Der SPON-Beitrag „Hautprobleme: Richtig essen hilft gegen Pickel“ beschäftigt sich mit dem alten Problem der unreinen Haut. Der aktuelle Aufhänger sind neue Publikationen, die einen Zusammenhang zwischen Akne und der Ernährung aufzeigen: US-amerikanische Forscher um Jennifer Burris publizieren im “Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics“ und koreanische Forscher um Hyuck Hoon Kwon in der Acta Dermotologica, dass Milch und andere Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index Akne begünstigen können.
Andere Dermatologen beschuldigen das Wachstumshormon Hormons IGF-1, Hautunreinheiten sprießen zu lassen. Oder raten zu Verzicht auf industriell verarbeitete Zucker und Getreideprodukte.
Wieder eine andere Studie aus dem Jahr 2002 besagt, dass Eingeborene aus Papua-Neuguinea und Paraguay keine Akne haben und dies u. a. auf ihre Ernährung aus Früchten, Fisch, Knollen und Kokosnüssen zurückzuführen sei und geißeln die Akne als Zivilisationskrankheit: „Acne vulgaris: a disease of Western civilization” (Cordain et al).
Eine solche „Südsee-Diät“ hört sich zweifellos gesund an, dürfte in Mitteleuropa aber für die meisten Menschen kaum finanzierbar sein. Das würde dann möglicherweise zu weniger Pickeln, aber dafür zum Beinahe-Hungertod führen.
Der Frankfurter Dermatologe Prof. Falk Ochsendorf ist von dem Ergebnis allerdings nicht überzeugt: “Diese Ergebnisse geben zu denken, allerdings hat Cordain den Probanden keine westliche Diät zu essen gegeben, um zu sehen, ob es dadurch zur Akne kommt”.
Der ganze Zeitungsbeitrag ist, ebenso wie die genannten Publikationen und Meinungen, überraschend unüberraschend.
Die genannten Ratschläge und Therapieansätze sind wirklich nicht neu: Rauchen, Stress und die „falsche“ Ernährung können Pickel verursachen.
Über die „richtige Ernährung“ ist man in Wissenschaftlerkreisen nicht unbedingt einer Meinung.
Wie auch immer:
Der Verzicht auf Stress, Nikotin, Alkohol und eine gesunde Ernährung sind immer die bessere Wahl für die Gesundheit.
Nicht nur bei Hautproblemen.
Bettina Wurche