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Lernstudio – Der Gegenentwurf zum „Bulimielernen“

Das Lernstudio gibt es seit 2000/2001, es ist eine Initiative des Plenums. Diese Lernumgebung ist eine Einrichtung des Studiendekanats und wird von Studenten geführt. In 10 Räumen auf 2 Etagen in Haus 9 b bietet das Lernstudio Modelle, Simulatoren, Phantome, Untersuchungsgeräte, Mikroskope, Röntgenbilder, Lernsoftware, Videos und vieles mehr.

Für die Nutzung dieses ausgedehnten Selbstlernangebots muss man sich einfach anmelden.

Bitte nicht auseinanderschrauben

Gemeinsam und hands-on lernen

Das Lernstudio ist, wie die skills-labs anderer Fakultäten, ein Selbstlernzentrum für praxisorientiertes Lernen.

Ziele des Lernstudios sind:
-          Die Studierenden sollen ihre Prüfungen bestehen (und können hier dafür üben).
-          Die Studierenden können hier grundlegende medizinische Fertigkeiten lernen und trainieren.

Das Lernstudio-Team hat keinen Lehrauftrag, sondern unterweist und unterstützt in der Nutzung der Medien.
Manche der Medien können ausgeliehen werden, um sich auch noch zu Hause damit zu beschäftigen.
Das Lernstudio ist kein curriculäres Angebot, d. h., es gibt keine Verpflichtung zur Nutzung dieser Lernangebote.

Platz für Laut- und Leise-Lernen

Lerne laut!

Das Lernstudio bietet Raum an, um in Gruppen laut zu lernen.
Für diese sehr wichtige Lernform, in der erarbeitetes Wissen nochmals anders reflektiert wird, gibt es auf dem Campus ansonsten viel zu wenige Möglichkeiten.

Wie groß der Bedarf an Gruppenarbeitsräumen ist, ist daran zu erkennen, dass in den Lernstudio-Räumen auch viele externe Veranstaltungen stattfinden:
Dazu gehören z. B. die OSCE-Vorbereitung, Anatomie am Lebenden (AAL), Problemorientiertes Lernen (POL) und das Blockpraktikum Gynäkologie. Wenn Räume durch solche externen Veranstaltungen belegt sind, stehen sie nicht für die Lernstudio-Benutzer bereit.
Es ist zu hoffen, dass im derzeit geplanten Medicum genügend Räume für das laute Lernen in Gruppen geplant werden.

Maren Jordan, Nikolai Fuhr, Bettina Wurche

Interview mit Lernstudio-Mitarbeiter Nikolai Fuhr:

„PULS.“: „Wie sind Sie zum Lernstudio gekommen?“
Herr Nikolai Fuhr: „Ein Freund von mir arbeitet in einer ähnlichen Einrichtung in München, der hatte mir schon davon erzählt. Daraufhin bin ich hier sofort zum Lernstudio gegangen und wollte mitmachen. Diese Form des Lernens spricht mich an, die Arbeit im Lernstudio-Team ist interessant und abwechslungsreich.“

„PULS.“: „Gibt es auch an anderen medizinischen Fakultäten Initiativen wie das Lernstudio?“
Herr Nikolai Fuhr: „Ja, z. B. in München und Münster. In München steht es unter der Leitung einer Ärztin, hat mehr Personal als bei uns und einen ganz anderen Etat. Dort steht z. B. ein Thorax-Modell, an dem man Herz-und Lungentöne verschiedener Krankheitsbilder einstellen kann.“

Schrank mit klinischen Modellen

„PULS.“: “Wie funktioniert das Lernstudio?
Herr Nikolai Fuhr: „Natürlich kann man sich auch im Lernstudio mit einem Buch allein zum Lernen hinsetzen. Für alle, denen das nicht genügt, gibt es hier auch die Möglichkeit zum Laut lernen und für Gruppenarbeit.
Ich selbst bevorzuge Diskussionen und multimediale Lerneinheiten als Ergänzung zum Buchwissen. Durch eine Diskussion in einer Lerngruppe werden Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, auf die ein Lernender allein oft gar nicht kommt. Dadurch werden die komplexen Zusammenhänge und umfangreichen Details noch einmal deutlicher.“

„PULS.“: „Wie nehmen die Studierenden das Lernstudio an?“
Herr Nikolai Fuhr: „Die Vorstellung in diesem Semester unter den Erstis war super. Das Interesse war so groß, dass wir förmlich überrannt worden sind. Wir hatten in den ersten Tagen des Semesters schon ungefähr 40 Neuanmeldungen.“.

„PULS.“: „Was begeistert Sie am Lernstudio besonders? Warum engagieren Sie sich in dieser Institution?“
Herr Nikolai Fuhr: „Das Lernstudio-Team ist aktiv und ständig auf der Suche nach neuen Ideen zur Unterstützung der Lernprozesse. Manchmal werden hier Projekte angedacht, bevor andere Leute die Möglichkeiten dazu nur ahnen. Einmal hatte ich wegen der Einrichtung einer multimedialen Lernumgebung ein Gespräch mit der Computerfirma Apple und bin bis zum Education Sales Manager durchgestellt worden. Wir wollten das natürlich gesponsert bekommen, was leider nicht geklappt hat. Aber es war ein tolles Gespräch und hat mir gezeigt, dass in diesem Bereich noch unglaublichen Möglichkeiten liegen.“

„PULS.“: „Haben Sie im Lernstudio aktuelle besonders dringende Wünsche für wichtige Lernmedien, die Sie gern anschaffen würden?“
Herr Nikolai Fuhr: „Oh, da gibt es schon so einige: Besonders hilfreich wäre im Moment ein Thorax-Simulator, an dem man die Herz-Lungen-Töne verschiedener Krankheitsbilder einstellen kann. Auch ausrangierte Sonografie-Geräte würden uns weiterhelfen, damit könnte man gut üben.“

Das Gespräch mit Nikolai Fuhr führte „PULS.“-Redakteurin Bettina Wurche.

„PULS.“ dankt Herrn Fuhr für das Interview.

Bettina Wurche

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