Prof. Dr. Jennifer Lippincott-Schwartz ist eine US-amerikanische Zell-Biologin. Sie leitet die Sektion Organell-Biologie im Bereich Zellbiologie und Stoffwechsel am National Institute of Health in Bethesda (Maryland) und forscht an den dynamischen Prozessen der Zelle und ihrer Organellen. Sie ist Mitglied der National Academy of Sciences.
Lippincott-Schwartz ist durch ihre Familiengeschichte – ihr Vater war Chemieprofessor - frühzeitig mit naturwissenschaftlicher Forschung in Kontakt gekommen: In der Küche der Familie hing ein Periodensystem. Schon in der Schulzeit interessierte sie sich für Biologie, belegte aber zunächst andere Schwerpunkte. Nach der Schule wurde sie erst einmal Lehrerin für Physik, Chemie und Biologie an einer Mädchenschule in Kenia. In Afrika kam sie in Kontakt mit drängenden medizinischen und pharmazeutischen Problemen, die sie schließlich zur Biologie zurückbrachten.
“I saw the problems all around,” she said. “In addition to lack of treatment for endemic diseases like malaria, there was a lack of understanding of how to grow crops efficiently.” “I quickly realized that I did not want to go into psychology,” she said. “I veered back into the biological world.”
Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie zunächst weiterhin als Lehrerin, diesmal an einer Jungenschule. „Ein Kontrast auf allen Ebenen!“ sagt sie dazu.
Der Wechsel und Kontrast von einer Mädchenschule in einem sehr armen Land zu einer Jungenschule in einem reichen Land brachte ihr einen phänomenalen Einblick in die Unterschiede von Lernen und Lehren in der Wissenschaft.
Zellbiologie wurde zu ihrem Biologie-Forschungsschwerpunkt.
Sie hat bahnbrechende neue Forschungsergebnisse insbesondere zum Golgi-Apparat, Lysosomen, und anderen Zellbestandteilen gefunden und neuartige Mikroskopiertechniken entwickelt, mit denen die dynamischen Vorgänge innerhalb von Zellen sichtbar gemacht und dokumentiert werden konnten! (“Profile of Jennifer Lippincott-Schwartz”, Tinsley H. Davis, Freelance Science Writer).
Das Video gibt eine Einführung in ihre neue Mirkoskopiertechnik: “Breakthrough in Intracellular Fluorescent Imaging: An Introduction”
Jetzt hat sie die Merz-Stiftungsgastprofessur zur Förderung internationaler wissenschaftlicher Beziehungen der Goethe-Universität in den Bereichen Medizin und Pharmazie der Goethe-Universität erhalten:
„Als herausragende Persönlichkeit in der Erforschung der Architektur und Dynamik der Zelle wird 2013 Frau Prof. Dr. Jennifer Lippincott-Schwartz auf eine der wichtigsten Stiftungsgastprofessuren der Goethe-Universität, der Friedrich Merz-Stiftungsprofessur, berufen. Prof. Lippincott-Schwartz forscht in den USA am National Institute of Health über dynamische Prozesse der Organell-Biogenese und den Transport von Zellkomponenten, die in direktem Zusammenhang mit einer Reihe von neurodegenerativen, Stoffwechsel- und Krebs-Erkrankungen, aber auch Infektionskrankheiten stehen.“ (Unireport_5-13.pdf).
In dieser Woche hält die engagierte Forscherin an der Goethe-Universität Vorträge für Studierende in verschiedenen Fachbereichen. Bei uns ist sie am Mittwoch zu hören:
STUDENT LECTURE: “Navigating the cellular landscape with new optical probes, imaging strategies and technical innovations“
Mittwoch, den 23.10.13 von 10.00 bis 11.00 Uhr.
Im Interimshörsaal, Haus 61, Sandhöferallee, Medizin-Campus Niederrad (Chair: Bernhard Brüne)
Hier finden Sie mehr über die Veranstaltungen rund um die Merz-Professur von Frau Prof. Dr. Lippincott-Schwartz.
Ihr Statement zum wissenschaftlichen Arbeiten ist bemerkenswert:
Offenheit und Perspektivenwechsel!
“Cells and systems have evolved to be dynamic processes, and this evolutionary principle should guide our inquiries,” she said. Moreover, majoring in philosophy gave her the conviction that knowledge is best built on multiple techniques whenever possible. “Don’t rely solely on 1 approach to verify what you found,” she explained.
Openness to different perspectives, whether it be evolutionary or otherwise, is important to Lippincott-Schwartz. She has not forgotten the influence of her exposure to different cultures in Africa. She makes it a priority for members of her family to travel to remote places so they, too, are open to new ways of seeing the world.
Ihre „Student Lection“ ist garantiert hörenswert!
Hingehen!