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BAföG – zu wenig zum Leben

Der hohe Semesterbeitrag und die hohen Mieten sind für Frankfurter Studierende ein Dauerthema.
Die finanziellen Eckdaten eines Studiums an der Goethe-Uni sind

  • maximal 597,00 € BAföG plus 73,00 € (Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag)
  • 344,00 € Semesterbeitrag
  • Miete, Lebensmittel, Bücher, Kleidung,…

Allerdings bekommen nur wenige Studierende den Höchstsatz, durchschnittlich  erhält ein förderungsberechtigter Student heute 448 € monatlich.

Studierende, die von Bafög leben müssen, sind immer öfter auf die Hilfe von Tafeln angewiesen.
In dem Beitrag „Wenn das Bafög nicht reicht“ erzählt der Chef des baden-württembergischen  Landesverbands der Tafeln: In machen Städten gebe es „eine zunehmende Anzahl von Studierenden […], die Bafög beziehen, damit aber nicht über die Runden kommen. Das ist bedrückend, dass junge Menschen in dieser wichtigen Lebensphase auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind.“
Andere Studierende würden sich ihr Essen teilweise auch aus Abfallcontainern von Supermärkten zusammensuchen, erzählt ein AStA-Vertreter der Uni Freiburg.

Die genannten Beispiele sind aus Karlsruhe und Freiburg. In Frankfurt dürfte es aber nicht viel anders aussehen, zumal die Mieten in hier noch deutlich höher sind.
Die zunehmende Armut unter Studierenden wird seit mehreren Jahren in der Presse immer wieder diskutiert. Leider hat das bisher nicht dazu geführt, das BAföG den steigenden Lebenshaltungskosten entsprechend zu erhöhen oder mehr Studentenwohnheime mit geringen Mieten zu bauen.

Die Bildungsministerin Wanka hatte nach Pressemeldungen Ende Januar 2014 angekündigt, noch in diesem Jahr eine BAföG-Reform anzugehen.
Das BAföG war zuletzt 2010 um 5 % erhöht worden, das Deutsche Studentenwerk (DSW) hatte jetzt wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten eine Erhöhung um 10 % gefordert.
Über die Umsetzung der BAföG-Reform ist erst einmal ein Streit zwischen der CDU und der SPD entbrannt. Die SPD wollte das BAföG aus Bundesmitteln zahlen, die CDU bzw. Ministerin Wanka ist strikt dagegen.
Eine schnelle Einigung ist da nicht zu erwarten.
Die Studierenden können ja warten.

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