Artikelformat

Campus-Leben: Pressemitteilung der GLM zum KOMM

KOMM

KOMM

“Pressemitteilung der Studierendenvertreter des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität zum drohenden Abriss ihres Studierendenhauses “KOMM”

Das studentische Leben am Fachbereich Medizin ist auf dem Campus Niederrad durch geplante Baumaßnahmen erneut einer konkreten Bedrohung gegenüber gestellt.

Nachdem im vergangenen Jahr  der große Hörsaal  wegen massiven Baulärms der aktuellen Baumaßnahmen der Uniklinik unbenutzbar wurde und die Veranstaltungen seitdem in einer Übergangslösung in Leichtbauweise stattfinden, hat der erste Bauabschnitt die Studierenden erneut, und in noch gravierenderer Weise, eingeholt.

Das Studierendenhaus des Fachbereichs, das KOMM, soll im Mai abgerissen werden um einem (Container-)Neubau der Hautklinik zu weichen.

Dass die Studierendenvertreter mit diesen Plänen durch Zufall und auch erst Ende Dezember letzten Jahres vertraut gemacht wurden, wird von der Leitung der Universitätsklinik schlicht mit der unüberblickbaren Verzögerung der Baumaßnahmen am Campus begründet. Damit der Umbau der Uniklinik nicht weiter in Verzug gerate, was möglicherweise auch finanzielle Folgen haben könnte, müsse die Hautklinik schnellstmöglich umziehen, und da alle weiteren Flächen der Uniklinik für Bauprojekte der nächsten 10 Jahre restlos verplant seien, müsse nun eben das Studierendenhaus weichen. Das habe man selbst erst Ende letzten Jahres in Sichtweite gehabt, so die Klinikleitung.

Doch das KOMM ist mehr als nur ein den Studierenden zugesprochener Ort am Campus Niederrad.

Unter Besetzung in den 70er Jahren für die Medizin-Studierenden Frankfurts als Freiraum erkämpft, ist es historisch bedeutsam und außerdem auch heute noch der einzig wirklich studentische Ort auf dem Gelände einer Klinik, welche in dem Balanceakt zwischen Patientenbetreuung, Forschung und universitärer Lehre all zu oft das Gleichgewicht zu Ungunsten der Studierenden verliert.

Es ist der Kern studentischen Lebens am Fachbereich und Entstehungsort  vieler studentischen Projekte und Initiativen (wie Vortragsreihen, Nachhilfs Lehrangebote außer der Reihe, einem studentisch geführten Café,  der Kabarett Gruppe „Medizyner“, Proberäume für Musiker und Schauspieler,  das “Teddykrankenhaus”, die “Mediziner für Menschenrechte”, “KOMM-Kino”) und nicht zuletzt auch der ideale Ort für tolle Studentenpartys, was woanders nicht möglich wäre. Das KOMM ist die Basis und die unbedingte Voraussetzung für eine mündige Studierendenschaft, um sich am Campus entfalten, entwickeln und einbringen zu können und ihn so zu einem Campus zu machen, der seinen Namen auch verdient.

Deshalb ist unsere Forderung, als Studierendenvertreter des Fachbereichs Medizin, das KOMM als unverzichtbaren Bestandteil des Campus Niederrad zu erhalten.

Mittlerweile hat sich jedoch in zahlreichen Gesprächen, sowohl mit dem Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Schölmerich als auch mit dem Baudezernenten Herrn Möller gezeigt, dass ein alternativer Standort für die kurzfristig erdachte Lösung einer Hautklinik, vor allem aus baupolitischen und anderen finanziellen Interessen nicht besteht. Da aber eingesehen wurde, dass man den Studierenden am Fachbereich einen eigenen Ort zugestehen muss, wurde nun über eine mögliche Alternative in Form eines Neubaus nachgedacht. Planungen für einen solchen wurden mittlerweile begonnen, wobei allerdings der finanziell und zeitlich eng gesetzte Rahmen einige Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Schon im Mai, kurz nach dem Stattfinden der “Teddyklinik”, ein Projekt, das in Augen der Klinikleitung auch ihrem eigenen Ansehen gut tut, soll das alte KOMM abgerissen werden, um möglichst schnell den beliebten und hart umkämpften Platz für eine Dermatologie freizumachen.

Da die Planung eines neuen Gebäudes, der Erhalt einer Baugenehmigung sowie der letztendliche Bau sich noch einige Zeit hinziehen wird, ist für uns Grundbedingung, dass sowohl eine akzeptable Übergangslösung gefunden wird als auch dass vor allem ein gesichertes und zeitlich absehbares Baukonzept steht, das allen unseren Maximalanforderungen gerecht wird. Sollte dies bis zum Abrisstermin unseres KOMMs nicht existieren, werden wir zu anderen Mitteln greifen müssen, um uns einen studentischen Ort auf unserem Campus zu sichern. Einer Besetzung stehen wir nicht grundlegend kritisch gegenüber. Denn hier wird nicht ein gemietetes Gebäude aus Gründen des Eigenbedarfs zurückgefordert, sondern ein selbstverwaltetes Haus enteignet.

In Anbetracht der extremen zeitlichen Verzögerungen aller  Baumaßnahmen auf dem Klinikgelände sind wir uns nicht sicher, wann wir überhaupt mit einem Neubau rechnen können.

Dass wir unser Haus vielleicht aufgeben müssen, zeigt, wie die (Macht-) Interessen am Campus Niederrad verteilt sind, der eben nicht nur Grundstück des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität ist, sondern eben vor allem auch ein Klinikum.

Im Gegensatz zum Krankenhausbetrieb wirkt die Investition in eine gute Campusstruktur, die zum Wohlbefinden der Medizinstudenten erheblich beiträgt, auf kurze Sicht nicht lukrativ. Da es sich hier allerdings um den Ausbildungsort von zukünftigen Ärzten handelt, die die Qualität der Kliniksarbeit und damit ihren, auch finanziellen, Erfolg hauptsächlich tragen werden, wird hier auf lange Sicht an falscher Stelle gekürzt.

Es gibt auch für den, sicher unumgänglichen, Neubau der Hautklinik einen anderen Standort, nämlich den, auf den nun ein neues Studierendenhaus gebaut wird. Doch dieser Standtort  ist für eine Hautklinik nicht attraktiv, da er von der Straße aus nicht sofort sichtbar ist.

Es wird sich also deshalb für den Abriss eines wertvollen und wichtigen Hauses sowie den Neubau von zwei Häusern entschieden. Ein auch finanziell in unseren Augen nicht ganz nachvollziehbarer Schritt.

Doch wer hat am Schluss das letzte Wort?

Bei Fragen und Interesse gerne an:

fritsch@stud.uni-frankfurt.de

info@gemeinsamelistemedizin.de

www.gemeinsamelistemedizin.de”

Kommentare sind geschlossen.