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Lehre: Lehrveranstaltung zum Thema Überbringen schlechter Nachrichten

Wie überbringt ein Arzt, eine Ärztin einem Patienten oder dessen Angehörigen schlechte Nachrichten?
Und wie lernt ein angehender Arzt oder eine Ärztin, diese schwierige Situation zu meistern?

Lia Pauscher beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit am Institut für Allgemeinmedizin damit, wie eine Lehrveranstaltung „Überbringen schlechter Nachrichten“ konzipiert sein sollte.
Im “PULS.”-Interview erzählt sie, warum dieses Thema sie beschäftigt und wie sie dabei vorgeht.

„PULS.“: „Frau Pauscher, wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?“
L.P.: „Während meiner Famulatur in London habe ich  auf einer onkologisch-palliativen Station gearbeitet. Dort habe ich Krankenschwestern erlebt, die durch spezielle Kommunikationstrainings für das Überbringen schlechter Nachrichten geschult worden waren. Ihr Umgang mit den Patienten bei diesem schwierigen Thema  hat mich beeindruckt. Außerdem habe ich dort den „Liverpool Pathway“ kennen gelernt, der ja mittlerweile auch bei uns auf der Palliativ-Station eingeführt wird.
(Lesen Sie dazu auch das „PULS.“-Interview mit Frau Dr. Gog, die die Palliativ-medizinische Abteilung des Frankfurter Uniklinikums leitet).
Zudem  ist seit  Juli 2012 die Ärztliche Gesprächsführung in Deutschland ein in der Approbationsordnung geforderter Bestandteil des Medizinstudiums. In den USA und England sind Unterrichtseinheiten zur Arzt-Patienten-Kommunikation und speziell zum Überbringen schlechter Nachrichten schon seit Jahren in das Curriculum von Medizinstudierenden implementiert. Auch bei uns in Frankfurt sehe ich deshalb den Bedarf für eine solche Lehrveranstaltung.“

„PULS.“: „Wie werden Sie bei Ihrer Arbeit jetzt weiter vorgehen?“
L.P.: „Im Rahmen meiner Doktorarbeit  habe ich einen Online-Fragebogen entwickelt um mit 24 Fragen den Bedarf unter den Studierenden zu analysieren. Darin frage ich die Studierenden, ob sie  einen Bedarf für eine solche Lehrveranstaltung sehen. Um die Lerneinheit möglichst gut auf die Bedürfnisse der Studierenden der Humanmedizin abzustimmen, werde ich  ihre Ideen und Vorschläge sammeln. Die Umfrage habe ich Mitte Februar an die Studierenden des klinischen Studienabschnitts verschickt.
Nach der Auswertung der Antworten werde ich  Vorschläge entwickeln, wie ein solches Kommunikationstraining aussehen könnte. Bereits für Mai oder Juni diesen Jahres ist die Pilotierung der Kurse geplant. Wie genau die Kurse ausgestaltet sind, hängt dabei natürlich maßgeblich von den Ergebnissen der Bedarfsanalyse ab. Die Studierenden haben so die Möglichkeit, direkt Einfluss auf die Lehre zu nehmen.“

„PULS.“: „Vielen Dank für das Interview, Frau Pauscher.“

Wir hatten natürlich viel mehr Fragen zu dem Thema und der geplanten Lehrveranstaltung und Frau Pauscher hatte noch viele interessante Details zu erzählen.
Aber: Wenn wir jetzt mehr geschrieben hätten, hätten wir vielleicht die Umfrage beeinflusst.
Darum warten wir die Umfrage ab und berichten dann mehr Details zum ärztlichen Kommunikationstraining zum Überbringen schlechter Nachrichten und zu den Antworten der Studierenden. Und dann gibt es noch einen längeren Beitrag zu diesem wichtigen Thema.

Bettina Wurche

Bettina Wurche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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