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Medizinstudium: Forderungen der bvmd für die Verbesserung des Studiums

Trias Lernen-Lehren-Prüfen

Trias Lernen-Lehren-Prüfen (Oliver Metzing)

Auf der diesjährigen Tagung der GMA (Gesellschaft für medizinische Ausbildung) hielt Oliver Metzing (bvmd: Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.) einen Grundsatzvortrag mit den Forderungen der bvmd zur Verbesserung des Medizinstudiums. Wir geben hier eine kurze Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten:

Oliver Metzing (bvmd): „Innere und äußere Einflußfaktoren auf die Trias Lehren – Lernen – Prüfen“
Oliver Metzing spricht über aktuelle Veränderungen und Entwicklungen des Medizinstudiums aus studentischer Sicht.
Die bvmd erstellt zu aktuellen Fragen des Studiums regelmäßig Positionspapiere.
Diese Positionspapiere greifen aktuelle Diskussionspunkte auf und betrachten und bewerten sie aus Sicht der Studierenden. So wird etwa die zurzeit angemahnte Studienplatzerhöhung im Fach Humanmedizin zur flächendeckenden Sicherstellung der ärztlichen Versorgung von der bvmd abgelehnt (2011-06-19 Positionspapier Studienplatzerhoehung). Es wird vielmehr befürchtet, dass eine Erhöhung der Studienplatzzahlen bei gleichbleibender personeller, finanzieller und räumlicher Ausstattung der Fachbereiche zu einer deutlichen Verschlechterung der Ausbildung führen würde. Außerdem würde diese höhere Anzahl von Absolventen auch erst in mehreren Jahren zur Verfügung stehen, so dass es keine unmittelbare Erleichterung bei den gegenwärtigen Problemen in der ärztlichen Versorgung geben würde.

Für die Verbesserung der Situation im PJ hatte die bvmd schon 2009 gefordert, die Mobilität zu fördern bzw. zuzulassen und Logbücher einzuführen. Durch mehr Mobilität könnten sich die Studierenden ihren PJ-Platz aussuchen und dadurch Druck auf schlechte PJ-Standorte ausüben, die sich dann um bessere Ausbildung bemühen müssten. Diese geforderte Mobilität würde bedeuten, an jedem Lehrkrankenhaus in Deutschland und an jedem Krankenhaus, dass die Anforderungen der Approbationsordnung erfüllt, das PJ absolvieren zu können. Die Einführung von PJ-Logbüchern würde Krankenhäuser dazu bringen, die von den Fachbereichen geforderten Ausbildungsinhalte tatsächlich zu erbringen (2010-06-13 Positionspapier-Mobilitaet im Praktischen Jahr).

Scharfe Kritik übt Metzing an der derzeitigen Umsetzung der ÄApprO:
Die Approbationsordnung fordert u. a. eine
-    wissenschaftliche und praktische,
-    praxis- und patientenbezogene
-    problemorientierte Ausbildung,
-    fächerübergreifendes Denken und
-    die Verknüpfung theoretischen und klinischen Wissens

Nach § 2 (3) sind 476 Stunden am Krankenbett vorgeschrieben. Viele Fakultäten setzen diese Forderung der umfassenden praktischen Unterweisung nicht um. Stattdessen findet der überwiegende Teil der Ausbildung in Hörsälen über Vorlesungen statt. Metzing betont den Mehrwert des praktischen Unterrichts und unterstreicht die Forderung nach mehr Praxis im Medizinstudium mit dem bekannten Goethe-Zitat:„Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.“
Das Curriculum und die Stundenpläne müssen unbedingt überarbeitet werden, um einen größeren Anteil von Unterricht am Krankenbett und Freiräume zum eigenständigen Arbeiten zu bekommen. In diesem Kontext wären Lernzielkataloge sinnvoll. Theoretisches und klinisches Wissen sollten stärker miteinander verknüpft werden. Auch eine Gewichtung des Stoffes wäre sinnvoll, damit die grundlegenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten stärker in den Vordergrund kommen.

Bettina Wurche

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