Das aktuelle CHE-Forschungsprojekt „Fachkulturen und weibliche Wissenschaftskarrieren: Erfolgsfaktoren von Frauenförderung sichtbar machen“ hat 1117 Professorinnen und Professoren der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer befragt, worin sie die Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen auf Professuren sehen.
In dem Beitrag „Krippenplätze wichtiger als Frauenquote – Unvereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie größtes Hindernis für Chancengleichheit aus Sicht von Professorinnen und Professoren“ stellt die CHE eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse vor.
Demnach sehen die ProfessorInnen Mängel bei der Kinderbetreuung als größte Hürde für einen höheren Anteil an Hochschullehrerinnen: Männliche und weibliche Lehrstuhlinhaber sind übereinstimmend der Meinung, dass sich Familie und wissenschaftliche Karriere schlecht miteinander vereinbaren lassen.
Sehr unterschiedlich bewerten weibliche und männliche Professoren die Situation von Frauen in ihrer universitären Karriere:
Deutlich mehr Professorinnen meinten, Frauen hätten es „durch die männliche Prägung (Habitus) der Wissenschaft schwerer, sich durchzusetzen“, würden „immer noch diskriminiert“ und „durch informelle Entscheidungsprozesse bei der Einstellung benachteiligt“.
Dementsprechend befürworteten auch mehr Frauen Forderungen nach einer Frauenquote und einem verbesserten Mentoring und Coaching für Akademikerinnen.
Lesen Sie dazu auch den Beitrag „Förderung von Professorinnen: Die Mehrheit will bessere Kinderbetreuung“ im Tagesspiegel vom 12.04.
Bettina Wurche