Artikelformat

Medizinstudium: Neuer Studiendekan Herr Prof. Brüne ab 01.11. im Amt

Prof. Dr. Bernhard Brüne

Prof. Dr. Bernhard Brüne

14 Jahre war Herr Prof. Dr. Nürnberger der Studiendekan für den vorklinischen Studienabschnitt. Jetzt gibt er das Amt ab an Herrn Prof. Dr. Bernhard Brüne (Geschäftsführender Direktor des Gustav-Embden-Zentrums der Biochemie), der sein Amt am 01.11.2013 aufnimmt.
Im puls. -Interview stellt er sich vor.

puls.: “Herr Prof. Dr. Brüne, Sie übernehmen das Amt des Studiendekans für den vorklinischen Studienabschnitt. Was hat Sie dazu bewogen?“
B. B.: „In Kaiserslautern habe ich die Zellbiologie neu konzipiert. Das war ein kleiner, naturwissenschaftlicher Fachbereich und natürlich ein großer Unterschied zu einer großen medizinischen Fakultät wie Frankfurt.
Aufgrund dieser Erfahrungen und weil Herr Nürnberger sein Amt gern niederlegen wollte, bin ich Studiendekan für den vorklinischen Studienabschnitt geworden.“

puls.: „Was bedeutet „Lehre“ für Sie?“
B. B.: „Der Hochschulbetrieb ist für mich die Einheit von Lehre und Forschung, nach dem  Humboldtschen Bildungsideal. Ich halte beides für sehr wichtig.
Auch der Kontakt zu Studierenden war und ist mir sehr wichtig. Durch Lehre kann man viel lernen!“

puls.: „Was halten Sie von einer vollständigen, interdisziplinären Verknüpfung der Fächer wie in den Reformstudiengängen?“
B. B.: „Die totale Aufhebung der Fachgrenzen wie in den Reformstudiengängen erscheint mir nicht gut. Unser stärker verschultes System mit den einzelnen Fächern ist für die Studierenden bestimmt einfacher zu lernen und zu bewältigen. Aber eine gewisse Verknüpfung dieser Inhalte könnte beim Lernen und Verstehen hilfreich sein.“

puls.: „Welche Entwicklungen sehen Sie in der Lehre, gerade im Hinblick auf E-Learning?“
B. B.: „Wir werden uns den neuen Herausforderungen etwa durch die Neuen Medien stellen müssen, da gilt es auch, neue Lehrkonzepte zu entwickeln.
Wie sieht Lehre im Dialog aus?
Wie und wo setze ich Neue Medien und E-Learning ein?
E-Learning ist wichtig, man muss sich aber über das dahinter liegende Konzept im Klaren sein. Eine Kommerzialisierung von Lehrinhalten wie in den USA scheidet bei uns definitiv aus. E-Learning als Add-on, also als Ergänzung, wäre gut. Wir müssen jeweils im Einzelfall überprüfen: Wo ist der Benefit für die Lehrenden und die Studierenden? Außerdem müssen natürlich die rechtlichen Grundlagen für das E-Learning geklärt werden.“

puls.: “Was ist Ihr besonderes Anliegen als Studiendekan?“
B. B.: „Möglichste viele Studierende in der Regelstudienzeit zum Abschluss zu bringen!
Ihnen in der Vorklinik gutes Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, damit sie auch weiter gut durchs Studium kommen.
Ich möchte nicht aus jedem Studierenden einen Forscher machen, sondern ihm eine solide Basis mit auf den Weg geben.
Herr Nürnberger hat tolle Arbeit geleistet in seinen 14 Jahren als Studiendekan! Er hat viel, viel angepackt und gearbeitet. Was sich bewährt hat, sollte man nun weiterführen. Man muss nicht alles neu machen.
Wir müssen auf jeden Fall weiter an den Rahmenbedingungen arbeiten. Mit dem Medicum und Audimax kommen wir da schon einmal ein großes Stück weiter – auch wenn es noch etwas dauern wird. Der Interimshörsaal wird uns bestimmt noch ein paar Jahre erhalten bleiben.
Wichtig wäre auch eine noch offensichtlichere Verknüpfung der Fächer in der Vorklinik, damit die Studierenden die Zusammenhänge noch besser verstehen. Der Zugang zur Anatomie und Physiologie scheint für die Studierenden etwas einfacher zu sein, die Biochemie scheint deutlich weiter weg zu sein. Eine noch stärkere Verknüpfung der einzelnen Fächer wäre gut.“

„puls.“: „Herr Prof. Dr. Brüne, vielen Dank für das Gespräch.“

Das Gespräch führte „PULS.“-Redakteurin Bettina Wurche am 31.10.2013.

Kommentare sind geschlossen.