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CHE-Ranking des FB Medizin der Goethe Universität 2003, 2006 und 2009

Das CHE-Ranking von 2009 für die Humanmedizin der Frankfurter Goethe-Universität brachte miese Ergebnisse.

Unter dem Aspekt „Beurteilung der Studiensituation insgesamt“ landete das Frankfurter Humanmedizin-Studium in der Schlussgruppe und war zusätzlich als „Absteiger“ markiert. Das bedeutete eine Verschlechterung zum CHE-Ranking-Ergebnis von 2006, als es noch in der Mittelgruppe lag.

Und welche Ergebnisse wurden in vorigen Rankings erbracht?
„PULS.“ hat die Daten der Rankings von 2003, 2006 und 2009 miteinander verglichen:
Insgesamt ist der FB 16 2009 mit 3,0 bewertet worden. Das war eine starke Verschlechterung zu 2,4 in 2006 und eine leichte Verbesserung zu 3,3 in 2003.

Warum veränderten sich die Beurteilungen zwischen 2003, 2006 und 2009?

2001 war eine neue Studienordnung eingeführt worden, mit der zunächst der klinische Studienabschnitt grundsätzlich neu geordnet worden war. Die Lehrveranstaltungen der ersten Semester wurden didaktisch wesentlich besser gruppiert, die neue Struktur erleichterte das Lernen.

Beim ersten CHE-Contest im Jahr 2003 lief der vorklinische Studienabschnitt nach der neuen Studienordnung gerade ein Jahr. Die meisten Studierenden studierten noch nach der alten Studienordnung.
Erst wenige Studierende hatten das neue Grundstudium durchlaufen, die meisten waren mit ihrer Studiensituation eher unzufrieden.
Dadurch kam es 2003 zu dem schlechten CHE-Ergebnis von 3,3.

2006 war die neue Studienordnung schon 4,5 Jahre in Kraft. Sie führte zu einer erheblichen Stimmungsaufhellung am Fachbereich.
Die verbesserte Struktur im vorklinischen Bereich führte zu guten Physikumsergebnissen und zu größerer Zufriedenheit unter den Studenten. Mittlerweile war auch im klinischen Studienabschnitt eine neue Studienordnung eingeführt worden, die aber noch in der Erprobung steckte und noch von sehr wenigen Studierenden durchlaufen worden war. Auftauchende Probleme wurden geduldig als „Kinderkrankheit“ betrachtet. Die Studenten hatten im Großen und Ganzen den Eindruck: Der Fachbereich bemüht sich, das Studium zu verbessern.
Insgesamt waren die Studierenden 2006 deutlich zufriedener und vergaben eine 2,4 als Ranking-Wert.

2009 wurde deutlich, dass es bei der Umsetzung der neuen Studienordnung im klinischen Studienabschnitt erhebliche Probleme gab, die über mehrere Jahre hinweg nicht ausgeräumt worden waren.

Dadurch nahm die Unzufriedenheit der Studierenden wieder deutlich zu: im CHE-Ranking gab es 2009 nur noch 3,0.

Der Kredit für die Verbesserungsanstrengungen des Fachbereichs war aufgezehrt.

Wie der Fachbereich auf das miese Ergebnis reagierte, ist in der Fortsetzung unseres CHE-Dossiers auf „PULS“ zu lesen: Wie ist der FB 16 mit den Ergebnissen des Ranking umgegangen?

Bettina Wurche