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	<title>puls. &#187; Allgemeinmedizin</title>
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	<description>News-Magazin des FB Medizin der Goethe-Uni</description>
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		<title>Interview: „Landpartie“ für Studierende der Allgemeinmedizin (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 07:30:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview: „Landpartie“ für Studierende der Allgemeinmedizin (Teil 2): Wie lebt und praktiziert es sich als Landarzt? Interview mit Herrn Dr. Hans-Michael Schäfer (Leiter des Arbeitsbereichs Lehre, Institut für Allgemeinmedizin) (Teil 2)„PULS.“: „In der Berichterstattung über den Landarztmangel taucht oft die &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/interview-%e2%80%9elandpartie%e2%80%9c-fur-studierende-der-allgemeinmedizin-teil-2">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview: „<span style="text-decoration: underline;">Landpartie“ für Studierende der Allgemeinmedizin (Teil 2): </span>Wie lebt und praktiziert es sich als Landarzt?</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Interview mit Herrn Dr. Hans-Michael Schäfer (Leiter des Arbeitsbereichs Lehre, Institut für Allgemeinmedizin) (Teil 2)</span></strong><strong>„PULS.“: „In der Berichterstattung über den Landarztmangel taucht oft die Behauptung auf, dass die jungen Mediziner überhaupt nicht auf dem Land leben wollen. Gibt es nicht auch Studierende, die selbst in eher ländlichen Gegenden aufgewachsen sind und sich dort sehr wohl fühlen?“</strong><br />
H.-M. S.: „Ja, natürlich gibt es Studierende, die auf dem Land aufgewachsen sind und sich auch gut vorstellen können, Landärzte zu werden. Schließlich kennen sie die Vorteile der dörflichen Gemeinden aus eigener Erfahrung.“</p>
<p><strong>„PULS.“: „Welche Vorteile haben denn die dörflichen Gemeinden?“</strong><br />
H.-M. S.: „Den dörflichen Gemeinden wird oft vorgeworfen, dass sie so wenig kulturelle Angebote haben. Zunächst ist es ja so, dass die meisten Menschen relativ selten Theater, Museen oder Opern besuchen, auch wenn sie in der Stadt leben und theoretisch die Möglichkeit dazu haben. Außerdem wird immer übersehen, dass im ländlichen Raum eine ganze Reihe von sehr attraktiven Freizeitmöglichkeiten bestehen. In kleinen Gemeinden werden etwa viele Feste organisiert. Zusätzlich gibt es hier ein breites Angebot von Outdoor-Sportarten, die die Städte nicht bieten: Von Skilaufen bis Rafting.<br />
Darum bieten wir unseren Studierenden einen zusätzlichen Event-Tag an, auf dem der Landkreis Fulda seine Freizeitmöglichkeiten vorstellt. Der Landkreis zwischen Rhön und Vogelsberg ist ein begehrtes Urlaubsgebiet und hat ein umfassendes Freizeitangebot wie Segelfliegen, Skilaufen, Hiking, Klettern, Rafting oder Wandern. Das ist ein wesentlich größeres Sport- und Freizeitangebot als eine Großstadt zu bieten hat.<br />
Dazu kommt: In einer kleinen Gemeinde wird man viel stärker in die Gemeinschaft  eingebunden. Und auf dem Land ist man als Arzt noch eine echte Respekts- und Vertrauensperson.“<span id="more-4607"></span></p>
<p><strong>„PULS.“: „Worin unterscheidet sich die Tätigkeit als Landarzt gegenüber einem Arzt in der Stadt?“</strong><br />
H.-M. S.: „Die Querschnittsbetreuung ist auf dem Land noch wichtiger als in der Stadt. Ein Landarzt hat ein  hohes Sozialprestige, so wie Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister oder Apotheker. Die Autonomie von Allgemeinmedizinern ist auf dem Land sehr hoch. Man kann fern von hierarchischen medizinischen Strukturen sehr unabhängig und selbständig arbeiten. Das ist ein riesiger Unterschied zu einer Tätigkeit beispielsweise in einer Universitätsklinik mit starren Hierarchien vom Assistenz- über den Oberarzt zum Chefarzt. Auch die Praxisteams sind in den Hausarztpraxen in der Regel gut aufeinander eingespielt, der Umgangston ist angenehm und kollegial. Das Leben auf dem Land ist insgesamt etwas entspannter. Außerdem ist man auch finanziell gut gestellt. Und auf dem Land Immobilien wesentlich weniger als in der Stadt.“</p>
<p><strong>„PULS.“: Gibt es Zusatz-Skills aus einzelnen Fachdisziplinen, die für einen Landarzt besonders wichtig sind?“<br />
</strong>H.-M. S.: „Nein, es kommt wirklich auf ein breites Wissen an.<strong> </strong>Ein Landarzt muss ja nicht alles allein behandeln, sondern muss wissen, an welchen Spezialisten er dann seine Patienten weiterleitet. Für den Hausarzt und Landarzt ist der breite Überblick über den einzelnen Patienten wichtig. In der allgemeinärztlichen Praxis werden die  Behandlungen und Medikationen koordiniert, das Medikamentenmanagement ist ein sehr wichtiger Aspekt. Auch chirurgische und rettungsdienstliche Kenntnisse sind von Vorteil. Hausärzte sind als Gesundheitslotsen die Basis unseres Gesundheitssystems. In der Landarztpraxis kommt dann oft noch hinzu, dass Behandlungen der Fachärzte fortgeführt werden, da sie zu weit weg praktizieren und ihre Patienten z.B. nur einmal jährlich sehen.“</p>
<p><strong>„PULS.“: „In vielen Interviews mit Landärzten wird von der starken Arbeitsüberlastung gesprochen: Neben der Vollzeit-Arbeit in der Praxis kamen noch zahlreiche Bereitschaftsdienste oder auch Notdienste nachts und an den Wochenenden dazu. Ist das heute noch der Fall? Oder gibt es mittlerweile alternative Lösungen, die Versorgung der Menschen zu gewährleisten ohne einzelne Ärzte bis an den Rand der Erschöpfung zu belasten?“<br />
</strong>H.-M. S.: „Ja, mittlerweile gibt es dafür<strong> </strong>bessere Lösungen:<br />
Besonders wichtig ist der <strong>kollegiale Vertretungsdienst</strong>, der den Nicht-Sprechstunden-Zeitraum nachts und am Wochenende abdeckt. Gegen eine relativ niedrige Gebühr können sich niedergelassene Hausärzte von Notdiensten und Bereitschaftsdiensten „freikaufen“, aber auch daran teilnehmen, wenn sie es möchten. Sie können Dienste übernehmen und erhalten dafür ein gesondertes Entgelt. Auch externe Ärzte können für ein gutes Honorar den Notdienst übernehmen. Dieser Notdienst beginnt freitags um 12:00 Uhr, wenn die normale hausärztliche Sprechstunde endet.<br />
Eine weitere Verbesserung ist die Möglichkeit zur <strong>Teilzeitarbeit</strong>. Eine Teilniederlassung zu 50 % ist für viele Ärzte attraktiv, weil dann mehr Zeit für die Familien oder, wie bei mir, für die Lehrtätigkeit an der Universität bleibt.<br />
Ich selbst arbeite in einer Gemeinschaftspraxis mit drei Ärztinnen. Wir haben jeweils eine 50 %-Niederlassung. Dadurch, dass wir uns zu viert die Praxis teilen, decken wir Sprechstunden für viele Patienten ab und können sogar an mehreren Tagen der Woche noch Sprechstunden in den umliegenden Dörfern anbieten. Wir und die Patienten sind mit dieser Lösung sehr zufrieden.<br />
Eine weitere Verbesserung ist die <strong>Aufhebung der Residenzpflicht</strong>: Seit dem 01.01.2012 dürfen Ärzte auch weiter von ihrer Praxis entfernt wohnen.“</p>
<p><strong>„PULS.“: &#8220;Dann hat sich das Leben für Landärzte in den letzten Jahren beträchtlich verbessert?</strong>&#8221;<br />
H.-M. S.: „Ja, insgesamt hat ein Landarzt heute eine viel höhere Lebensqualität: durch den kollegialen Vertretungsdienst, die Aufhebung der Residenzpflicht und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit.“</p>
<p><strong>„PULS.“: „Zurzeit gibt es eine heftige Diskussion darüber, ob die neue ÄApprO ein im PJ ein Pflichttertial für Allgemeinmedizin enthalten sollte. Was halten Sie davon?“</strong><br />
H.-M. S.: „Wir haben gemerkt, dass schon das verpflichtende Blockpraktikum im Fach Allgemeinmedizin viele Studierende motiviert, Hausarzt zu werden. Durch die sehr gute 1:1-Betreuung im Praktikum fühlen sie sich gut auf den späteren Job vorbereitet. Durch dieses  1:1-Lehrverhältniss, in dem jeweils ein Hausarzt einen Studierenden betreut, bewerten die Studierenden insbesondere auch das allgemeinmedizinische Tertial im PJ sehr gut und fühlen sich gut auf die M2-Prüfung vorbereitet.. Die jungen Leute merken, dass sie hier ihr Wissen aus den einzelnen Fächern zusammenbringen können und lernen die eigenständige Arbeit in der hausärztlichen Praxis sehr zu schätzen.<br />
Die Hausärzte haben eine grundlegende Funktion in unserem Gesundheitssystem: sie sind die Gesundheitslotsen der Patienten. Darum sollte der Anteil der Hausärzte unbedingt ausgebaut werden.<br />
Unsere Fachgesellschaft, die DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) schlägt daher vor, künftig ein Pflicht-Quartal im Fach  Allgemeinmedizin einzuführen. Das PJ würde dann aus vier Quartalen bestehen, drei davon wären verpflichtend – Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin – und eines wäre weiterhin aus einer weiteren Fachrichtung frei wählbar!<br />
Momentan haben wir in Frankfurt 20 Plätze im Wahltertial Allgemeinmedizin. Das Interesse an der Allgemeinmedizin ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen.<br />
Den Vorschlag eines Pflicht-Tertials halten wir nicht für zielführend. Die endgültige Verabschiedung der Novelle der ÄApprO ist voraussichtlich für Mai 2012 angesetzt. Wir sind gespannt, wie die Entscheidung aussehen wird.“</p>
<p>„PULS.“ dankt Herrn Dr. Schäfer für das engagierte und umfangreiche Interview.<br />
Das Interview führte „PULS.“-Redakteurin Bettina Wurche.<em> </em></p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>Lesen Sie auch <strong>Teil 1</strong> des<a title="INterview: &quot;Landpartie&quot; für Studierende der Allgemeinmedizin (1)" href="http://puls.meertext.eu/?p=4605"><strong> Interviews „<span style="text-decoration: underline;">Landpartie“ für Studierende der Allgemeinmedizin</span></strong></a></p>
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		<title>Interview: „Landpartie“ für Studierende der Allgemeinmedizin (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 09:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Wurche]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie lebt und praktiziert es sich als Landarzt? Mit dem Projekt „Landpartie“ können Studierende einen Einblick die Tätigkeit eines Landarztes bekommen. Das Institut für Allgemeinmedizin unseres Fachbereichs und Lokalpolitiker wollen mit diesem neuen Konzept dem drohenden Mangel an Hausärzten in &#8230; <a href="http://puls.meertext.eu/interview-%e2%80%9elandpartie%e2%80%9c-fur-studierende-der-allgemeinmedizin-teil-1">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie lebt und praktiziert es sich als Landarzt?<br />
Mit dem Projekt „Landpartie“ können Studierende einen Einblick die Tätigkeit eines Landarztes bekommen. Das Institut für Allgemeinmedizin unseres Fachbereichs und Lokalpolitiker wollen mit diesem neuen Konzept dem drohenden Mangel an Hausärzten in ländlichen Gebieten entgegenwirken.<br />
Das Konzept scheint aufzugehen – die Studierenden finden die &#8220;Landpartie&#8221; gut.</p>
<p>Im Interview erzählt Herr Dr. Schäfer, was die „Landpartie“ zu bieten hat, was der  „kollegiale Vertretungsdienst“ ist und wie es in einer Landarztpraxis heute zugeht. Und warum er immer noch gern als Hausarzt in einer ländlichen Region praktiziert.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Interview mit Herrn Dr. Hans-Michael Schäfer (Leiter des Arbeitsbereichs Lehre, Institut für Allgemeinmedizin) (Teil 1)</span></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„PULS.“: „Herr Dr. Schäfer, Sie sind Arzt für Allgemeinmedizin. Was begeistert Sie an Ihrem Fachgebiet?“<br />
</strong>H.-M. S.: „Die ganzheitliche Sichtweise der Allgemeinmedizin ist für mich besonders wichtig: Hausärzte schauen immer den ganzen Menschen an, und nicht nur die einzelnen Symptome und Körperteile. Da etwa 50 % aller Krankheiten psychische Mitursachen haben, betrachten wir immer auch die Psyche mit. Seelische Probleme spielen in unserem Beruf eine immer größere Rolle: Hausärzte sind heute Ansprechpartner für fast alles, wir haben oft gleichzeitig eine Seelsorgefunktion. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man die Patienten – oft auch ganze Familien &#8211; über Jahre hinweg betreut und ihre Biographien kennen lernt. So entsteht ein sehr persönliches und langjähriges Verhältnis. Die Tätigkeit als Hausarzt ist eine sehr befriedigende Arbeit.“<span id="more-4605"></span></p>
<p><strong>„PULS.“: „Sie sind sehr engagiert in der Lehre und haben in der letzten Zeit einige neue Konzepte erarbeitet, um Studierende für das Fach „Allgemeinmedizin“ zu begeistern. Warum hat die Allgemeinmedizin diese zentrale Bedeutung?“</strong><br />
H.-M. S.: „Wir möchten natürlich insgesamt mehr junge Mediziner für das Fach  Allgemeinmedizin und die Tätigkeit als Hausärzte ermutigen und motivieren.<br />
Hausärzte sind Gesundheitslotsen. Das bedeutet, dass sie die ersten Ansprechpartner für alle Beschwerden von der Erkältung bis zu schwerwiegenden Erkrankungen sind. Sie leiten die Patienten bei Bedarf an die Fachärzte weiter und koordinieren dann die Behandlung. Oft führen sie die von Fachärzten eingeleiteten Behandlungen oder Medikationen fort und koordinieren den Einsatz der oft vielfältigen Medikamente und auch diagnostischer Maßnahmen.<br />
Die Landärzte sind dann innerhalb der Hausärzte noch einmal eine Sondergruppe, da sie noch autonomer arbeiten.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„PULS.“: „Ihr Projekt „Landpartie“ ist von der Presse begeistert aufgegriffen worden. Was verbirgt sich dahinter?“</strong><br />
H.-M. S.: „Mit der „Landpartie“ gibt es jetzt erstmals eine Möglichkeit für Studierende, in das Leben eines Landarztes hereinzuschnuppern.<br />
In dem zweiwöchigen Praktikum in einer ländlichen Hausarzt-Praxis haben unsere Studierenden jetzt erstmals die Möglichkeit, nicht nur Arztpraxen im Rhein-Main-Gebiet sondern auch Landarztpraxen im Landkreis Fulda in Osthessen auszuwählen.<br />
Die entstehenden Zusatzkosten wie An- und Abfahrt werden vom Landkreis Fulda übernommen.<br />
Zusätzlich lädt der Landkreis die „Landpartie“-Studierenden zu einer Reihe von Events ein, durch die sie den Landkreis besser kennen lernen können. Eine spätere Weiterbildung in Kliniken und Praxen des Landkreises Fulda wird bei Interesse unterstützt, ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.<br />
Die Reaktionen der Studierenden sind bisher sehr positiv ausgefallen. Um den Erfolg insgesamt beurteilen zu können, führen wir aber zusätzlich eine wissenschaftliche Evaluierung durch. Erst nach deren Auswertung können wir letztendlich beurteilen, ob der Schnupperkurs ein guter Anreiz ist und wie wir die Arbeitsbedingungen der Landärzte noch weiter verbessern können.“<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„PULS.“: „Ist denn die medizinische Versorgung in ländlichen Bereichen wirklich so problematisch, wie es in den Medien dargestellt wird?“<br />
</strong>H.-M. S.: „Ja, leider stimmt es. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren sogar noch deutlich verschärfen: viele der Landärzte werden dann in den Ruhestand gehen. Schon jetzt ist ein erheblicher Prozentsatz der Landärzte über 60 Jahre alt. Zurzeit geht die kassenärztliche Vereinigung davon aus, dass die Landärzte bis zum 68. Lebensjahr arbeiten, darauf basieren die Zahlenmodelle. Viele Landärzte gehen aber schon mit 65 in den Ruhestand, dadurch wird die Versorgungslücke noch größer.<br />
Schon jetzt sind nicht alle Bereiche gut versorgt. Das liegt auch daran, dass die kassenärztlichen Vereinigungen die niedergelassenen Ärzte in einem Landkreis  zählen und keine Daten darüber haben, wie deren Verteilung in (Kreis-) Städten und ländlichen Regionen, Dörfern ist. Es kann durchaus sein, dass in einer Kleinstadt innerhalb des Kreises mehrere Arztpraxen sind und in den umliegenden Dörfern gar keine mehr.<br />
Ich bekomme manchmal Anrufe von Bürgermeistern, die mich verzweifelt fragen, ob wir nicht jemanden haben, der die verwaiste Arztpraxis übernehmen möchte. Manche Gemeinden sind schon verzweifelt. Im Landkreis Fulda haben die Kommunalpolitiker selbst die Initiative ergriffen und gemeinsam mit uns das Projekt „Landpartie“ konzipiert.“</p>
<p><strong>„PULS.“: „Wie wird sich die Arbeitssituation der Landärzte durch die demographische Entwicklung verändern?“</strong><br />
H.-M. S.: „Durch die Alterung der Bevölkerung wird es weiterhin zu einer erhöhten Multimorbidität kommen. Die kassenärztliche Vereinigung hat bereits jetzt darauf reagiert, in dem sie die Kennzahl für Hausärzte jetzt niedriger angesetzt hat, als noch vor einigen Jahren. Das bedeutet, dass jeder Hausarzt für weniger Patienten zuständig ist.“</p>
<p>Lesen Sie morgen Teil 2 des Interviews.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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