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Kommentar: Die Bibliothek, das Ordnungsprinzip und die Bücherverstecker

Der Beitrag „Bibliothek: Jede Bibliothek basiert auf dem Ordnungsprinzip“ ist im „PULS.“ erschienen, weil in der Medizin-Bibliothek Verhaltensweisen zunehmen, die für sehr viele NutzerInenn sehr ärgerlich sind: Bücher werden nicht weggeräumt, versteckt oder sogar – an der legalen Ausleihe vorbei – „mitgenommen“ (will heißen: gestohlen).
Die BibliothekarInnen hatten deshalb einen freundlichen Appell an alle BibliotkeksnutzerInnen gerichtet: Eine Bibliothek könne nur funktionieren, wenn sich alle an die Spielregeln halten. Schließlich sind viele Studierende darauf angewiesen, die Bibliothek und den dortigen Buchbestand zu nutzen, um ihr Studium erfolgreich abschließen zu können.
Das Verstecken oder Entführen von Büchern verursacht zusätzliche Arbeit und benachteiligt andere Studierende. Es ist ärgerlich und unsozial.
Das wird ja auch in den zitierten Beiträgen über das unsoziale Verhalten der Jura-Studierenden und den Beitrag aus dem Campus-Knigge deutlich.

Umso schockierender ist der bisher einzige Kommentar auf den Beitrag:
„wenn es genug bücher gäbe oder man die bücherausleihdauer verlängern würde oder ma auch am wochenende ausleihen könnte, müsste man sich nicht dazu herablassen die bücher hinter andere zu legen. nicht jeder ist in der lage sich eine heimbibliothek anzulegen.“
Das hört sich fast so an, als würde die „Schuld“ für das Bücherverstecken der Bibliothek zugeschoben.
Nun: Viele Bücher gibt es gebraucht für kleines Geld, viele andere stehen unentgeltlich als e-books zur Verfügung.
Und: Rechtfertigt die schwierige Studiensituation wirklich alle Mittel?
„Muss“ man die Bücher verstecken, um Medizin studieren zu können?
Ich hoffe, dass das nicht auf die Mehrheit unserer Studierenden zutrifft.
Das wäre ein armseliges Bild für unseren Fachbereich.
Ich würde mir ein paar weitere Kommentare wünschen:
Von Studierenden, die selbst keine Bücher verstecken und das auch bei ihren KommilitonInnen nicht gutheißen.
Auch in der Nachweihnachtszeit darf man noch mal was wünschen….

Bettina Wurche

1 Kommentar

  1. Schaut man sich z.B. die Bibliothek der Mediziner am UKE in Hamburg an, dann kann ich das schon verstehen wenn einer der Meinung ist, dass die Bibliothek bei uns nicht so toll ist.

    Aber Sie haben Recht. Diebstahl und “Hamsterei” lösen die Probleme nicht.

    Persönlich war ich während des Studiums sehr ungern in der “Bib”, nicht wegen der mangelnden Bücherauswahl o.ä., sondern wegen der Leihfristen und generell wegen der schlechten Luft (sorry). Die fristen sind wirklich sehr unflexibel und ungeeignet gewählt für ein Studium der Humanmedizin respektive der Zahnmedizin. Da hab ich mir schon mal lieber ein Buch gekauft und bin dann gerne in die anatomische Lehrsammlung gegangen (zudem gibt es dort eine nette Lernatmosphäre).

    Das was Sie beschreiben, Bücher verstecken etc… , sowie das „Soziale verhalten“ (einiger!) Frankfurter Medizinstudenten überrascht mich jetzt eigentlich gar nicht.