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Neue Studie zu Zecken, Borreliose und

Zecken haben acht Beine, sind große Milben und gehören damit zu den Spinnentieren. Mit ihren Mundwerkzeugen durchbohren sie Haut, um Blut zu saugen. Beim Blutsaugen sondern sie Speichel in die Wunde ab. Der Speichel  enthält Enzyme, die den Wundverschluss hemmen, Entzündungsreaktionen unterdrücken und das Schmerzempfinden verringern. Leider kann der Speichel auch Bakterien und Viren enthalten.
Diese Bakterien- und Virenlast macht den Zeckenstich – umgangssprachlich auch Zeckenbiss genannt – so gefährlich.

Bei uns ist vor allem der Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) verbreitet.
Diese häufigste Zeckenart kann die Erreger von Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen – beide Erkrankungen sind gefürchtet.
„Während die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, von einem Virus verursacht wird, ist Borreliose die Folge einer Infektion mit einem Bakterium der Gattung Borrelia. Borreliose äußert sich zunächst meist durch einen ringförmigen Hautausschlag, kann aber auch eine Reihe weiterer Krankheitserscheinungen und Komplikationen verursachen.“

Ein Frankfurter Forschungsprojekt  hat jetzt untersucht, wo um Frankfurt herum Risikogebiete sind, in denen das Krankheitsrisiko besonders hoch ist.
„Wissenschaftler des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums und des Universitätsklinikums Frankfurt sammelten und analysierten deshalb Tausende von Zecken im Rhein-Main-Gebiet. Ihre im Fachmagazin „Ticks and Tick-borne Diseases“ veröffentlichte Studie zeigt: Der Main ist eine Barriere zwischen unterschiedlich belasteten Gebieten.“ Dazu haben sie untersucht, wie stark Zecken in welchen Arealen mit welchen Krankheitserregern belastet sind. In diesen Gegenden wäre das Erkrankungsrisiko nach einem Zeckenstich besonders hoch.
(Bingsohn L, Beckert A, Zehner R, Kuch U, Oehme R, Kraiczy P, Amendt J (2013): Prevalences of tick-borne encephalitis virus and Borrelia burgdorferi sensu lato in Ixodes ricinus populations of the Rhine-Main region, Germany. Ticks and Tick-borne Diseases (2013), http://dx.doi.org/10.1016/j.ttbdis.2012.11.012)

Lesen Sie dazu auch die gesamte Pressemitteilung des Universitätsklinikums Frankfurt: „Was Zecken in sich verstecken: Studie zeigt Verbreitung infizierter Zecken im Rhein-Main-Gebiet“

Neben dem Holzbock kommt in Deutschland mittlerweile vermehrt auch die Schafzecke Dermacentor marginatus vor, die u. a. das Q-Fieber überträgt.
Die Schafzecke ist durch die zunehmende Erwärmung auf dem Vormarsch, seit etwa 10 Jahren kommt es in Deutschland immer wieder zu regionalen Q-Fieber-Epidemien. Die Schafzecke sitzt überwiegend auf Schafen, tief in deren Wolle verborgen und trägt oft das Bakterium Coxiella burnetii  in sich.
Besonders heimtückisch: Menschen können sich schon infizieren, wenn sie etwa mit dem Zeckenkot in Kontakt kommen, in dem auch Bakterien ausgeschieden werden.
Lesen Sie mehr dazu auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts zum „Q-Fieber (Coxiella burnetii)“.

Bettina Wurche

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