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Presseschau: “Die unerträgliche Schuld der Ärzte” (SZ vom 24.3.2011)

PULS.-Presseschau

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Die schuldhafte Verstrickung der Ärzte in die Euthanasiepolitik der Nazis ist auch heute ein Thema, das von Medizinern auf mehreren Ärztetagen diskutiert wurde. Warum “brachen so viele Mediziner ihren hippokratischen Eid, Kranke zu heilen und Patienten nicht zu schaden” ….” ? Nicht nur Feigheit oder Opportunismus trieb die Ärzte an, sondern auch Überzeugung. So wurde kein Mediziner gezwungen, sich an Krankentötungen zu beteiligen, doch viele von ihnen teilten schon vor der Nazizeit verbreitete rassehygienische Gedanken.”

Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe: “die übergroße Mehrheit der Ärzte schwieg oder war einverstanden.” Das sei eine “unerträgliche Erkenntnis”. Grund für Herrn Hoppe eine Forschergruppe um Robert Jütte – Medizinhistoriker – anzuregen,  einen umfassenden Überblick über die Forschung zur Medizin im Nationalsozialismus vorzulegen. Dieser Forschungsbericht liegt jetzt vor, am gestrigen Mittwoch (23.3.2011) wurde sie von Jörg-Dietrich Hoppe in Berlin vorgestellt.

“Die Krankenmorde gelten als am besten erforschter Teil der Euthanasie-Verbrechen der Nazis. Und doch besteht noch Forschungsbedarf” wie der Forschungsbericht deutlich macht. “So sei noch nicht ausreichend dokumentiert, warum in manchen Regionen radikaler selektiert wurde als anderswo, heißt es” in dem Bericht. (Alle Zitate aus: N.v. Hardenberg, SZ Nr.69, S.9, Do 24.3.2011)

lesen Sie den Bericht unter sueddeutsche.de

Robert Jütte – Medizinhistoriker – ist Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart sowie Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer und Vorsitzender der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V.
GJK

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