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“PULSmesser” (7): Digitale Odyssee

"PULSmesser" - die Kolumne

"PULSmesser" - die Kolumne

OLAT ist unser Lernmanagement-System: Gesicherte virtuelle Räume zum Austausch von Lernmaterial wie Vorlesungsunterlagen. Eine wirklich gute Idee: Mit dem HRZ-Nutzernamen und -Paßwort kommt jeder Student hinein und findet dort alle Unterlagen zu allen Fächern.

Aber OLAT und FINeEST sind offenbar nicht genug; nein, es existieren für fast jedes Institut auch noch Extra-Seiten, auf denen wir unsere Vorlesungsfolien zusammensuchen müssen!Oft sind diese dann auch noch mit einem Extra-Passwort „gesichert“, wie beispielsweise auf den Seiten der Kardiologie, Angiologie, Neurologie, Radiologie, Rechtsmedizin oder Pathologie, sodass man Glück haben muss, „nebenbei“ noch schnell am Ende der Vorlesung vom Professor erwähnte Passwort aufzuschnappen.
Aber wie war das noch gleich? „Der Vorlesungsbesuch ist freiwillig“? Man darf den Lehrstoff ruhig auch eigenständig zuhause bearbeiten? Nun, wie man das bewerkstelligen soll, wenn man das Passwort nicht kennt, bleibt wohl ein Organisationsrätsel.

Die Studenten sind jedoch nicht untätig und wissen sich zu helfen! So werden dann Facebook-Gruppen gegründet und all die Informationen, die uns von der Uni „vorenthalten“ werden, untereinander ausgetauscht. Oftmals sind diese Foren übersichtlicher und strukturierter als die Uniseite selbst, auf der man auch nur schwerlich den Überblick behält und am allerbesten via Google direkt sucht (Eingabe: „Uni Frankfurt Stundenplan Vorklinik“ führt einen bekanntermaßen schneller zum Ziel als das Herumsuchen auf der Uni-Homepage selber…).

Doch kann das Sinn und Zweck sein? Es existiert doch OLAT eben für diesen Zweck!
Leider ist es dennoch vielen Instituten scheinbar völlig unmöglich, ihre Folien dort einfach hochzuladen. Viele haben Angst vor Urheberrechtsklagen, nehmen Bilder und sonstiges Lehrreiches aus ihren Vorlesungen heraus und stellen dann klapprige Vorlesungsfolien-Skelette auf ihren Institutsseiten online. Leider bringen diese uns Studenten so „abgemagert“ dann kaum noch irgendetwas…
Oft haben wir in den Sekretariaten direkt nachgefragt, bekommen aber immer nur unsicheres Schulterzucken und irgendetwas von Urheberrechtsverletzungen und möglichen Klagen als Antwort gemurmelt.

Warum wird dann nicht auf die Passwort (HRZ-Account)-geschützte Plattform der Uni, OLAT, zurückgegriffen? Es ist nicht zu verstehen und lässt mir die Haare zu Berge stehen!
Schließlich ist die Vorbereitung auf wichtige Klausuren unter diesen Umständen mehr Detektivarbeit als wirkliches Lernen, was doch nun wirklich nicht Sinn und Zweck des Studiums sein kann…
An anderen Universitäten funktioniert es doch auch und wir HABEN bereits eine in der Theorie so praktische Plattform für alle Uni-Unterlagen und Informationen!
Bitte, liebe Dozenten, Professoren und SekretärInnen: Kommt uns lernwilligen Studenten doch so weit entgegen, dass wir eine reelle Chance auf leichte Materialbeschaffung haben.
Die jeweiligen, „selbstgebastelten“ Institutsseiten sind eine Zumutung und führen nicht zu Sicherheit vor Urheberrechtsklagen, sondern schlichtweg zu Einem: grober Unübersichtlichkeit!

Auris

1 Kommentar

  1. Oh ja! “klapprige Vorlesungsfolien-Skelette auf ihren Institutsseiten” – das trifft’s!! Well done, bleib dran!