorstellen und aus der Diskussion wichtige Impulse für ihre Arbeit mit nach Hause nehmen.<br />
Neben viel Wissen und Training macht so ein Studi-Kongress auch noch Spaß!</p>
<p><b>Impuls-Vorträge durch keynote-speaker:</b><br />
Die drei Keynote Speaker stellen wesentliche Schritte und Ergebnisse der medizinischen Forschung vor.<br />
In diesem Jahr sind es:</p>
<ul>
<li>“<b>Dr. Christopher Breuer, </b>der den angeborenen Herzfehler eines 5-Jährigen heilte,</li>
<li><b>Prof. Albert van den Berg, </b>der das Lab-on-a-Chip entwickelte</li>
<li>die <b>Chemie-Nobelpreisträgerin “Prof. Ada Yonath</b>, die das Geheimnis der Ribosomen enthüllte.</li>
</ul>
<p>Mehr über den ISCOMS-Kongress erfahren Sie in dem zweiteiligen Interview mit Yasmin El-Nahry, die im vergangenen Jahr völlig begeistert zurückkam und seitdem ISCOMS-Botschafterin der Goethe-Uni ist:</p>
<p><a title="ISCOMS – ein Kongress für Medizinstudierende: Lernen mit Spaß" href="http://puls.meertext.eu/iscoms-ein-kongress-fur-medizinstudierende-lernen-mit-spas" target="_blank">ISCOMS: Ein Kongress für Medizinstudierende &#8211; Lernen mit Spaß</a> (1)</p>
<p><a title="Teil 2: Der Kongress für Medizinstudierende  – Zuhören, Mitmachen, Präsentieren, Diskutieren" href="http://puls.meertext.eu/teil-2-der-kongress-fur-medizinstudierende-zuhoren-mitmachen-prasentieren-diskutieren" target="_blank">ISCOMS: Ein Kongress für Medizinstudierende &#8211; Lernen mit Spaß (2)</a></p>
<p><a title="ISCOMS 2014" href="http://iscoms.com/" target="_blank">Hier finden Sie das diesjährige ISCOMS-Programm</a>, Kosten und Übernachtungsmöglichkeiten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Teil 2: Der Kongress für Medizinstudierende  &#8211; Zuhören, Mitmachen, Präsentieren, Diskutieren</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Dec 2013 07:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie läuft der ISCOMS – International Student Congress of (bio) Medical Sciences – ab? Und welche Arten von Veranstaltungen gibt es? Die einfachste Form der Kongressteilnahme ist das Zuhören. Die Keynote lectures geben tiefe Einblicke in aktuelle Forschungsgebiete, einige der Redner &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/teil-2-der-kongress-fur-medizinstudierende-zuhoren-mitmachen-prasentieren-diskutieren">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9127" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Workshop-2.gif"><img class=" wp-image-9127 " alt="ISCOMS Workshop " src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Workshop-2-300x200.gif" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Workshop</p></div>
<p><strong>Wie läuft der ISCOMS – International Student Congress of (bio) Medical Sciences – ab?</strong><br />
<strong> Und welche Arten von Veranstaltungen gibt es?</strong><br />
Die einfachste Form der Kongressteilnahme ist das <b>Zuhören</b>.<br />
Die Keynote lectures geben tiefe Einblicke in aktuelle Forschungsgebiete, einige der Redner sind Nobelpreisträger.<br />
Durch die zahlreichen Präsentationen der Nachwuchswissenschaftler bekommt man einen Einblick in sehr unterschiedliche Themengebiete. Und den Eindruck, dass man nie „zu jung“ zum Forschen ist. Dann gibt es noch das <b>Mitmachen</b> in den interaktiven Workshops.<br />
Das<b> Präsentieren</b> eigener Ergebnisse läuft als Vortrag oder als Posterpräsentation ab.<br />
<b>Diskutieren</b> ist immer erwünscht – ob bei den Präsentationen, in der berühmten Groninger Debatte oder einfach mal zwischendurch.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Präsentationen:</span></strong><br />
<strong>Poster-Präsentation</strong>: Man geht in Gruppen zu den Postern, die nach Kategorien geordnet sind, stellt sie kurz vor (ca. 5 Minuten) und bespricht sie dann.<br />
<strong>Orally (Kurzvorstellung):</strong> Da kann man auch mal etwas aus der laufenden Arbeit vorstellen und so Lösungsvorschläge und Feedback einholen<br />
<strong>Plenary (Ausführliche Vorstellung im Plenum, ca 30 Minuten Zeit):</strong> Da sollte man eine schon fertige Arbeit vorstellen.<span id="more-9126"></span></p>
<p>Studierende können ihre Arbeit zur <b>mündlichen Präsentation oder als Poster</b> anmelden und dann so versuchen, Kontakte zu bekommen oder eine passende Arbeitsgruppe für die weitere Arbeit,  z. B. einen PhD, zu finden.<br />
“Die Diskussion ist total offen und sehr hilfreich: Alle diskutieren mit: Studierende und Professoren – alle fragen durcheinander. Das Mikrophon wandert durch den Hörsaal und steht nahezu nie still!“ erzählt Yasmin El-Nahry.<br />
“Durch die Vorstellung der Arbeiten und Fragestellungen bekommt man einen Überblick, woran und wie in den verschiedenen Ländern gerade geforscht wird und was dort wichtige Themen sind.<br />
So ist etwa in Pakistan und Indien die Tuberkulose noch ein wichtiges Thema. In Deutschland wird daran kaum gearbeitet.<br />
Außerdem kann man für eine besonders gute Arbeit einen Preis bekommen: Es gibt ganz viele unterschiedliche Preise für verschiedene Formen der Präsentation. Außerdem bekommt man für den Preis ein Zertifikat – eine tolle Anerkennung und bestimmt bei späteren Bewerbungen von Vorteil.<br />
Durch das konstruktive Feedback und die offenen Diskussionen bekommt man dort unheimlich viel zurück, sehr viel Anerkennung – das fehlt in unserem Studium ja sonst ein bisschen.“</p>
<p><strong>Pre-Courses:</strong></p>
<div id="attachment_9129" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Workshop.gif"><img class="size-medium wp-image-9129" alt="ISCOMS Workshop " src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Workshop-300x200.gif" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Workshop</p></div>
<p>“Die Workshops sind sehr intensiv, interaktiv und praxisorientiert. Sie kosten 15,00 € pro Kurs.<br />
Ich habe an einem Anästhesie-Workshop teilgenommen: Ein Oldenburger Anästhesist hat uns seine Arbeit im OP vorgestellt und wir konnten dann Schritt-für-Schritt verstehen, wie er seine Arbeit macht. In kleinen Gruppen haben wir das Ganze beim Betreten des fiktiven &#8220;operation rooms&#8221; nachgestellt und durften den Patienten selbst versorgen. In einem anderen Kurs, betitelt mit &#8220;how to perform tracheal intubation?&#8221;, wurde das Intubieren geübt. Hoch und runter, bis man sich sicher fühlte &#8211; zumindest am Modell. In kleinen Gruppen kann man dort an einem Tag eine Menge lernen!<br />
Ich habe dort offenbar sehr viel gelernt, denn als ich wenig später in meiner Famulatur  Anästhesie- Tätigkeiten aufgetragen bekam, wurde ich an der Charité für meinen guten Wissensstand gelobt. Da waren noch eine ganze Menge anderer Workshops, die mich sehr interessiert hätten, wie etwa Laparoskopie, Nahtkurse oder das &#8220;Speed dating with researchers&#8221;.</p>
<p>Insgesamt kann man zwei Workshops belegen, entweder zwei verschiedene Themen oder zum gleichen Thema zwei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.“</p>
<p><strong>„Critical Reading“:</strong><br />
“Ich war auch in einem „Critical Reading“- precourse:<br />
Wir haben vorab zwei klinische Studien zugeschickt bekommen und sollten uns vor Kongressbeginn schon einmal einlesen.<br />
Im Kurs war unsere Aufgabe dann in Gruppenarbeit die verwendeten Methoden und Ergebnisse zu beurteilen.<br />
Dazu wurden wir 20 Teilnehmer in 5-er Gruppen eingeteilt. Unsere Ergebnisse wurden dann gemeinsam mit dem Professor, der den Kurs leitete, besprochen.<br />
Er hat uns dann die schwachen und starken Punkte in den Studien erklärt. Das hilft uns natürlich, zukünftig Studien selbst beurteilen zu können.“</p>
<p><strong>Groninger Debatte:</strong><br />
“Die Groninger Debatte ist schon ein fest stehender Begriff- nennen wir es eine Legende!<br />
Zunächst wird eine Hypothese aufgestellt – gern ein provokantes Thema. Dann wird eine Meinungsumfrage unter den Teilnehmern durchgeführt.<br />
Nun diskutieren zwei Dozenten die Hypothese konträr, es folgt eine hitzige Debatte unter den Teilnehmerinnen.<br />
Danach wird erneut ein Meinungsbild aufgestellt.<br />
Das Oberthema war dieses Jahr: <b><a title="ISCOMS: Healthy ageing debate" href="http://iscoms.com/programme/healthy-ageing-debate-2/" target="_blank">Healthy Ageing Debate</a>.</b></p>
<p>Ich habe an der Debatte <b><i>‘Medical treatment of the elderly should not focus on life extension’</i></b> <b>/<i>Governments should use bans for healthy lifestyle’</i></b><i> </i>teilgenommen.<br />
Da ging es etwa darum, ob Menschen, die sich durch ihre Lebensweise selbst Schaden zugefügt haben, anders behandelt werden sollten. Oder ob für ältere Menschen der gleiche Aufwand wie für jüngere Menschen betrieben werden sollte.<br />
Die Meinungen dazu gingen total auseinander:<br />
Bei den europäischen Studierenden kam schon an manchen Stellen diese wirtschaftliche Denkweise durch, Menschen unterschiedlich zu behandeln, abhängig von der Vorgeschichte und den Umständen.</p>
<p>Ich bin total für eine Gleichbehandlung aller Patienten, man sollte als Arzt niemanden verurteilen.<br />
Bei der Diskussion saß ich mitten unter ganz vielen Malaysiern, die waren auch total dafür, alle Menschen gleich zu behandeln und niemanden zu verurteilen. Die waren sehr viel stärker am Dienst an den Menschen orientiert, als an wirtschaftlichen Erwägungen, dabei ist das Geld für die Gesundheitsversorgung in diesen Ländern wirklich sehr knapp.<br />
Aber die sind unheimlich engagiert. In den ärmeren Ländern ist es völlig üblich, dass Ärztinnen und Ärzte abends länger bleiben, um dann noch Menschen zu behandeln, die eine Behandlung nicht bezahlen können. Das hat mich beeindruckt!</p>
<div id="attachment_9128" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Party.jpg"><img class="size-medium wp-image-9128" alt="ISCOMS Party" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Party-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Party</p></div>
<p>Ich finde es sehr wichtig, sich zu schwierigen ethischen Fragen seine eigene Meinung zu bilden und zwar bevor man in diesem Beruf arbeitet!<br />
Unter den Studenten wird in meinem Umfeld über so etwas nur sehr selten gesprochen und nach dem Studium wird man dann auf einmal damit konfrontiert. Man muss meiner Meinung nach schon als junger Mensch lernen, sich korrekt zu schwierigen Fragestellungen positionieren zu können.“</p>
<p>puls. dankt Frau El-Nahry für das sehr engagierte und spannende Gespräch!</p>
<p>Wollen Sie mehr über den Kongress erfahren?<br />
<a title="ISCOMS Ambassadors" href="http://iscoms.com/iscoms/university-ambassadors/" target="_blank">Yasmin El-Nahry (</a><a href="mailto:yasmin_elnahry@hotmail.com">yasmin_elnahry(at)hotmail.com</a>) ist die ISCOMS-Botschafterin für die Goethe-Universität und damit die ideale Ansprechpartnerin.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>ISCOMS – ein Kongress für Medizinstudierende: Lernen mit Spaß</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/iscoms-ein-kongress-fur-medizinstudierende-lernen-mit-spas</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Dec 2013 07:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen und Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[Vorklinik]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Studenten]]></category>

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		<description><![CDATA[ISCOMS – International Student Congress of (bio)Medical Sciences – ist einer der weltweit wichtigsten Kongresse für Studierende der bio-medizinischen Wissenschaften. Der ISCOMS-Kongress für Studierende bietet Hochkarätigen inhaltlichen Input durch renommierte Ärztinnen und Ärzte und WissenschaftlerInnen (darunter sind oft NobelpreisträgerInnen!) Interaktive Workshops &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/iscoms-ein-kongress-fur-medizinstudierende-lernen-mit-spas">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ISCOMS – International Student Congress of (bio)Medical Sciences – ist einer der weltweit wichtigsten Kongresse für Studierende der bio-medizinischen Wissenschaften.</strong></p>
<div id="attachment_9122" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Teilnehmerinnen.gif"><img class="size-medium wp-image-9122" alt="ISCOMS Teilnehmerinnen" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Teilnehmerinnen-300x200.gif" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Teilnehmerinnen</p></div>
<p>Der <a title="ISCOMS" href="http://iscoms.com/" target="_blank">ISCOMS-Kongress</a> für Studierende bietet</p>
<ul>
<li>Hochkarätigen inhaltlichen Input durch renommierte Ärztinnen und Ärzte und WissenschaftlerInnen (darunter sind oft NobelpreisträgerInnen!)</li>
<li>Interaktive Workshops mit praktischen Übungen</li>
<li>Eigene Arbeiten und Fragestellungen vorstellen und diskutieren</li>
<li>Vortrag, Präsentation und Diskussion üben &#8211; auf Englisch</li>
<li>Gespräche und Diskussionen mit Medizinstudierenden aus der ganzen Welt</li>
<li>Internationale Kontakte knüpfen</li>
<li>sein fachliches Englisch (&#8220;medical English&#8221;) verbessern</li>
</ul>
<p><strong>Ein Crashkurs für sehr wenig Geld und in sehr kurzer Zeit.</strong></p>
<p>Yasmin El-Nahry ist Medizinstudierende der Goethe-Uni und hat am ISCOMS-Kongress in Groningen (Niederlande) teilgenommen. Sie ist von ihren Erfahrungen in Groningen begeistert und für die  Periode 2013/2014 die ISCOMS- Botschafterin für Deutschland:<br />
„Ich bin Studentin der Medizin an der Goethe Uni und für letztes Jahr war ich selber dort. Ich denke, der ISCOMS Kongress ist neben dem ESC (European Student Congress) der Charité in Berlin einer der besten. <span id="more-9119"></span></p>
<div id="attachment_9123" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Auditorium.gif"><img class="size-medium wp-image-9123" alt="ISCOMS Auditorium" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Auditorium-300x200.gif" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Auditorium</p></div>
<p>Doktoranden, die ihre Arbeit fertig haben oder die während ihrer Forschung auf interessante (Zwischen-)Ergebnisse gestoßen sind, können vor einem internationalen Publikum ihre Arbeiten präsentieren: In Form einer &#8220;poster-presentation&#8221; oder in einer ausführlicheren &#8220;oral presentation&#8221;.<br />
Zusätzlich dazu werden renommierte Professoren als Gastredner eingeladen, die Vorträge (&#8220;keynote lectures&#8221;) in ihrem Spezialgebiet der Forschung halten- dieses Jahr sind sogar einige Nobelpreisträger auf den Kongress aufmerksam geworden und werden sich und ihre Ambitionen vorstellen.<br />
Der Kongress bietet aber auch vorklinischen Studenten schon einmal die Chance, einmal auf eine sehr praktische Art in Kontakt zu kommen mit dem großen Begriff &#8220;Forschung&#8221; und den Menschen &#8211; jung und alt -,  die dahinter stecken. “</p>
<p>Im puls.-Interview erzählt sie mehr über den ISCOMS, von ihren Erfahrungen und wie alles abläuft:</p>
<p><b>puls. “Wer veranstaltet den Kongress?“<br />
</b>Y.<b> </b>E.-N.: „Die Universität Groningen (Rijksuniverseit Groningen)  ist eine Forschungs-Universität – diese Botschaft wird auch den Studierenden schon mitgegeben.  Das ist wahrscheinlich auch der Grund für diesen Studierenden-Kongress. Er ist neben dem ECS in der Berliner Charité der bekannteste.<br />
Der Kongress wird von den Studierenden selbst organisiert:<br />
Die Studis im 2. Jahr sind dafür verantwortlich, und sie lernen gleichzeitig die Studis des 1. Studienjahrs an, die dann im nächsten Jahr die Aufgabe automatisch übernehmen. Das ist dort so üblich. Einige der Profs unterstützen sie dabei, aber die Studierenden arbeiten sehr selbständig und kümmern sich total professionell um alles.<br />
Beim &#8220;formal dinner&#8221;, das immer am Ende des ersten Kongresstags stattfindet, bedienen dann die Studierenden des 1. Jahres bei einem 3-Gänge-Menü die Gäste, das ist alles schon sehr liebevoll gemacht.<br />
Die Uni ist unglaublich gut ausgestattet, die haben auch wirklich tolle e-learning-Programme und medizinische Puppenmodelle!“</p>
<p><b>puls.: “Wie kommt man als deutscher Studierender dorthin, wo kommt man unter und wie teuer wird es?“<br />
</b>Y.<b> </b>E.-N.: „Von Deutschland nach Groningen kommt man am schnellsten und billigsten mit der Bahn. Man fährt am besten bis Amsterdam und steigt dort in den kleineren Zug nach Groningen um.<br />
Die Studierenden aus Asien und Afrika kommen natürlich mit dem Flugzeug und werden dann in Groningen am Bahnhof von den Organisatoren in Empfang genommen.<br />
Die Groninger Studierenden organisieren auch einen Fahrdienst, etwa vom Zentralbahnhof zu den Übernachtungsmöglichkeiten.<br />
Für die Übernachtung gibt es drei Möglichkeiten:<br />
- &#8220;student host&#8221;: man übernachtet für 15,00 € pro Nacht bei einem studentischen Gastgeber. Das ist praktisch wie Couchsurfing und fast am nettesten, denke ich. Am nächsten Tag wird man dann vom Gastgeber einfach mitgenommen zum Kongressgelände und hat gleich netten Anschluss.<br />
- Studentenwohnheim: Es kostet etwas mehr, dann ist der Transfer zum Kongress allerdings mit dabei. Und man hat auf jeden Fall sein eigenes Zimmer.<br />
- Hostel/Hotel: das kostet etwa 25,00 €. Kündigt man es vorher an, bekommt man von den ISCOMS- Organisatoren Vorschläge zugeschickt und hat keine Probleme etwas vor Ort zu finden.“</p>
<p><b>puls.: „Wie plant man den Kongressbesuch?“</b></p>
<div id="attachment_9124" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Glückliche-Preisträger.gif"><img class=" wp-image-9124 " alt="ISCOMS Glückliche Preisträger" src="http://puls.meertext.eu/wp-content/uploads/2013/12/ISCOMS-Glückliche-Preisträger-300x187.gif" width="300" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">ISCOMS Glückliche Preisträger</p></div>
<p><b><br />
</b>Y. E.-N.: „Insgesamt kann man an vier Tagen teilnehmen.<br />
Am Pre-Congress Tag (Tag 0) gibt es Kurse zu den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, wie &#8220;medical statistics&#8221;, &#8220;critical reading&#8221; oder &#8220;animal experimentation in research&#8221;, die man buchen kann. Ansonsten kommt man einfach abends an und geht zur &#8220;welcoming night&#8221;- bei Pub-Quiz, Buffet oder an der Bar lernt man schon dort den ein oder anderen kennen.<br />
Dann kommen die zwei eigentlichen Kongresstage:  Für die Sessions- muss man sich vorher online anmelden. So muss man also vorher schon überlegen, was man mitmachen möchte!<br />
Wenn man selbst eine Präsentation machen will, muss man natürlich pünktlich seinen Abstract einreichen (für den nächsten Kongress bedeutet das bis zum 14. Februar 2014!)<br />
Abends gibt es nach jedem Tag ein gemeinsames Essen.<br />
Am 4. Tag kann man dann noch an einer Exkursion teilnehmen: Diesmal stand ein Ausflug in ein historisches Fischerdorf mit Fahrradtour auf dem Programm.“</p>
<p><b>puls. “Wie hoch waren die ISCOMS-Kongressgebühren für 2013?“<br />
</b>Y. E.-N.: „Die Workshops der Pre-Courses kosten 15,00 €.<br />
Ich hatte den vollen Konferenzpaß, den „Passe Partout“, für 40 € genommen: darin enthalten waren<br />
die beiden Kongresstage inkl. Pausensnacks und Mittagessen, das abendliche &#8220;social programme&#8221; und die welcoming-Party am Vortag.<br />
Es gibt allerdings auch Tagestickets, das heißt, man zahlt pro Konferenztag jeweils nur 10,00 €.<br />
Wer an der Exkursion teilnehmen möchte, bezahlt zusätzlich nochmal 55,00 €,  dafür wurde aber auch einiges geboten. Es war ein Riesenspaß!<br />
<a title="ISCOMS Preise 2013" href="http://iscoms.com/participation/registration-2/" target="_blank">Das sind die Preise für 2013</a>, die für 2014 sind noch nicht online.<br />
Ich habe an den Workshops teilgenommen und am  Kongress und habe dafür nur ungefähr 60,00 € bezahlt. Dafür habe ich wirklich an Erfahrungen und Eindrücken reichlich zurückbekommen!“</p>
<p><b>puls.: „Woher kommen die TeilnehmerInnen? Welche Gründe habe Studierende, an diesem Kongress teilzunehmen?“<br />
</b>Y. E.-N.: „Für die Kongress-Teilnahme gibt es ein Zertifikat, auf dem auch steht, ob man nur zugehört oder selbst präsentiert hat , auch die Teilnahme an Precourses wird zertifiziert.. Wenn man einen Preis gewonnen hat, gibt es noch gesonderte Zertifikate.<br />
Es waren sehr viele Teilnehmerinnen aus allen Teilen Afrikas und Asiens dabei. Die werden von ihren Universitäten unterstützt und zu solchen Kongressen geschickt, weil diese den Kongress  mit seinem fachlichen Input und Feedback, sowie den internationalen Kontakten für so wichtig halten. Aus Deutschland waren nur ganz wenige Studierende dabei. Die Groninger wundern sich übrigens darüber, schließlich wohnen wir ja wirklich nahe ´dran.<br />
Für die Teilnahme am Kongress und an den Workshops gibt es Zertifikate, außerdem werden viele Preise für die Präsentationen verliehen. Dann gibt es neben einem zusätzlichen Zertifikat auch noch tolle Forschungsgelder (zw. 100 -1500 €), Stipendien oder Jahresabos von Fachzeitschriften, wie &#8220;The Lancet&#8221; oder &#8221; The New England Journal of Medicine&#8221;.“</p>
<p>(Teil 2 können Sie morgen auf puls. lesen).</p>
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		<title>Ärzte ohne Grenzen: Einsatz in der mobilen Bootsklinik in Myanmar</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Nov 2013 11:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Krankenschwester Conny Welte arbeitet für &#8220;Ärzte ohne Grenzen&#8221; in einer mobilen Bootsklinik in Myanmar: &#8220;Mein Tag beginnt meistens zwischen 4:20 und 5:20 Uhr morgens, je nachdem wie weit unser Klinikort weg ist. Meistens bin ich schon früher wach, weil &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/arzte-ohne-grenzen-einsatz-in-der-mobilen-bootsklinik-in-myanmar">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Krankenschwester <a title="Ärzte ohne Grenzen: Conny Welte" href="http://blogs.msf.at/author/conny-welte/" target="_blank">Conny Welte</a> arbeitet für &#8220;Ärzte ohne Grenzen&#8221; in einer mobilen Bootsklinik in Myanmar: &#8220;Mein Tag beginnt meistens zwischen 4:20 und 5:20 Uhr morgens, je nachdem wie weit unser Klinikort weg ist. Meistens bin ich schon früher wach, weil ich entweder vom Regen aufwache, der auf unser Blechdach donnert; oder weil mir irgendwelche Dinge durch den Kopf schwirren&#8221; schreibt sie im <strong>Ärzte ohne Grenzen-&#8221;Blog aus dem Einsatz&#8221;</strong>.</p>
<p>Wie ihr Alltag in Myanmar aussieht, wie sie lebt und arbeitet, ist spannend zu lesen:<br />
http://blogs.msf.at/2013/11/die-herausforderungen-einer-bootklinik-teil-1/<span id="more-9037"></span></p>
<p>Vielleicht eine Idee für Ihr PJ?<br />
Weit weg?<br />
Mal ganz was Anderes?</p>
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		<title>Warum werden Menschen Körperspender?</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/warum-werden-menschen-korperspender</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Nov 2013 07:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorklinik]]></category>
		<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[„Was sagen die Menschen, die sich dazu entschlossen haben, ihren Körper zu spenden dazu? Was sagen die Angehörigen?“ hat Jaeson Chung am 14.10.2013 gefragt. Der Kommentar bezieht sich auf den puls.-Beitrag “Anatomische Präparation am Körperspender? – Ja bitte!“ puls. hat &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/warum-werden-menschen-korperspender">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Was sagen die Menschen, die sich dazu entschlossen haben, ihren Körper zu spenden dazu?<br />
Was sagen die Angehörigen?“ hat Jaeson Chung am 14.10.2013 gefragt.<br />
Der Kommentar bezieht sich auf den puls.-Beitrag <a href="https://puls.meertext.eu/anatomische-praparation-am-korperspender-ja-bitte"><b>“Anatomische Präparation am Körperspender? – Ja bitte!“</b></a></p>
<p>puls. hat diese Fragen an Herrn PD Dr. Christof Schomerus, den Prosektor der  Dr. Senckenbergischen Anatomie, weitergegeben.</p>
<p><b><span style="text-decoration: underline;">Interview mit Herrn PD Dr. Schomerus (Prosektor, s. u.)</span></b></p>
<p><strong>„puls.“: Wie treten Menschen, die Körperspender werden möchten, mit Ihnen  in Kontakt? Und wie kommen sie auf den Gedanken?“</strong><br />
C. S.: „Sie müssen sich mit mir in Verbindung setzen &#8211; schriftlich, telefonisch, per Mail oder auch über ein persönliches Gespräch.<br />
Da es meistens ältere Menschen sind, informieren sie sich weniger über unser Internetangebot, sondern hören es von anderen Personen oder werden durch Presseberichte darauf aufmerksam. Nach solchen Berichten gibt es dann erst einmal mehr Anrufe von Menschen, die Körperspender werden möchten.<br />
Das Thema ist heute regelmäßig in der Presse präsent und es ist kein Tabuthema mehr. Die Presseberichte sind ja meist auch positiv.“</p>
<p><strong>„puls.“: Welche Beweggründe haben Menschen, Ihren Körper für die medizinische Lehre zu spenden?“</strong><br />
C. S.: „Das ist sehr unterschiedlich.<br />
Viele Menschen haben im Krankenhaus Gutes erlebt, und möchten dafür etwas zurückgeben. Die wollen dann mit ihrer Körperspende die Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen und Ärzten unterstützen.<span id="more-8981"></span><br />
Natürlich gibt es auch Menschen, die dabei an die finanziellen Aspekte denken,<br />
Ein anderer Beweggrund ist, dass einige Menschen gar keine Angehörigen haben oder ihren Angehörigen möglichst wenig Mühe machen möchten. Sie wissen, dass wir – die Dr. Senckenbergische Anatomie &#8211; uns dann um alles kümmern werden.“</p>
<p><strong>„puls.“: „Wie kommen Sie mit den Hinterbliebenen in Kontakt?“</strong><br />
C. S.: „Ich werde von dem Tod des Körperspenders informiert und muss dann Kontakt zu den Hinterbliebenen aufnehmen.<br />
Dann erkläre ich Ihnen, was weiter zu tun ist, etwa, dass der Todesfall beim Standesamt gemeldet werden muss. Das ist wichtig, denn dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt, die wir für die Körperspende benötigen.  Nicht durch uns …&#8221;</p>
<p><strong>„puls.“: „Wie reagieren die Hinterbliebenen auf die Körperspende?&#8221;</strong><br />
C. S.: „Viele Hinterbliebene sind über die Körperspende informiert, andere nicht. Für die allermeisten ist die Körperspende o. k., sie respektieren den Wunsch der Verstorbenen.<br />
Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, aber sehr selten ablehnend.<br />
Die Akzeptanz ist sehr hoch, das sehen wir auch bei der Feier zur Beisetzung der Körperspender immer wieder. Viele Hinterbliebene wissen vorab nichts oder wenig über die Feier und sind dann sehr angenehm überrascht. Sie finden den feierlichen Ablauf mit den Ansprachen und der sehr schön und nehmen sehr positiv auf, dass die Studierenden sich dabei so viel Mühe geben.“</p>
<p>puls. dankt Herrn PD Dr. Schomerus für das Interview.</p>
<p><strong>Persönliche Anmerkung der Redaktion:</strong><br />
Ich habe für puls. keine Interviews mit Menschen, die ihre Körper spenden möchten oder deren Angehörigen durchgeführt, obwohl ich regelmäßig an der Beisetzung der Körperspender teilnehme. Ein Interview in dieser Situation wäre mir persönlich zu aufdringlich erschienen. Die Angehörigen sind mit ihrer Trauer beschäftigt und sollten darin auch nicht gestört werden – sie anzusprechen, würden gegen meine persönlichen journalistischen und ethischen Grundsätze verstoßen.<br />
Ein Anruf bei einem Körperspender kommt aus den gleichen Gründen nicht in Frage.<br />
(s. o.)</p>
<p><strong>Welche Aufgaben hat der Prosektor?</strong><br />
Der <b>Prosektor</b> ist verantwortlich für das <a title="Dr. Senckenbergische Anatomie: Körperspende " href="http://www.med.uni-frankfurt.de/institut/zmorph/prosektur/index.html" target="_blank">Körperspendewesen</a>.<br />
Dazu gehören die Ausstellung von Körperspendevereinbarungen, Gespräche mit den Körperspendern und deren Angehörigen, die Verantwortung für die Pflege und Konservierung der Präparate, die Durchführung der Kurse der makroskopischen Anatomie sowie die Durchführung der Beisetzungsfeiern.<br />
Er hat den direkten Kontakt zu den Körperspendern und ihren Hinterbliebenen.<br />
In der Dr. Senckenbergischen Anatomie ist der Prosektor auch für die Organisation und Durchführung von <a title="Dr. Senckenbergische Anatomie: Klinisch-Anatomische Weiterbildung" href="http://www.med.uni-frankfurt.de/fb/fb16/institut/zmorph/weiterbild/index.html" target="_blank">klinisch-anatomischen Weiterbildungsveranstaltungen</a> verantwortlich, die ebenfalls an Leichnamen von Körperspendern durchgeführt werden. In <strong>Operationskursen</strong>, die u.a. in <strong>Zusammenarbeit mit medizinischen Fachgesellschaften</strong> und<b> </b><strong>Medizinprodukt-Herstellern</strong> durchgeführt werden,<b> </b>können neue Operationstechniken standardisiert oder bereits etablierte operative Eingriffe eingeübt und vertieft werden</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahlfach „ Pädiatrische Notfallmedizin“: „Was keine Zähne hat, davon lassen die meisten Ärzte am liebsten die Finger“</title>
		<link>http://puls.meertext.eu/wahlfach-padiatrische-notfallmedizin-was-keine-zahne-hat-davon-lassen-die-meisten-arzte-am-liebsten-die-finger</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Jul 2013 07:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen und Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://puls.meertext.eu/?p=8078</guid>
		<description><![CDATA[Ein interdisziplinäres Seminar zu Notfällen aus den Bereichen Neonatologie, Kinderanästhesiologie und pädiatrischer Intensivmedizin puls. im Interview mit Herrn Dr. Boris Wittekindt,  Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologie“ und der Kursteilnehmerin Ester Burbach. puls.: „Herr Dr. Wittekindt, Sie haben einen &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/wahlfach-padiatrische-notfallmedizin-was-keine-zahne-hat-davon-lassen-die-meisten-arzte-am-liebsten-die-finger">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein interdisziplinäres Seminar zu Notfällen aus den Bereichen Neonatologie, Kinderanästhesiologie und pädiatrischer Intensivmedizin</b><br />
puls. im Interview mit Herrn Dr. Boris Wittekindt,  Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologie“ und der Kursteilnehmerin Ester Burbach.</p>
<p><b>puls.: „Herr Dr. Wittekindt, Sie haben einen speziellen Kurs „Pädiatrische Notfallmedizin“ konzipiert. Was waren Ihre Beweggründe dafür?“<br />
</b>B. W.: „Die Pädiatrie ist sehr interdisziplinär. Die Notfallmedizin für kleine Kindern hat doch einige Besonderheiten, die weder durch die Pädiatrie noch durch die anästhesiologisch geprägte Notfallmedizin gut abgedeckt werden.<br />
Ich wollte schon seit längerem eine interdisziplinäre Fortbildung für Ärzte organisieren, die die Fachgebiete  Anästhesiologie, Neonatologie und Pädiatrie verbindet, weil ich persönlich unbedingt mehr darüber lernen wollte. Bei näherem Nachdenken schien es  auch eine sehr gute Idee zu sein, das für die Studierenden anzubieten. Die einzelnen Themenkomplexe werden zwar schon unterrichtet, aber eben nicht in dieser Verbindung und die halte ich für sehr wichtig.<br />
Der Kurs ist noch recht neu, er läuft erst seit einem Jahr. Jeder Kurs läuft über zwei Semester, die beiden einzelnen Module sind aber in sich geschlossen und können auch einzeln belegt werden. Die Hauptzielgruppe sind die 4., 5. Und 6. Klinischen Semester, aber natürlich sind alle Interessierten herzlich willkommen.“</p>
<p><b>puls.: „Was ist das Besondere an diesem Kurs?“<br />
</b>B. W.: „Die Interdisziplinarität! Wir haben an den meisten Terminen meistens zwei Dozenten, die gemeinsam einen Fall vorstellen. Jeder Dozent betrachtet und erklärt den Fall dann unter besonderer Berücksichtigung seines Fachgebietes, daraus ergeben sich sehr spannende und detaillierte Diskussionen. <span id="more-8078"></span><br />
Meistens steigen wir erst einmal mit einem Kurzreferat eines Studierenden ein, der einen Fall vorstellt. Dann geht es interaktiv weiter, der Fall wird gemeinsam gelöst. Die Studierenden beginnen und die  Dozenten schalten sich dann ein mit weiterführenden Fragen oder ergänzenden Informationen. Die Studierenden werden also aktiv in den Fall einbezogen und  wir entwickeln dann gemeinsam die Lösung.<br />
Ein solches Thema kann sein: „Kritische Atemwegserkrankungen“. Das wäre dann etwa ein akuter Asthmaanfall eines Kindes in der Nacht. Andere Themen könnten eine Verbrennung oder Verbrühung sein oder eine Intoxination oder Ingestion eines Fremdkörpers. Auch Notfallsituationen in Folge eines angeborenen  Herzfehlers werden besprochen. Das sind typische Themenkomplexe aus der Kindernotfallmedizin.“</p>
<p><b>puls.: „Wie läuft der Kurs ab?“</b><br />
E. B. „Der Kurs ist ein Wahlfach, es gibt keine Klausur und es kommen nur die Interessierten. Wer einen Schein braucht, muss regelmäßig teilnehmen, aber einige kommen auch einfach nur so. Der Leistungsnachweis ist ein Referat. Das Lernklima ist wirklich gut! Trotz eines langen Tages machen wir noch ordentlich mit.<br />
Der Kurs ist eine wirklich gute Ergänzung zur Pädiatrie-Vorlesung, denn da besprechen wir kaum Fälle.“</p>
<p>B. W.: „Der Kurz ist überwiegend theoretisch, es gibt aber auch praktischen Übungen. Z. B. die Reanimation am Neugeborenen-Simulator. Das ist auf jeden Fall wichtig für diejenigen, die später als Notarzt oder Kinderarzt arbeiten wollen. Jedes NEF hat eine Ausrüstung auch für Kinder dabei, dazu gibt e s noch spezielle NEFs für Kinder oder Säuglinge. Kindernotfälle sind aber sehr selten, darum ist es schwierig, da bei über die Arbeit Routine zu bekommen. Bei Notfallsituationen mit kleinen Kindern werden selbst erfahrene Notärzte oft unsicher. Was keine Zähne hat, davon lassen die meisten Ärzte am liebsten die Finger.“</p>
<p><b>puls.: „Frau Burbach, Herr Dr. Wittekindt, wie sind Sie zur Kinderheilkunde gekommen?“<br />
</b>E. B.: „Neonatologie interessiert mich! Ich war als Famulantin in der Neonatologie und gleich an meinem zweiten Tag auf der Station, als dort noch alles neu für mich war, hatten wir eine  Sectio caesarea. Alles war bis dahin gut gelaufen, es zeichneten sich keine Probleme bei der Mutter oder dem Kind ab – und dann atmete das Kind nicht! Das hat mich nachdenklich gemacht &#8211; beim nächsten Mal möchte ich darauf besser vorbereitet sein. Denn ich möchte später vielleicht in diesem Bereich arbeiten. Durch den Notfall-Kurs werde ich auf genau solche Situationen viel besser vorbereitet!“<br />
B. W.: „Ich bin durch Zufall zur Pädiatrie gekommen. Mein bester Studienfreund, mit dem ich in einer Lerngruppe war, wollte unbedingt Kinderonkologe werden. Wir haben immer zusammen gelernt und allmählich habe ich mich dann auch zunehmend für das Thema interessiert. Und das Fach dann auch belegt. Auf der Station für Neonatologie hat mich das Thema dann so richtig gepackt.  Mein Spezialgebiet sind Kinder mit angeborenen Fehlbildungen.<br />
Neben der Behandlung meiner kleinen Patienten habe ich mich auch schon immer für Lehre interessiert. Wenn ich mich in ein Themengebiet einarbeiten wollte, habe ich oft eine Lehrveranstaltung für Studierende dazu konzipiert. Danach war ich dann in dem Thema ´drin.<br />
Jetzt wollte ich unbedingt mehr über Kinderanästhesiologie lernen, so kam es zu diesem interdisziplinären Kurs. In der Kinderheilkunde wäre noch mehr interdisziplinärer Arbeit wünschenswert, wir würden  alle von noch profitieren.“</p>
<p>puls. dankt Herrn Dr. Wittekindt und Frau Burbach für das engagierte und spannende Interview.<br />
Das Interview führte puls.-Redakteurin Bettina Wurche.</p>
<p><i>Bettina Wurche</i></p>
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